Lohnabschlüsse 2011

28. Juni 2011 10:57; Akt: 28.06.2011 11:33 Print

Mindestlöhne schrumpfen weiter

Die Effektivlöhne dürften dieses Jahr um 1,6 Prozent steigen, die Mindestlöhne um 0,3 Prozent. Die erwartete Teuerung von 0,7 Prozent frisst jedoch die Lohnerhöhung wieder weg.

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Mindenstlohnbezüger bleibt wegen der Teuerung weniger im Geldbeutel. (Bild: Keystone)

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Die Mindestlöhne werden 2011 nur um 0,3 Prozent angehoben. Diese Erhöhung fällt schwächer aus als in den Vorjahren (2010: 0,7 Prozent, 2009: 3,2 Prozent). Dies geht aus Erhebungen des Bundesamtes für Statistik (BFS) zu den Gesamtarbeitsvertraglichen Lohnabschlüssen hervor.

Die Branchen mit den stärksten Erhöhungen bei den Mindestlöhnen sind die Landwirtschaft (+ 2,1 Prozent), die chemische Industrie (+ 2 Prozent) sowie der Landverkehr (+ 1,4 Prozent). Die Branchen Be- und Verarbeitung von Holz, Herstellung von Metallerzeugnissen und Immobilienwesen verzeichnen mit 0,2 Prozent die schwächsten Lohnerhöhungen.

Die erwartete Teuerung von 0,7 Prozent wird heuer dazu führen, dass einige Mindestlohnbezüger real weniger Geld zur Verfügung haben als im Vorjahr.

Im Schnitt 1,6 Prozent

Laut BFS haben sich die Vertragspartner der wichtigsten Gesamtarbeitsverträge (GAV) für das Jahr 2011 auf eine nominale Effektivlohnerhöhung von 1,6 Prozent geeinigt. Generell wurde den Personen, die einem GAV unterstehen, eine Erhöhung von 0,9 Prozent und individuell von 0,7 Prozent zugesichert.

Die Effektivlöhne sind in den letzten Jahren generell gestiegen, von 1,1 Prozent 2004 auf 2,6 Prozent 2009. Im Jahr 2010 stiegen sie aber - wegen der Wirtschaftskrise - nur um 0,7 Prozent.

Wird die erwartete Teuerung für das Jahr 2011 von 0,7 Prozent berücksichtigt, dürften die GAV-Reallöhne in diesem Jahr im Schnitt nur um 0,9 Prozent steigen.

Detailhandel mit stärksten Erhöhungen

Im Industriesektor beträgt die Effektivlohnerhöhung 1,1 Prozent, im Dienstleistungssektor 1,9 Prozent. Die Branchen mit den stärksten Erhöhungen sind der Detailhandel (+ 2,5 Prozent), die Branchen Unterhaltung, Kultur und Sport (+ 2,4 Prozent) und Nachrichtenübermittlung (+ 2,1 Prozent).

Demgegenüber verzeichnen die Nahrungsmittelindustrie und die öffentliche Verwaltung (+ 0,7 Prozent) sowie die Herstellung von medizinischen Geräten, Präzisionsinstrumenten und Uhren (+ 0,3 Prozent) die schwächsten Erhöhungen.

Über die Hälfte der Lohnsummen-Erhöhung wird gleichmässig für Lohnerhöhungen der betroffenen Personen verwendet. In der Industrie sind es fast zwei Drittel. Der Rest steht für individuelle Erhöhungen zur Verfügung. Von den Lohnverhandlungen sind über eine Million Personen betroffen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Romi am 28.06.2011 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    Welche Lohnerhöhung

    Was wird immer geschrieben, die Löhne steigen? Seit 10 Jahren arbeite ich für den gleichen Lohn! Verarscht mich meine Bude? Ist sie gesetzlich verpflichtet den Teuerungsausgleich zu bezahlen? Sorry, ich verstehs nicht.

  • Socio am 28.06.2011 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Lohnschere öffnet sich weiter...

    War ja klar,die Lohnschere öffnet sich weiter und unsere "Volks"vertreter,auch Politiker genannt,wissen nichts besseres als gegen Ausländer zu hetzen statt sich um eine gerechte Vermögens- und Einkommensverteilung einzusetzen!!!!Ach so,Leute wie Herr Christoph Blocker sind ja selber Millionäre und profitieren davon....

  • Marco am 28.06.2011 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Erklärt mir mal einer, warum der Teuerungsausgleich nicht gesetzlich vorgeschrieben ist? Schlussendlich reden doch alle von Wirtschaft. Diese funktioniert aber nur, wenn die Kundschaft auch über Kaufkraft verfügt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martina Bertschi am 28.06.2011 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur die Teuerung

    Vor allem die jährlich steigenden BVG-Beiträge treiben viele Menschen langsam aber stetig in den sicheren Ruin. Und wir bezahlen mit dem Wissen, dass wir auch aus dieser Kasse am Schluss nur noch einen Bruchteil des Einbezahlten herausbekommen werden und erst noch länger arbeiten müssen, um überhaupt noch was zu bekommen. Genau SO vernichten unsere Politbirnen unser Kapital und ruinieren sie unser Land.

  • sandra burri am 28.06.2011 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    pips

    Krankenkasse sei Dank, schafft doch dieses Obligatorium endlich ab, so hätte jeder wieder genügend Geld für das wirklich Wichtige im Leben!

  • Marco am 28.06.2011 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Erklärt mir mal einer, warum der Teuerungsausgleich nicht gesetzlich vorgeschrieben ist? Schlussendlich reden doch alle von Wirtschaft. Diese funktioniert aber nur, wenn die Kundschaft auch über Kaufkraft verfügt.

  • Socio am 28.06.2011 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Lohnschere öffnet sich weiter...

    War ja klar,die Lohnschere öffnet sich weiter und unsere "Volks"vertreter,auch Politiker genannt,wissen nichts besseres als gegen Ausländer zu hetzen statt sich um eine gerechte Vermögens- und Einkommensverteilung einzusetzen!!!!Ach so,Leute wie Herr Christoph Blocker sind ja selber Millionäre und profitieren davon....

  • oli z hirsi am 28.06.2011 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    reich

    gibt den reichen und nehmmt den armen immer weiter so..........