Hausmeister verklagte Monsanto

11. August 2018 01:13; Akt: 11.08.2018 08:47 Print

Millionenstrafe gegen Bayer-Tochter

Ein an Lymphdrüsenkrebs erkrankter Mann bekommt knapp 300 Millionen Dollar zugesprochen. Er ging gegen den Grossagrarkonzern vor.

Monsanto muss Millionen zahlen: Der Hausmeister machte den Agrarkonzern für seine Krebserkrankung verantwortlich. (Video: Tamedia/AFP)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein US-Gericht hat den Agrarkonzern Monsanto zur Zahlung von 285 Millionen Dollar Schmerzensgeld verurteilt, weil seine glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmittel Krebs verursacht haben sollen. Die Mittel hätten «wesentlich» zur Krebserkrankung des Klägers beigetragen, befand das Geschworenengericht am Freitag in San Francisco. Das Geld wurde dem ehemaligen Hausmeister Dewayne Johnson zugesprochen, der unheilbar an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist und die Herbizide von Monsanto dafür verantwortlich macht.

Monsanto muss Millionen zahlen

Die Geschworenen-Jury begründete das Urteil mit dem Versäumnis von Monsanto, den Kunden davor gewarnt zu haben, dass die Herbizide Krebs auslösen könnten. Dadurch habe sich der Konzern der «Heimtücke» schuldig gemacht. Der 46-jährige Kläger hatte die Herbizide als Hausmeister mehrerer Schulen über Jahre hinweg in grossen Mengen angewendet.

Monsanto sieht keine Krebsgefahr

Im Zentrum des Verfahrens stand die Frage, ob die in den Unkrautvernichtungsmitteln Roundup und RangerPro enthaltene Chemikalie Glyphosat möglicherweise eine krebsauslösende Wirkung hat. Monsanto, das seit kurzem zum Bayer-Konzern gehört, bestreitet eine krebsauslösende Wirkung seines Produkts.

Unter Experten ist hochumstritten, ob Glyphosat tatsächlich Krebs verursachen kann. Die US-Umweltbehörde EPA und auch die Aufsichtsbehörden in der EU und Deutschland gelangten zu dem Schluss, dass keine Krebsgefahr von dem Herbizid ausgeht. Dagegen hatte die zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) vor drei Jahren konstatiert, dass Glyphosat «wahrscheinlich krebserregend bei Menschen» sei.

In den USA machen tausende Krebskranke Monsanto für ihr Leiden verantwortlich. Ein Bundesrichter in San Francisco hatte im vergangenen Monat mehr als 400 weitere Klagen wegen der möglichen krebsauslösenden Wirkung des Unkrautvernichtungsmittels zugelassen.

(roy/afp)

sentifi.com

20min_ch_app Sentifi Börseneinblicke aus den sozialen Medien

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Appenzeller am 11.08.2018 07:54 Report Diesen Beitrag melden

    halt typisch Amerika

    Sehr interresant, jetzt wo Monsanto in Deutschen Händen ist lassen die US Gerichte plötzlich Klagen gegen den ehemaligen US Konzern Monsanto zu.

    einklappen einklappen
  • Weiter So! am 11.08.2018 07:35 Report Diesen Beitrag melden

    Die USA sind das Problem los

    nun darf sich Bayer und Deutschland um die Schadenersatzorderungen kuemmern. Toll gemacht...

    einklappen einklappen
  • urs am 11.08.2018 07:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gift

    Man sollte dieses zeug verbieten. Das ist doch pures Gift dass wir sogar auch essen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pete am 12.08.2018 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    Kleines Update:

    Monsanto hat bereits angekündigt Berufung einzulegen. Wie es sich bei einer unrechtmässigen Verurteilung gehört.

  • am 11.08.2018 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    warum?

    Hat Monsanto etwas verbotenes verkauft? Warum diese Busse.

    • Heidi Heidnisch am 12.08.2018 08:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @pü

      Wenn Dir ein Dealer Ecstasy verkauft, und in Wirklichkeit ist es Arsen, dann wird er auch wegen Gefährdung des Lebens angeklagt. Es ist inzwischen erwiesen, dass Monsanto über die Gefährlichkeit von Glyphosat, bzw. die Kombination in Roundup, seit Jahrzehnten Bescheid weiss, aber dies verschleiert hat.

    • JohnDoe_ZH am 12.08.2018 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @pü

      Erst mal informieren wäre auch kein Seich...

    • JohnDoe_ZH am 12.08.2018 21:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heidi Heidnisch

      Nicht nur Monsanto wusste das... Da haben viele Menschen viel Geld mit Schweigen verdient...

    einklappen einklappen
  • Mark P am 11.08.2018 17:48 Report Diesen Beitrag melden

    Chemieindustrie

    Das Wort Pestizide stammt von Pest ab. Eine Krankheit die eigentlich als ausgerottet gilt. Die Klage ist natürlich U.S mässig irrwitzig aber es trifft den Punkt. Wir werden systematisch vergiftet von denen die uns dann das Gegenmittel verkaufen..

    • Pfau am 12.08.2018 14:08 Report Diesen Beitrag melden

      Planzenschutz

      Heute wurd das Gift Pflanzenschutzmittel genannt. Menschenschutz ist da nicht inbegriffen.

    einklappen einklappen
  • Matt am 11.08.2018 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehts noch?

    Ohne jegliche Beweise wird ein Konzern nur durch Mutmassungen verurteilt? - Aber Hallo?

    • Frank the Tank am 11.08.2018 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Matt

      Wieso Mutmassungen? 800 Studien beweisen das Glyphosat ungefährlich ist. Alle anderen Studien die nicht von den Agrar-Chmiekonzernen quersubventioniert wurden sagen das Gegenteil. Wem glauben sie jetzt.

    • Heidi Heidnisch am 12.08.2018 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Matt

      Anwälte von Monsanto verpassten eine Frist, um Dokumente einzureichen, die diese Aufzeichnungen während eines Prozesses geheim halten würden. Die Frist war der 31. Juli 2017 und jetzt sind die Dokumente öffentlich. Mehr als 75 Dokumente, darunter haarsträubende Textnachrichten und Diskussionen über Zahlungen an Wissenschaftler, über 700 Seiten, die beweisen, dass Monsanto darüber informiert war, dass Menschen wegen Roundup an Non-Hodgkin-Lymphomen erkrankten , eine Art von Blutkrebs.

    • JohnDoe_ZH am 12.08.2018 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Matt

      Sie kennen Monsanto? Ich erklär es Ihnen, wenn wir alle am Tropf hangen und abserbeln, dann haben wir genug Zeit...

    einklappen einklappen
  • adrian am 11.08.2018 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    skandal ist einzig das späte urteil

    skandal, dass die nicht schon früher verklagt wurden

    • Armin am 11.08.2018 18:50 Report Diesen Beitrag melden

      Adrian weisst du wieso ?

      Kennst du den "Monsanto Protecting act"? Der wurde vom Heiligen Obama eingeführt. Google es mal.

    einklappen einklappen