Thailand unter Wasser

06. Dezember 2011 07:24; Akt: 06.12.2011 17:43 Print

Monsterflut kostet Swiss Re 600 Millionen

Rückversicherer Swiss Re kommen die Überschwemmungen in Thailand teuer zu stehen. Die Kosten belaufen sich auf rund 600 Millionen Dollar und noch ist kein Ende in Sicht.

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Am 25. Oktober 2011 muss der alte Flughafen Don-Mueang den Betrieb einstellen, nachdem das Wasser diesen erreicht hat. Rund 30 000 Bewohner der Umgebung des Flughafens müssen vor den Fluten fliehen. 24.10.2011: Das Hochwasser rückt immer näher an Bangkoks Innenstadt. In einem Aussenbezirk waten die Menschen bereits auf einem Markt durch knietiefes Wasser. Verkäufer schützen ihre Geschäfte mit Sandsäcken. Buddhistische Mönche bringen sich und das Mobiliar ihres Klosters in Bangkok am 21. Oktober in Sicherheit. Das Wasser nähert sich der thailändischen Hauptstadt. 21.10.2011: In Pathum Thani bringen Einwohner ihr Hab und Gut in Sicherheit. Noch bleibt das Zentrum von Bangkok trocken. Eine Hauptstrasse durch Bangkok zur Hauptverkehrszeit: Normalerweise herrscht hier Stossverkehr. Viele Bewohner Bangkoks haben ihre Fahrzeuge auf höhergelegene Brücken in Schutz gebracht. In Bang Bua Thong haben Einheimische das ideale Transportmittel gefunden. Soldaten ruhen sich in Pathum Thani auf Sandsäcken aus. 20.10.2011: Eine geflutete Strasse in Pathum Thani, einem Vorort von Bangkok. In Bang Bua Thong in der Provinz Nonthaburi ist ein Schutzwall aus Sandsäcken und Erde geborsten. Weitere Bilder aus Bang Bua Thong. Einwohner flüchten vor den enormen Wassermassen. Ein Wohngebiet ausserhalb von Bangkok steht unter Wasser. In Thailand richten die schlimmsten Überschwemmungen seit Jahrzehnten grossen Schaden an. Allerdings machen den Menschen nicht nur die Fluten zu schaffen. In der Königsstadt Ayutthaya, die in der Nähe von Bangkok liegt, bedrohen Krokodile die Bevölkerung. Durch die Fluten wurden die Reptilien aus einer Zucht ins Freie geschwemmt. Vereinzelt konnten die Krokodile wieder eingefangen werden. Der Staat hat eine Prämie ausgesetzt für Krokodile, die lebendig zurückgebracht werden. Sandsäcke haben am 15. Oktober verhindert, dass Bangkok in ein Hochwasserchaos gestürzt wurde. Das Wasser ist weiter auf dem Vormarsch. Dämme schützen die grösste Stadt Thailands vor den Fluten. Nach massiven Regenfällen sind weite Teile Thailands überschwemmt. Die Monster-Flut erreichte am 12. Oktober die Region Ayutthaya. Rund 300 Menschen verloren dabei ihr Leben (Stand 17.10 2011). Ein Drittel aller Provinzen ist Katastrophengebiet. Vielerorts ist die Bevölkerung von der Aussenwelt abgeschnitten und muss per Helikopter versorgt werden. Auch die Strassen sind in vielen Dörfern und Städten nicht mehr passierbar. In Ayutthaya wurden Tempelanlagen überschwemmt. Deshalb mussten auch die bei den Tempeln lebenden Elefanten evakuiert werden. Ältere Menschen mussten in Notunterkünften Unterschlupf suchen. Andere retteten sich per Boot vor den Fluten. In Ayutthaya und weiter südlich Richtung Bangkok werden fieberhaft Dämme aufgeschüttet... ...Sandsäcke gefüllt... ...und so deponiert, dass ... ...das Wasser möglichst wenig Schaden anrichten kann.

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Die Verwüstungen durch die schweren Überschwemmungen in Thailand belasten Swiss Re schätzungsweise mit 600 Mio. Dollar. Der Betrag erhöht die sehr hohen Kosten des Rückversicherers durch Naturkatastrophen im laufenden Jahr weiter.

Regenfälle haben zwischen Juli und Oktober in Nord- und Zentralthailand Fluten ausgelöst, in denen über 600 Menschen ums Leben kamen. Mehrere Millionen Tonnen von Erntegütern wurden zerstört und in verschiedenen grösseren Industrieparks konnte nicht mehr gearbeitet werden.

Thailand ist ein wichtiger Standort für Zulieferer. Die Fluten unterbrachen während Wochen die Produktion von Bauteilen für die globale Automobilindustrie und Hersteller von digitalen und elektrischen Systemen. Die Katastrophe traf vor allem Firmen, die japanischen Konzernen gehören bzw. nach Japan liefern.

