Budget- vs. Eigenmarken

27. August 2010 10:23; Akt: 29.08.2010 15:19 Print

Mit Billigprodukten auf Kundenfang

von Gérard Moinat - M-Budget- und Prix-Garantie-Produkte sind nicht aus Abfallfleisch und Käseersatz hergestellt. Sie sind manchmal sogar qualitativ besser als die Eigenmarken.

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Sind fast halb so teuer wie das Original: M-Budget-Milchschnitten. Haben aber auch nur halb so viel Milch drin. (Bild: Keystone)

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Spaghetti, geschälte Tomaten, Haselnüsse, Butter oder Kakaopulver: Viele Eigenmarken der Grossverteiler Migros und Coop kosten fast doppelt so viel wie die Billiglinien-Produkte und das trotz teils identischem Inhalt. «K-Tipp» hat das bereits vor einem Jahr festgestellt.

Seither haben die Preisunterschiede zwischen Budget- und Eigenmarkenprodukten aber teilweise sogar noch zugenommen. Budgetprodukte lohnen sich also noch mehr. Zum Beispiel die gemahlenen Haselnüsse von Migros: Die Preisdifferenz wuchs von 86 auf 89 Prozent. Den Preisunterschied zwischen den beiden Produkten erklärt die Migros mit kleineren, zerbrochenen Nüssen beim Budget-Produkt. Allerdings merken die meisten Verbraucher beim gemahlenen Endprodukt nichts davon. Bei den Coop-Ravioli öffnete sich die Preisschere von den vom K-Tipp ermittelten 47 Prozent auf heute 52 Prozent. Prix-Garantie hat allerdings mit 3 Prozent weniger Fleischanteil als das Eigenmarkenprodukt mit 7 Prozent Fleisch.

Gleiche Produkte fürs Doppelte

Eklatant ist jedoch der Preisunterschied auch von Produkten vom gleichen Hersteller mit gleichem Inhalt. Beim Cottage Cheese von Migros beträgt der Kostenunterschied allein wegen der Verpackung 23 Prozent. Dass der Inhalt der gleiche ist, gibt die Migros zu. Oder das Migros-Kakaopulver: Das Eigenmarkenpulver kostet 4.60 Franken. M-Budget-Kakao kostet 5.35 Franken, hat aber gemäss K-Tipp anderthalbmal so viel Inhalt und enthält sogar mehr Kakao.

Auch sind Qualité & Prix-Spaghetti von Coop fast doppelt so teuer wie diejenigen von Prix-Garantie. Für die Qualité & Prix-Version bezahlt man 1.10 Franken und kriegt nur halb so viele Spaghetti wie beim Billigprodukt für 1.15 Franken — trotz gleichem Hersteller. Der Anteil an Weizendunst sei unterschiedlich, begründet Coop. Oder geschälte Coop-Tomaten: Das Billig-Produkt kostet nur halb so viel wie die Eigenmarke, unter anderem wegen höheren Anforderungen betreffend Resthautanteil. Der K-Tipp stellt bei letzterem Produkt aber sogar mehr Resthaut fest als bei der Qualité & Prix-Version.

«Preisunterschiede sind begründet»

Wird der Konsument hier hinters Licht geführt? Nein, beteuern die beiden Grossverteiler. «Die Preisunterschiede sind immer durchaus begründet», so die Migros. Ein einheitliches Design, grössere Einheiten ohne Varietäten und «geringere Marketingkosten» seien ausschlaggebend. «Bei allen Produkten gibt es handfeste Unterschiede, teils in punkto Qualität, teils betreffend Grösse und immer auch in punkto Verpackung», sagt auch Coop.

