Berufe mit Zukunft

04. Juli 2014 08:37; Akt: 04.07.2014 10:27 Print

Mit diesen Lehren machen Sie Karriere

Man muss nicht Banker oder Akademiker sein, um ganz oben auf dem Karrieretreppchen zu landen. Auch mit einer einfachen Berufslehre winken prestigeträchtige und lukrative Jobs.

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Die Handwerksbranche jammert schon länger, jetzt tönt es auch aus der Industrie: Lehrlinge werden zur Mangelware. Im Maschinenbau und in der Elektro- und Metallindustrie können 5 bis 7 Prozent der Lehrstellen nicht mehr besetzt werden, klagt der Branchenverband Swissmem.

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«Das liegt am Trend zur Akademisierung», sagt Industriepräsident Hans Hess. Doch ein Firmenchef mit Berufslehre sei keine Seltenheit mehr. Dass es nicht immer einen Uni-Abschluss braucht, um einen aussichtsreichen Job zu ergattern, findet auch Personalberater Michel Grosjean: «Die Praxiserfahrung aus der Lehre wiegt im Berufsleben oft schwerer als ein Studium.» Die finanziellen Aussichten sprächen ausserdem für sich. «Ein Lehrabgänger mit Anschlussausbildung kann schon relativ jung sehr gut verdienen.»

Der Personalexperte rät Jungen, sich nicht mehr an vermeintlich sicheren Jobs im kaufmännischen Bereich oder im Dienstleistungssektor zu orientieren, sondern einen Schritt weiter zu denken. «Heute geht der Trend klar in die Richtung von Berufen, die Lösungen für die Zukunft bringen.»

20 Minuten hat vier aussichtsreiche Branchen herausgesucht, in die Lehrabgänger mit Berufsmatura einsteigen können.

Lebensmitteltechnologie

Immer besser, immer gesünder - die Ansprüche der Konsumenten ans Essen steigen. Spezialisten, die diese Qualität sicherstellen, sind bei Nahrungsmittelkonzernen gefragt. Eine Karriere in dieser Branche starten können Jugendliche beispielsweise mit einer Lehre als Lebensmitteltechnologe. Weiter auf der Karriereleiter gehts dann auf der Fachhochschule. Doch auch andere Lehrabschlüsse sichern das Ticket in die Branche: Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften lässt für den Lebensmitteltechnologie-Studiengang auch Drogisten, Laboranten oder Pharma-Assistenten zu. Der durchschnittliche Monatslohn eines Angestellten mit höherem Abschluss beträgt laut dem Lohnbuch des Kantons Zürich rund 8100 Franken.

Gebäudetechnik

Das Thema Energie ist einer der Megatrends der Zukunft. Wie Energie in Gebäuden eingesetzt und gespart werden kann, wissen Gebäudetechnik-Ingenieure. Fuss fassen in dieser Branche können Lehrabsolventen eines Gebäudetechnik- oder Elektrotechnikberufs: Automatiker, Elektroinstallateure, Mediamatiker, Heizungs- oder Sanitärmonteure, heisst es auf der Website der Hochschule Luzern. Einem 26- bis 30-jährigen Prüf- und Chefingenieur in der Gebäudetechnik winken laut Lohnbuch 8500 Franken Monatslohn.

Bauingenieurswesen

Sei es der Gotthard-Basistunnel oder eine spektakuläre Brücke: Bei solchen Bauten sind Bauingenieure die führenden Köpfe. Gute Voraussetzungen bringen etwa ausgebildete Bauzeichner, Geomatiker, Hochbauzeichner, Maurer oder Zimmermänner mit. Sie erfüllen laut der Fachhochschule Nordwestschweiz die Zulassungsbedingungen. Die Löhne in der Branche lassen sich sehen: Ein 31- bis 35-jähriger Projektleiter verdient monatlich rund 9900 Franken, heisst es im Lohnbuch.

