Traditionsmarke

23. Oktober 2019 08:08; Akt: 23.10.2019 10:39 Print

XXXLutz schnappt sich Möbel Pfister

Das Traditionsmöbelhaus Pfister wird an die österreichische XXXLutz-Gruppe verkauft. Für die Angestellten soll sich dabei nichts ändern.

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Es ist das Ende eines Stücks Schweizer Unternehmensgeschichte. Das Einrichtungshaus Möbel Pfister geht in ausländische Hände über. Die österreichische XXXLutz-Gruppe erwirbt dieses von der bisherigen Eigentümerin, der F. G. Pfister Holding.

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Im Rahmen des Verkaufs geht nicht nur die Möbel Pfister AG, sondern auch die bisher der Pfister Holding gehörenden Töchter Arco Regio, Pfister Professional sowie die Pfister Vorhang Service AG in den Besitz von XXXLutz über. Angaben zum Kaufpreis wurden in der Mitteilung nicht gemacht.

Keine Entlassungen

Die bisherigen Markennamen Möbel Pfister, Hubacher, Egger und Svoboda werden aber beibehalten, wie die F. G. Pfister Holding am Mittwoch mitteilte. Für die 1800 Mitarbeitenden werde sich durch den Verkauf nichts ändern.

Alle Angestellten der Pfister Gruppe würden zu den gleichen Konditionen wie bisher weiterbeschäftigt. «Es wird zu keinen Entlassungen kommen», schrieb das Unternehmen.

«Anspruchsvolleres Umfeld»

Als Grund für den Verkauf nannte die F. G. Pfister Holding, dass es für Einrichtungshändler immer anspruchsvoller werde, sich im «zunehmend globalisierten und kompetitiven Marktumfeld weiterzuentwickeln».

Zwar schreibe Möbel Pfister nach wie vor schwarze Zahlen, doch sei der Verkauf an die Österreicher in diesem Umfeld die «bestmögliche Option für die Unternehmen und die Mitarbeitenden», wurde Rudolf Obrecht, Verwaltungsratspräsident der F. G. Pfister Holding zitiert. Die Holding hielt bisher 100 Prozent der Aktien all ihrer Tochtergesellschaften.

Der neue Eigentümer von Möbel Pfister betreibt aktuell 297 Einrichtungshäuser in zwölf europäischen Ländern, beschäftigt gut 22'200 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 4,4 Milliarden Euro.

XXXLutz war erst im September 2018 mit einem eigenen Möbelhaus in den Schweizer Markt eingetreten. Erster Standort war ein 15'000 Quadratmeter grosses Geschäft im aargauischen Rothrist.

Rücktritt von Pfister-Chef

Erst im September war bei der Möbel Pfister AG Chef Matthias Baumann zurückgetreten – offiziell aus persönlichen Gründen. Derzeit leitet Gruppen-Finanzchef Ivan Bosin das Möbelhaus ad interim.

Baumann ist der Schwiegersohn von Alt-Bundesrat Christoph Blocher und mit dessen Tochter Miriam, der Besitzerin des Basler Läckerli-Huus, verheiratet. Nach Baumanns plötzlichem Abgang war in Medienberichten über die Gründe spekuliert worden.

Während Baumann sich selbst nicht äussern wollte, hatte Blocher der «Schweizer Illustrierten» gesagt, dass sein Schwiegersohn und das Unternehmen «sich über die künftige Ausrichtung in diesem sehr schwierigen Markt nicht mehr einig» gewesen seien.

(kat/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Minneli am 23.10.2019 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Ein Schweizer Unternehmen mehr in ausländischer Hand. Der Ausverkauf der Schweiz geht weiter.

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  • Ursula am 23.10.2019 08:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strasse

    Wer das noch glaubt träumt wohl. Diese Versprechen werden bei Übernahmen dauernd gemacht und 2 Jahre später schliesst man und es stehen alle auf der Strasse.

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  • Swissman am 23.10.2019 08:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bye Pfister

    Wieder geht ein Stück schweizer Traditionsunternehmen zu ende. Warum verkaufen wir uns

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Die neusten Leser-Kommentare

  • veritas04 am 27.10.2019 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    Logisch!

    Wenn man kurz vor der Pleite steht, muss man eben zu jedem Preis verkaufen! Wer würde schon eine Goldgrube verkaufen?

  • Leon am 24.10.2019 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Schade. Wirklich schade... Aber wir als Konsumenten sind leider selber verantwortlich. Wenn halt alle lieber bei Ikea billig einkaufen.

  • MILF am 24.10.2019 15:22 Report Diesen Beitrag melden

    ich sag's mal so

    "Spreizt Du die Beine, fliegen die Scheine."

    • Bitte!! am 24.10.2019 15:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @MILF

      Möbel Pfister ist und war nie ein Staatsunternehmen!!

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  • CH1975 am 24.10.2019 06:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mir reicht's

    So mir reicht's. Schon wieder ein CH Unternehmen futsch. Ich habe bei Pfister noch ein Möbelstück bestellt. Das werde ich nun stornieren. Und XXXLutz wird in Zukunft für mich gar nicht existieren.

    • Peinlich am 24.10.2019 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @CH1975

      Wie ein kleines bockiges Kind. Dein bestelltes Möbel ist nicht von Pfister oder xxxlutz hergestellt sondern nur verkauft. Ihr Schweizer seid so, sagen wir mal anders wie normal.

    • Ulrich am 25.10.2019 08:52 Report Diesen Beitrag melden

      Doch doch..

      Es wurde aus Schweizer "Tropen"holz aus Langenthal hergestellt. Bearbeitet in Uri, verklebt in Schwyz und Transport durch ein Zürcher Unternehmen. Natürlich nur eidgenössische Hände am Werk.

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  • Andy Honegger am 24.10.2019 00:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausverkauf der Heimat

    Pfister bleibt Pfister - wie lange? Weder Name noch Stil werden lange halten. Ein Billigsthüzer steigt nicht ins gehobenere Segment ein.

    • Toni am 24.10.2019 09:06 Report Diesen Beitrag melden

      Billigsthüzer?

      Waren Sie denn schon mal in einem Lutz-Möbelhaus? Anscheinend nicht, sonst wüsste Sie, dass Sie dort Möbel überwiegend von Marken-Hersteller und Designer bekommen, allerdings halt nicht zu schweizer Preisen ... Übrigens kann man bei Lutz auch hervorragend speisen, z.B. einen Zwiebelrostbraten auf den Punkt gebraten zum Preis einer Olma-Bratwurst in einem schweizer Restaurant

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