Marketingprofessor Stefan Michel beobachtet dagegen: «Die Preisunterschiede sind grösser als die Kostenunterschiede.» Denn primäres Ziel der Billigprodukte sei nicht, Gewinn zu erzielen, sondern Kunden in die Geschäfte zu locken. Seien diese dann im Laden, möchten die Geschäfte ihnen die teureren Eigenmarken verkaufen. Für Detailhandelsexperte Gotthard Wangler ist das nicht in Ordnung: «Gleiches muss gleich teuer sein», fordert er.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Joël Müller am 27.08.2010 23:28 Report Diesen Beitrag melden

    Energy Drinks

    Also ich bevorzuge den M-budget Energy Drink ist absolut der beste und mit 0.85.- auch sehr Billig i mvergleich zu Red Bull! bei schülern und Lehrlingen sehr Beliebt;-)

  • Der Tester am 28.08.2010 00:47 Report Diesen Beitrag melden

    Degustation

    Wir haben mal ne Degustation mit verbundenen Augen von Red Bull und seinen Billignachahmern gemacht: 80% hat den Unterschied nicht gemerkt. Spontaner Testsieger wurde übrigens M-Budget Energy Sugarfree:-) PS: Die kommen übrigens alle aus der gleichen Fabrik...

  • NoName am 27.08.2010 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ich arbeite bei den Herstellern und...

    ... kann nur sagen dass dies Schwachsinn ist was hier behauptet wird. Die Inhalte sind nicht die gleichen. Es machen vor allem Aroma und andere beigefügte Stoffe den Unterscihed, die z.T. teuer sind, was auch den Preisunterschied begründet. Migrost wollte keine Zusatzstoffe in seinen Produkten, nur natürliche darum der Unterschied MBudget zu Markenprodukten. Bei Prix ist es ähnlich aber denen ist Natur nicht so wichtig wie Migros, nur das es billig ist. Schlussendlich ist es vom Geschmack fast gleich, aber was gesünder ist, verrät euch das Kleingedruckte "Zutaten" an der Packung.

Die neusten Leser-Kommentare

  • @Colette Greder am 01.09.2010 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Deutsche Discounter

    Bin völlig Ihrer Meinung, nur den letzten Satz versteh ich überhaupt nicht. Was bitte schön soll an den deutschen Discountern bezüglich Profitmaximierung besser sein als an Migros & Coop. Denen gehts genau ums gleiche, die wollen ordentlich Kohle machen. Aldi-Werbung ist gar noch einiges schlechter als Migros&Coop. Aldi preist in der Wochenzeitschrift Produkte zu Superpreisen an, für die man aber um 07.00 Uhr vor dem Laden anstehen muss, weil es nur zwei oder drei Stück pro Filiale gibt....

  • Der Tester am 28.08.2010 00:47 Report Diesen Beitrag melden

    Degustation

    Wir haben mal ne Degustation mit verbundenen Augen von Red Bull und seinen Billignachahmern gemacht: 80% hat den Unterschied nicht gemerkt. Spontaner Testsieger wurde übrigens M-Budget Energy Sugarfree:-) PS: Die kommen übrigens alle aus der gleichen Fabrik...

  • Joël Müller am 27.08.2010 23:28 Report Diesen Beitrag melden

    Energy Drinks

    Also ich bevorzuge den M-budget Energy Drink ist absolut der beste und mit 0.85.- auch sehr Billig i mvergleich zu Red Bull! bei schülern und Lehrlingen sehr Beliebt;-)

  • Colette Greder am 27.08.2010 21:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtiges wird unterschlagen!

    Dass die Budgetlinien beider Grossverteiler primär nur eine Marketingstrategie ist, sollte allenthalben bekannt sein. Und auch in den jeweiligen Hauspostillen der M & C wird lauthals über jeden (äxgüsi) Furz gross berichtet, als sei's DIE wichtige Information für uns Konsumenten - neben all' der (Eigen-)Werbung. Aber dass bsw. Coop im @Home-Lieferservice kürzlich ALLE weniger rentablen Lieferorte nicht mehr persönlich anliefert, wird kleinlaut verschwiegen! Alles nur Profitmaximierung. Gottseidank gibt es jetzt die deutschen Discounter in der CH.

  • Peter Baumann am 27.08.2010 21:16 Report Diesen Beitrag melden

    Geschäft ist Geschäft

    Es ist ein uralte Tatsache, dass man mit der Unwissenheit, der Unsicherheit und der Dummheit der Konsumenten sehr viel Geld verdienen kann. Egal welche Branche und welcher Betrieb. Liebe Konsumentinnen und Konsumenten schaut einfach genau hin, wenn ihr einkaufen geht.