Raumplanung

Bei einer wachsenden Bevölkerung gewinnt die Entwicklung und Gestaltung von Quartieren, Dörfern und Städten an Bedeutung. Für eine wirtschaftliche, soziale und ökologische Siedlungsgestaltung sind Raumplaner verantwortlich. Die Ausbildung an der Hochschule für Technik in Rapperswil antreten können Lehrabgänger aus einem mit der Branche verwandten Beruf, beispielsweise Geomatiker oder Zeichner. Ein leitender Raumplaner kassiert laut Lohnbuch 9700 Franken im Monat.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zürcher am 04.07.2014 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Automatiker

    Habe nur eine Lehre absolviert, will nicht studieren gehen oder ne FH absolvieren, denn mein Job gefällt mir so wie er ist... Aber schlussendlich biste als normaler Arbeiter einfach einen Dreck wert... Irgendwie versteht ein Grossteil der Leute nicht, dass man auch mit einem "normalen" Job und ohne extra Papierchen wie Studium etc. zufrieden und glücklich sein kann! Versteht doch endlich, dass ihr auch Leute unterhalb der Teppichetagen braucht und vorallem auch gute Leute, welche Freude am Job haben und nicht nur die, welche für ein Studium zu blöd sind...

  • Christian R. am 04.07.2014 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Die Realität

    Wo bitte kann ein Handwerker noch 8500 Franken verdienen? Das Gewerbe selbst hat den Facharbeiter faktisch abgeschafft. Man wird wird mit Zugewanderten mit niedriger Bildung auf auf die gleiche Stufe gesetzt und so behandelt. Jammern man bekomme keine Fachkräfte aber einen fairen Lohn bezahlen dann doch nicht. Das ist die Realität.

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  • Renato von Bühlern am 04.07.2014 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Berufserfahrung zählt oft mehr?

    Ich habe durch glückliche Umstände eine recht anspruchsvolle Stelle als IT System Engineer direkt aus meiner Lehre raus besetzt. Nach 4-5 Jahren bei meinem aktuellen Arbeitgeber wollte ich neue Herausforderungen bei einer anderen Firma annehmen und habe mich auf genau die gleiche Stelle aber bei anderen Firmen beworben. Da hiess es dass mein Arbeitszeugnis beindruckend sei aber um den Job zu kriegen braucht man eine höhere Ausbildung! Dass ich seit 5 Jahren genau den gleichen Job in einer Firma einnehme interessiert da keinen einzig ob ich eine HF oder FH Ausbildung habe! Soviel zur Erfahrung!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Andre Bucher am 04.07.2014 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Boombranche vergessen

    Pflegfachperson HF in der Rehabilitation und Langzeitpflege (Alters- und Pflegeheime, Behinderte usw.) verdienen in Zürich ab Lehre ab 5`000Fr./Monat. Mit Berufserfahrung: 6000-7000Fr. sowie aufstieg innerhalb der ersten 4 Jahre zur Gruppenleitung sehr gut möglich und dann mit Gehalt um 8`000Fr./Monat. Stationsleitungen und Leitung Pflegedienst sowei Stabsdienste bewegen sich noch darüber. Da enorm viele freie Stellen muss man sich schon fast Dumm anstellen nicht weiter zu kommen! Medizin ist DIE Boombranche mit dem gerinsgten Nachwuchs (50% der Stellen sind auch dieses Jahr nicht besetzt!!).

  • Schwester am 04.07.2014 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau

    Haha ja genau. Wo bleibt bitte das Pflegepersonal ;-)????

  • (; am 04.07.2014 10:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lehre mit BM

    also ich mache meine lehre berufsbegleitend mit der berufsmatura! dann kann ich nach der lehre direkt studieren an jeder fachhochschule oder die passerelle und an jede uni! ich finde diesen weg viel besser als gym dann matur dann uni! mit der lehre arbeitet man schon und lernt vieles im leben!

  • Student am 04.07.2014 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Immer die gleiche Leier

    Was soll das alles? Es braucht in unserer Gesellschaft alle und jeden. Ich (studiere Elektro- und Kommunikationstechnik, nach einer Lehre) habe den grössten Respekt vor den Leuten, die Tag für Tag draussen auf der Baustelle arbeiten. Ehrlich, in einem Bürostuhl sitzen kann jeder. Zum Glück gibts in unserer Gesellschaft die unterschiedlichsten Aufgaben, manche erfordern mehr Köpfchen, andere ein handwerkliches Geschick. Es braucht JEDEN. Und wenn der Lohn das einzige motivierende in dem Beruf ist, würde ich mir einmal über einen Perspektivenwechsel Gedanken machen.

  • Student mit handwerklichem Nebenjob am 04.07.2014 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Studenten

    Kenne keinen Studenten der sich je negativ über die Berufslehre geäussert hat, aber offenbar geben sich viele Mühe das Studium bei jeder Gelegenheit schlecht zu reden. Schlussendlich sitzen wir alle im gleichen Boot.