Zürich

28. Februar 2011 23:03; Akt: 28.02.2011 23:21 Print

Milliarden mit Diabetes-Medikamenten

Die Zahl der Diabetiker explodiert weltweit. Für die Pharma-Industrie hat sich ein Megamarkt aufgetan.

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Weltweit leiden 285 Millionen Menschen an Diabetes. (Foto: Keystone)

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Diabetes ist längst eine Volkskrankheit: 285 Millionen Menschen leiden heute weltweit unter der Stoffwechselstörung, schätzt die Internationale Diabetes-Gesellschaft. Grund ist meist eine ungesunde Ernährung. Und jedes Jahr kommen weitere Millionen dazu: Bis 2030 dürfte sich die Zahl um die Hälfte auf 438 Millionen erhöhen. In der Schweiz sind 350 000 Einwohner betroffen.

Die rasante Ausbreitung der Krankheit hat die Pharmaindustrie auf den Plan gerufen: Über 30 Milliarden Franken pro Jahr setzt die Branche mittlerweile mit Präparaten zur Therapie von Diabetes um, wie der Branchendienst IMS Health errechnet hat. Seit 2004 wachse der Markt jährlich um etwa 13 Prozent.

Auch Schweizer Unternehmen tummeln sich auf dem Markt, allen voran der Basler Pharmariese Roche. Für diesen sind die Wachstumsraten hochwillkommen, denn mit Tami­flu ist das grosse Geld nicht mehr zu verdienen. 2009 hat der Konzern mit Diabetes-Produkten drei Milliarden Franken verdient. Roche ist die globale Nummer eins bei den Blutzuckermesssystemen. Bei den Insulinpumpen hat das Unternehmen Platz zwei inne.

Nestlé setzt derweil auf eine andere Schiene: Der Multi will Pionier einer «neuen Industrie zwischen Nahrung und Pharma» werden, wie es VR-Präsident Peter Brabeck ausdrückt. Im kommenden Jahrzehnt will Nestlé rund 500 Millionen Franken in die Entwicklung von Nahrungsmitteln stecken, die vor Krankheiten wie Diabetes oder Alzheimer schützen. Ein Grossteil des Geldes fliesst in ein neues Forschungszentrum auf dem Gelände der ETH Lausanne.

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