Nur Schätzung möglich

Die vor allem durch Produktionsstopps und den Unterbruch von Lieferketten entstandene Schadenlast von 600 Mio. Dollar verbucht Swiss Re im vierten Quartal 2011. «Es könnte aber sein, dass eine Korrektur nach oben oder nach unten gemacht werden muss», sagte Konzernsprecherin Simone Lauper am Dienstag der Nachrichtenagentur SDA.

Damit erhöht sich 2011 die Schadenlast für Swiss Re weiter deutlich. Allein für die Erdbebenkatastrophen in Neuseeland und Japan sowie Fluten in Australien im ersten Quartal muss der weltweite Branchenzweite mit 2,3 Mrd. Dollar aufkommen. Im Auftaktquartal wies Swiss Re 665 Mio. Dollar Verlust aus.

Trotzdem schwarze Zahlen

Dank der profitablen Quartale Zwei und Drei fand Swiss Re zurück in die schwarzen Zahlen. Auch die Thailand-Lasten dürften ein profitables Gesamtjahr nicht gefährden. Die Analysten der Bank Vontobel befürchten allerdings, dass eine Dividende von 2,75 Fr. pro Aktie wie im Vorjahr nicht mehr sicher möglich sei.

Der Markt hatte mit einer tieferen Schadenlast aus dem Fluten gerechnet. Laut dem Versicherungsexperten der Zürcher Kantonalbank, Georg Marti, macht die Belastung 27 Prozent des Vorsteuergewinns nach neun Monaten aus: Dies sei «erheblich», schreibt er. An der Börse verlor die Swiss-Re-Aktie bis zum Mittag 0,5 Prozent.

Milliardenschäden durch Flut

Der versicherten Risiken in den Industrieanlagen, die von den Überschwemmungen heimgesucht wurden, betragen laut Swiss Re 20 Mrd. Dollar. Der Rückversicherer stützt sich dabei auf Angaben des thailändischen Office of Insurance Commission.

Die Schätzungen für die versicherten Schäden bewegen sich zwischen 8 und 11 Mrd. Dollar. Die durch die Überschwemmung verursachten Schäden beim Gewerbe und in der Grossindustrie decken Allgefahrenversicherer ab. Von den Eigenheimbesitzern und Kleinunternehmern sind nur 1 Prozent versichert.

Aktientitel fast unverändert

An der Schweizer Börse schlossen die Wertpapiere von Swiss Re bei 49,53 Franken, was einer leichten Einbusse von 0,3 Prozent gegenüber dem Vortag entspricht.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pierre D. am 06.12.2011 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Spenden für Thailands Fluten

    Was ist mit Thailand, los Schweizer...spenden ist angesagt...wir helfen!!!

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  • Büezer am 06.12.2011 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    ähm - 600Mio?

    Als ob 600 Millionen für Swiss Re ein Haufen Geld wäre...

  • Osci N. am 06.12.2011 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Versicherungen sind sozial

    Spenden sind gut und recht. Jedoch sollte man den Leuten das Fischen beibringen. D.h. Liebe Leute, seid sozial. Engagiert euch mit Mikrokrediten und Mikroversicherungen, und zeigt den Einheimischen unser geniales Konzept.

Die neusten Leser-Kommentare

  • mädä am 06.12.2011 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    nicht nur natur ist schuld

    es stimmt nicht das nur die regenfälle schuld waren an der überschwemmung. das kontinuierliche leeren der staudämme wurde versäumt, obwohl der könig mehrere male darauf hingewiesen hatte. die industrie, landwirtschaft ignorierte dies, da es in den letzten jahren nie viel geregnet hatte in der regenzeit. dies führte dazu das staudämme, die zum bersten voll waren entleert werden mussten. die regierung thailands trägt eine grosse mitschuld an dieser katastrophe. eine tragödie welche die regierung ihrer bevölkerung selbst zugefügt hat.

  • Büezer am 06.12.2011 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    ähm - 600Mio?

    Als ob 600 Millionen für Swiss Re ein Haufen Geld wäre...

  • Osci N. am 06.12.2011 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Versicherungen sind sozial

    Spenden sind gut und recht. Jedoch sollte man den Leuten das Fischen beibringen. D.h. Liebe Leute, seid sozial. Engagiert euch mit Mikrokrediten und Mikroversicherungen, und zeigt den Einheimischen unser geniales Konzept.

  • Pierre D. am 06.12.2011 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Spenden für Thailands Fluten

    Was ist mit Thailand, los Schweizer...spenden ist angesagt...wir helfen!!!

    • Marcel, Luzern am 06.12.2011 12:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      König

      Warum Spenden? König-von-thailand-reichster-koenig-der-welt.

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