Luxusgüter

13. Juni 2012 15:22; Akt: 13.06.2012 15:22 Print

Mit Luxus-Zigarren die Krise vernebeln

Im krisengeschüttelten Europa, aber auch in den USA, ist die Nachfrage nach handgerollten Davidoff-Zigarren gross. Den Basler Familienbetrieb freuts.

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Von Januar bis April konnte Davidoff bei den Premium-Marken zweistellig zulegen. (Bild: Keystone)

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Die Oettinger Davidoff Group ist trotz zunehmender behördlicher Restriktionen gegen Raucher zuversichtlich. Die Herstellerin von Premium-Zigarren hat 2011 ihren Umsatz auf dem Vorjahresniveau von knapp 1,3 Mrd. Fr. halten können und erwartet für das laufende Jahr wieder Wachstum.

Die in Basel domizilierte Oettinger Davidoff Group (ODG) erzielte 2011 einen Umsatz von 1,29 Mrd. Franken, was einem Plus von 0,2 Prozent entspricht. Währungsbereinigt resultierte jedoch ein Minus von 2,3 Prozent, wie die Gruppe am Mittwoch bekanntgab.

Zur Ertragslage macht das Familienunternehmen keine Angaben. Der Gewinn habe aber 2011 trotz hoher Investitionen auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden können, sagte der seit einem Jahr amtierende CEO Hans-Kristian Hoejsgaard in Basel am Rand der Jahresmedienkonferenz zur SDA.

Fast 35 Millionen Luxus-Zigarren gerollt

Das wahre Wachstum des 1875 als Zigarrenfachgeschäft in Basel gegründeten Unternehmens zeigt sich aus Sicht des Konzernchefs bei der Zigarrenproduktion von ODG. Diese stieg im vergangenen Jahr um 6,8 Prozent. Insgesamt stellt die Basler Gruppe 34,4 Millionen handgerollte Luxus-Zigarren her. Die weltweite Produktion beläuft sich auf weniger als eine halbe Milliarde.

Trotz höherer Produktion ging der Personalbestand weltweit um 2,8 Prozent auf 3697 Mitarbeitende zurück. Stellen fielen namentlich in der Dominikanischen Republik weg, weil im Hauptproduktionsland die Produktivität gesteigert wurde. In der Schweiz stieg die Zahl der Angestellten um 1,7 Prozent auf 1009.

Wichtigster Absatzmarkt der Gruppe war im vergangenen Jahr mit einem Umsatzanteil von 43 Prozent Europa, gefolgt von den USA mit 32 Prozent. Dort ist die Position der Basler mit ihren Produkten aus der Dominikanischen Republik deshalb so stark, weil Zigarren aus Kuba in den Vereinigten Staaten noch immer dem Embargo unterliegen.

CEO zuversichtlich

Für die Zukunft zeigt sich der neue Chef von Oettinger Davidoff zuversichtlich, obwohl Behörden weltweit mit Restriktionen gegen das Rauchen ankämpfen. Ein neues Kundensegment sieht Hoejsgaard etwa bei 18- bis 35-jährigen Genussmenschen, die nie im Leben eine Zigarette rauchen würden.

Um neue Kundenmärkte zu erschliessen, spannt Oettinger Davidoff mit der Kunstmesse Art Basel und deren Ablegern in Miami Beach und Hong Kong zusammen. Die Herstellerin von Luxus-Zigarren wird bei der Art hinter der UBS zweitgrösster Sponsor. Über das finanzielle Ausmass des Engagements wollte der CEO keine Auskunft geben, es handle sich aber um einen Millionenbetrag.

Konzentration auf sieben Märkte

Künftig will sich Oettinger Davidoff mit drei Zigarrenmarken auf sieben Märkte konzentrieren. Neben dem Duty-Free-Bereich handelt es sich dabei um die USA und Asien sowie um Deutschland, Frankreich, Spanien und die Schweiz.

Ihre edlen Zigarren und die dazugehörenden Accessoires vertreibt Oettinger Davidoff derzeit weltweit über 65 Flagship Stores und 540 Depositäre. Grosses Ausbau-Potenzial sieht der CEO bei den Lounges für Zigarren-Liebhaber in Vier- und Fünfstern-Hotel, von denen es derzeit 150 gibt.

Zweistelliges Wachstum bei den Premium-Marken

Die Hoffnungen von Oettinger Davidoff auf stärkeres Wachstum im laufenden Jahr haben sich in den ersten vier Monaten erfüllt. Von Januar bis April konnte das Unternehmen bei den Premium-Marken zweistellig zulegen. Mit Ausnahme Spaniens entwickelten sich alle Kernmärkte positiv.

Zweites Standbein der Gruppe neben dem lukrativen Geschäft mit den Luxus-Zigarren sind Generalvertretungen für Tabak- und Süsswaren hauptsächlich in der Schweiz. Welcher Umsatzanteil auf die beiden Bereich entfällt, gibt das Unternehmen nicht bekannt.

(sda)

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