Standort Stans

10. April 2019 16:26; Akt: 10.04.2019 16:43 Print

Müller Martini will 115 Stellen abbauen

Müller Martini beschäftigt 800 Mitarbeiter in der Schweiz. Der Standort Stans soll nun aber ganz aufgegeben werden.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Entgegen der konjunkturellen Lage in der Schweizer Maschinenindustrie läuft es bei Müller Martini nicht rund. Das Unternehmen hat aufgrund branchenspezifischer Umsatzschwierigkeiten eine grosse Restrukturierung bekanntgegeben.

Müller Martini weist gemäss eigenen Aussagen weltweit eine Belegschaft von 1800 Mitarbeitenden auf, darunter 800 in der Schweiz. Im Laufe dieses Jahres sollen hierzulande nun insgesamt 115 Stellen an verschiedenen Standorten gestrichen werden. Der Standort Stans soll ganz aufgegeben werden. 60 zum Teil langjährige Mitarbeiter werden dort ihre Arbeit verlieren.

Möglichst wenig Kündigungen

Gemäss der Geschäftsleitung von Müller Martini soll es zu möglichst wenigen Kündigungen kommen. Man will den Grossteil durch natürliche Fluktuation und Frühpensionierungen abbauen.

Die Geschäftsleitung macht für den Schritt das geänderte Marktumfeld verantwortlich. Der ganze Printbereich sei seit Jahrzehnten im Umbruch und verlange kleinere und flexiblere Anlagen. Ausserdem seien die Erträge im Printbereich in den letzten 20 Jahren kontinuierlich zusammengeschmolzen.

Bei den Buchbindeanlagen sei allerdings in Folge der Digitalisierung eine neue spezifische Nachfrage für Produktionskapazitäten von Miniauflagen auf Bestellung festzustellen. Müller Martini sei da gut im Rennen, allerdings bei schlechteren Preisen. Der effektive Umsatz im angestammten Bereich sei auch letztes Jahr gesunken.

Auch Lehrlinge betroffen

In Stans werden prioritär die Teile für die eigenen Anlagen gefertigt. Es sei gelungen, zusätzlich für Drittkunden am Ort zu produzieren. Allerdings sei aber absehbar, dass sich ein Grosskunde absetze.

Unter den 60 Betroffenen befinden sich 9 Lehrlinge, für die man zuversichtlich ist, dass sie ihre Lehre inner- oder ausserhalb des Unternehmens abschliessen können. Für die betroffenen Mitarbeiter, von denen einige über 50 sind, soll der bei der letzten Restrukturierung in Felben-Wellhausen ausgehandelte Sozialplan von 2013, mit spezifischen Anpassungen, zur Anwendung kommen.

Die Arbeitnehmervertretung wird nun mit der Geschäftsleitung über alle Möglichkeiten zum Erhalt der Stellen hart verhandeln.

(sda)