Weltkatzentag

08. August 2014 16:26; Akt: 08.08.2014 16:37 Print

Mit Miezen macht die Wirtschaft Milliarden

von Laura Frommberg - Ob man sie mag oder nicht, eines kann man Katzen nicht absprechen: Sie sind gute Geschäftswesen. Ein berühmtes Büsi scheffelt sogar Milliarden.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Kennen Sie Tardar Sauce? Nein? Wir wetten dagegen. Denn die Katze, die unter felinem Kleinwuchs leidet, ist inzwischen weltberühmt und macht mit ihrer eigenen Marke einen Umsatz von rund 100 Millionen Franken. Unter ihrem Künstlernamen ist sie auf der ganzen Welt bekannt: Grumpy Cat. Die Besitzerin Tabatha Bundesen konnte ihren Kellnerinnenjob dank ihres berühmten Haustiers inzwischen hinschmeissen und kümmert sich nur noch um die Vermarktung des Fellbündels. Selbst ein Buch über Tardar gibt es inzwischen, es wurde 500'000 Mal verkauft, ein Film soll auch geplant sein.

Doch die 100 Millionen Umsatz von Grumpy Cat sind Peanuts verglichen mit der erfolgreichsten Katze der Welt. Und dabei hat die noch nicht einmal Klauen oder einen Mund: Hello Kitty. 5 Milliarden Dollar Umsatz macht die japanische Comic-Katze jährlich, seit 40 Jahren ist sie vor allem bei jungen Mädchen beliebt.

Hobby zum Beruf gemacht

Weniger auf Niedlichkeit als auf Humor setzt Simon Tofield. Er hat sich von seiner ziemlich anstrengenden Katze zu einer Reihe von Animationsfilmen und Comicstrips inspirieren lassen. Angefangen als Hobby, verdient Tofield inzwischen mit seinen Filmchen und Comics seinen Lebensunterhalt. Der Youtube-Kanal mit den Videos hat inzwischen über 3 Millionen Abonnenten und über 520 Millionen Aufrufe. In der britischen Tageszeitung «Daily Mirror» erscheint täglich ein Comic mit der Katze, auch Bücher vertreibt Tofield.

Der Cat-Content im Netz ist inzwischen zu einem echten Wirtschaftszweig geworden, sogar ein Katzenvideo-Festival findet jährlich in den USA statt. Messen lässt sich das unter anderem an den Werbeeinnahmen durch die Youtube-Videos. Besonders viel verdient da die depressive Katze Henri. Unter dem Namen «Henri, le chat noir» machte er sich einen Namen, indem er in Schwarz-Weiss-Videos traurig und mit französischem Akzent über sein Leben philosophiert. Sein Besitzer Will Braden verdient pro 1000 Zuschauer 10 Dollar mit den Videos, verriet er der britischen Zeitung «The Guardian». Das ist allerdings aussergewöhnlich. In der Regel liegt der Verdienst bei einem oder zwei Dollar. Ausserdem verdient Braden noch Geld mit dem Verkauf von Fan-Produkten. Das eigene Buch scheint bei den Internetkatzen inzwischen obligatorisch zu sein.

Das erste Video von Simons Cat:

Grumpy Cats Youtube-Debut:

Grumpy Cat am Weltkatzentag in NY:

Und hier noch ein paar existentialistische Gedanken des depressiven Henri:

sentifi.com

20min_ch_app Sentifi Börseneinblicke aus den sozialen Medien