Neue App

29. Mai 2018 12:22; Akt: 29.05.2018 13:07 Print

Mobility will Schweizer zum Carsharing bewegen

Die Schweizer sitzen zu oft allein im Auto, findet die Carsharing-Firma Mobility. Sie lanciert deshalb eine neue App, die zum Mitfahren animieren soll.

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Wer mit dem Auto pendelt, ist in den meisten Fällen allein im Auto unterwegs. Das zeigen Zahlen des Bundes. Auf dem Arbeitsweg sitzen im Schnitt gerade einmal 1,1 Personen im Fahrzeug. Nimmt man alle Fahrkategorien zusammen – also inklusive der Wege zur Ausbildungsstätte oder zum Einkauf – beträgt der sogenannte Besetzungsgrad von Autos auf Schweizer Strassen 1,56 Personen.

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Das ist zu wenig, findet die Carsharing-Firma Mobility und rechnet vor: Wenn 100 Personen täglich mit dem Auto zwischen Luzern und Zürich hin- und herpendeln, tun sie dies mit 90 Fahrzeugen. «Das macht weder ökologisch noch ökonomisch Sinn. Deshalb lancieren wir die neue Mitfahr-App Mobility Carpool», sagt Firmensprecher Patrick Eigenmann. Über die App sollen Autofahrer mit potenziellen Mitreisenden zusammengebracht werden. Klappt es mit dem Carpool, zahlt der Mitfahrer zwischen 3 Franken (Fahrten bis 10 Kilometer) und 18 Franken (ab 150 Kilometer). 80 Prozent dieses Preises gehen an den Fahrer, der Rest an Mobility.

«Angst, den engen Raum zu teilen»

Auf der App lassen sich Fahrten mit Mobility-Fahrzeugen, aber auch mit Privatautos teilen. Eigenmann ist sich bewusst, dass die Schweizer erst einmal mit der Idee des Carpooling warm werden müssen: «Es gibt sicher Berührungsängste, den engen Raum im Auto mit Fremden zu teilen. Diese Ängste wollen wir abbauen.»

So können sich die Fahrer und Mitfahrer auf der App öffentlich bewerten. Zudem muss der Nutzer zwingend ein Profilbild hochladen. Auch kann der Passagier jederzeit die Autonummer seines Fahrers einsehen – bei einer Buchung sieht er schliesslich auch die Telefonnummer.

Breite Akzeptanz schwierig

Thomas Sauter-Servaes, Leiter des Studiengangs Verkehrssysteme an der ZHAW, sieht Carpooling als «wesentlichen Baustein für nachhaltigen Verkehr». Deshalb begrüsst er den Vorstoss von Mobility, sieht gleichzeitig aber auch viele Hürden. «Eine weitere Carpool-App ist zwar schön und gut, aber die relevanten Anteile der Bevölkerung fürs Mitfahren bei anderen zu begeistern – das ist die Krux.»

Eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung liesse sich nur erreichen, wenn die Autofahrer durchs Carpooling eine echte Zeitersparnis erzielen würden, so der Experte. «Dafür bräuchte es Extra-Spuren auf der Strasse, ähnlich wie die Carpool Lanes in den USA, auf denen volle Fahrzeuge an den anderen vorbeifahren dürfen.» Denkbar wäre hierfür die Freigabe des Standstreifens, so Sauter-Servaes. Solche Ideen hätten aber bisher politisch kein Gehör gefunden.

(vb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • adi am 29.05.2018 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eidgenössisch Diplomierter Fahrsicherheitstester

    Ganz ehrlich, bei den üblichen Mobility Fahrern würde ich nicht einsteigen.

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  • EconomyStudent am 29.05.2018 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Uber

    Dann sind wir aber schon bald bei dem Konzept von Uber. Und dieses Konzept wird ja in der Schweiz und vielen Teilen Europas verschmäht.

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  • Dipl. Komentator am 29.05.2018 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da war doch was

    Ich erinnere mich an einen lauten Aufschrei als Uber kamm und dieses Prinzip erinnert stark an Uber.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Husch am 30.05.2018 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    Carpoolfahrspur?

    Den Pannenstreifen freigeben, so ein Schwachsinn. Wenn ein Pannenfahrzeug da steht (ist ja dafür gedacht) kracht so ein Pooldriver mit 120 Sachen darauf? Na toll!!

  • Wuschel am 30.05.2018 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    ich liebe die Ruhe!

    ich sitze den ganzen Tag in einem Grossraumbüro - ich bin einfach froh wenn ich im Auto mal für mich ALLEINE sein kann- und manchmal stelle ich sogar noch das Radio aus damit ich einfach einen Moment Ruhe nur für mich geniessen kann! Da will ich nicht noch fremde Personen dabei haben wo mir vielleicht unbedingt noch erzählen wollen wie ihr Tag war. Danke, absolut kein Bedarf! Einer wo mir den Kopf zu textet würde ich vermutlich auf dem Pannenstreifen aussetzen!

  • Antonov am 30.05.2018 12:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Is klar..

    Schweizer und ihr Auto teilen lool, als ob ein Schweizer sein Auto teilt. Das ist so als würde man behaupten dass die Leute keine Vorurteile gegeüber andere Kantone hätten.

  • Susi Schlüpfer am 30.05.2018 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Innovation

    Toll mach ich sofort mit. Kann ich neue Dates erschliessen und mit coole Mann dann wieder abmachen, sofern er Geld hat und mich will einladen und so :-)

  • onlione am 30.05.2018 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    ..nein danke..

    ...werde ich niemals tun. Will meine Ruhe haben beim fahren und nicht Leute herumkutschieren die entweder nach Schweiss riechen oder nach Zigarette und meinen sie müssten unbedingt etwas reden.