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16. September 2011 06:23; Akt: 17.09.2011 17:09 Print

Moody's erwägt Herabstufung der UBS

Die Ratingagentur Moody's zieht es in Betracht, die Kreditwürdigkeit der UBS herabzustufen. Dies als Reaktion auf den gestern aufgedeckten Milliarden-Betrugsfall.

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Der damals 28-Jährige Nick Leeson hat mit illegalen Spekulationen an der Börse in Singapur einen Verlust von weit mehr als einer Milliarde Euro für das Bankhaus Barings angehäuft. Er hatte die Bank in den Ruin getrieben. Leeson sass dafür dreieinhalb Jahre in Singapur im Gefängnis. Barings wurde für ein symbolisches Pfund von der niederländischen Bankengruppe ING gekauft. Die japanische Daiwa-Bank verliert 1,1 Milliarden Dollar nach unautorisierten Geschäften des Anleihehändlers Toshihide Iguchi, der zum Management in den USA gehört. Er wandert 1996 ins Gefängnis. Yasuo Hamanaka hatte seinen Spitznamen «Kupferfinger» nicht von ungefähr. Der Angestellter des Handelshauses Sumitomo Corporation in Japan namens zockte lange Zeit erfolgreich auf steigende Kupferpreise. Über massive Ankäufe konnte er selbst den Kupferpreis in die Höhe treiben, übernahm sich aber am Ende und brockte seinem Arbeitgeber 1,8 Milliarden Euro Verlust ein. Er wurde 1998 zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Dollar an Gehalt und Boni ein. Rusnak wird zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der Hedgefonds Amaranth Advisors LLC fährt nach fehlgeschlagenen Wetten auf Erdgaspreise unter dem Händler Brian Hunter einen Verlust von 6,4 Milliarden Dollar ein. Der Hedgefonds bricht wenig später zusammen. David Bullen (auf dem Bild) und Vince Ficarra, zwei ehemalige Händler der National Australia Bank , werden nach einem Betrugsskandal zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts hatten sie mit Falschbuchungen ihre Boni retten und Verluste verschleiern wollen. Die Bank kostete das 187 Millionen Dollar. Der in London ansässige Merrill-Lynch- Devisenhändler Alexis Stenfors erhält ein mindestens fünfjähriges Berufsverbot. Er soll seine Handelspositionen wissentlich falsch bewertet haben, um Verluste zu verschleiern. Der Bank brockte er Abschreibungen in Höhe von 456 Millionen Dollar ein. Der Händler Steve Perkins vom Londoner Brokerhaus PVM Oil Futures häuft nach einer Reihe unautorisierter Geschäfte einen Verlust von fast zehn Millionen Dollar an. Seine Spekulationen sollen den Ölpreis weltweit nach oben getrieben haben. Der Händler Evan Dooley (nicht auf dem Bild) von MF Global wird wegen Betrugs angeklagt, nachdem er 141 Millionen Dollar mit Weizen- Futures verzockt hatte. Der Vorfall wurde im Dezember 2009 bekannt, als die US-Aufsichtsbehörden dem Brokerhaus eine Strafe von zehn Millionen Dollar wegen unzureichender Risikokontrollen aufbrummten. Ex-SocGen-Händler Jerome Kerviel wird zu fünf Jahren Haft verurteilt, zwei davon auf Bewährung. Ein Gericht befindet ihn der Veruntreuung, des Computermissbrauchs und der Fälschung schuldig. Kerviel hatte ohne Legitimation Positionen im Volumen von 50 Milliarden Euro aufgebaut - mehr als der Börsenwert der Bank. Es kostete 4,9 Milliarden Euro, um diese wieder aufzulösen. Den Verlust soll Kerviel seinem Arbeitgeber zurückzahlen.

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Als Reaktion auf einen von einem Mitarbeiter der Schweizer Grossbank UBS verursachten Milliardenschaden erwägt die Ratingagentur Moody's eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit der Bank.

Der Schaden von schätzungsweise zwei Milliarden Dollar, den ein Angestellter durch nicht genehmigte Transaktionen verursacht habe, zeige erneut «Schwächen im Risikomanagement» der UBS auf, erklärte die Agentur am Donnerstag.

Es sei zwar anzunehmen, dass die Bank den Verlust verkrafte. Hingegen sei fraglich, ob sie zur Reorganisation ihrer Geschäftsabläufe fähig sei, hiess es.

Der Vorfall war zuvor bekannt geworden, nachdem die Londoner Polizei den betroffenen UBS-Mitarbeiter festgenommen hatte. Moody's will nach eigenen Angaben nun das aktuelle Rating der UBS «auf eine mögliche Herabstufung» prüfen.

(sda)