Fliegen

19. Mai 2019 17:39; Akt: 19.05.2019 17:45 Print

Das machen Airlines mit dicken Passagieren

von D. Vollenweider - Bei einigen ist ein zweiter Sitzplatz freiwillig, bei anderen Pflicht: Jede Airline geht mit stark übergewichtigen Passagieren anders um.

Bildstrecke im Grossformat »
«Eine einheitliche Regelung für den Umgang mit übergewichtigen Flugpassagieren gibt es bisher nicht», sagt Lukas von Zittwitz, Sprecher des Fluggasthelfer-Portals Airhelp. Die Fluggesellschaft Swiss erklärt auf Anfrage, grundsätzlich würden Probleme mit stark übergewichtigen Passagieren relativ selten auftreten. «Es kommt vor, dass stark übergewichtige Passagiere schon im Vorfeld zu ihrem eigenen Wohl einen zweiten Sitzplatz dazubuchen», sagt Sprecherin Meike Fuhlrott. Und wie reagieren die Airlines, wenn am Gate ein sehr korpulenter Passagier steht, der nur einen Sitz gebucht hat? «Tritt solch ein Fall ein, so wird versucht, eine individuelle Lösung zu finden, zum Beispiel, indem man den übergewichtigen Passagier beim Check-in so platziert, dass der Nachbarsitz frei bleibt», so Swiss-Sprecherin Fuhlrott. Eine Regelung oder Verpflichtung diesbezüglich besteht bei der Swiss allerdings nicht. Bei Lufthansa, dem Mutterkonzern der Swiss, sind Passagiere ebenfalls nicht verpflichtet, einen zweiten Sitzplatz zu reservieren. Ebenso wenig bei der Billigfluggesellschaft Ryanair, wie das Reiseportal Travelbook schreibt. Bei der KLM gilt eine Sonderregelung: Passagiere, die aufgrund ihrer Masse über den eigenen Sitz hinaus den Nachbarssitz teilweise beanspruchen, sollen für den zweiten Sitz den vollen Preis bezahlen. Das gilt auch bei Easyjet. Auch Air France rät stark Übergewichtigen, zwei Sitzplätze zu reservieren. In der Economy Class erhalten diese auf den zweiten Sitzplatz jedoch 25 Prozent Rabatt. Ist der Flug nicht ausgebucht, erhalten die Fluggäste sogar den gesamten Betrag für den zweiten Platz wieder zurück.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Der Platz wird im Flugzeug knapp berechnet. Zwischen 40 und 45 Zentimeter breit ist ein Sitz in der Economy-Class im Schnitt. Für einige Passagiere ist das zu wenig. Doch wie lösen Airlines das Problem, dass stark übergewichtige Passagiere mehr als ihren eigenen Sitzplatz in Anspruch nehmen? Und was können übergewichtige Passagiere tun?

Umfrage
Sollten übergewichtige Passagiere zwei Flugtickets kaufen?

«Eine einheitliche Regelung für den Umgang mit solchen Flugpassagieren gibt es bisher nicht», sagt Lukas von Zittwitz, Sprecher des Fluggasthelfer-Portals Airhelp. Ein Grund dafür dürfte sein, dass eine solche Regelung diskriminierend wäre.

Bei Swiss und Lufthansa nicht obligatorisch

Die Fluggesellschaft Swiss erklärt auf Anfrage, grundsätzlich würden Probleme mit stark übergewichtigen Passagieren relativ selten auftreten. «Es kommt vor, dass stark übergewichtige Passagiere schon im Vorfeld zu ihrem eigenen Wohl einen zweiten Sitzplatz dazubuchen», sagt Sprecherin Meike Fuhlrott. «Eine Regelung oder Verpflichtung diesbezüglich besteht allerdings nicht.»

Ähnlich hält es die Lufthansa: Beim Mutterkonzern der Swiss sind Passagiere ebenfalls nicht verpflichtet, einen zweiten Sitzplatz zu reservieren. Ebenso wenig bei der Billigfluggesellschaft Ryanair, wie Travelbook schreibt. Das Reiseportal hat bei verschiedenen europäischen Airlines nachgefragt.

KLM und Easyjet verrechnen zweiten Sitzplatz

Es gibt aber auch einige Airlines, die für stark übergewichtige Passagiere eine Sonderregelung eingeführt haben: Bei der KLM und bei Easyjet müssen Passagiere, die aufgrund ihrer Masse über den eigenen Sitz hinaus den Nachbarssitz teilweise beanspruchen, zwei Sitzplätze buchen. Bei beiden Fluggesellschaften heisst es, wer mehr als einen Sitz brauche, müsse den zweiten Sitz zum üblichen Tarif bezahlen.

Auch Air France rät stark Übergewichtigen, zwei Sitzplätze zu reservieren. In der Economy Class erhalten diese auf den zweiten Sitzplatz jedoch 25 Prozent Rabatt. Ist der Flug nicht ausgebucht, erhalten die Fluggäste sogar den gesamten Betrag für den zweiten Platz wieder zurück.

Airlines bieten Sitzgurtverlängerung

Und wie reagieren die Airlines, wenn am Gate ein sehr korpulenter Passagier steht, der nur einen Sitz gebucht hat? «Tritt solch ein Fall ein, so wird versucht, eine individuelle Lösung zu finden, zum Beispiel, indem man den übergewichtigen Passagier beim Check-in so platziert, dass der Nachbarsitz frei bleibt», so Swiss-Sprecherin Fuhlrott.

Die meisten Fluggesellschaften bieten ihren übergewichtigen Passagieren zudem eine Verlängerung für den üblichen Gurt, sollte dies nötig sein. Einzig bekannte Ausnahme: Die Sitzgurte der Business-Class im Dreamliner der Thai Airways sind neu mit Airbag-Sitzgurten ausgestattet, die nicht verlängert werden können.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Francis Noel am 19.05.2019 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    Der Sitznachbar leidet mit

    Es wird immer über das vielseitige Leid der Fettleibigen beim Fliegen gesprochen, aber fast niemand denkt dabei an das Leid des Sitznachbars. ;o) (Ironie)

    einklappen einklappen
  • Markus E am 19.05.2019 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dickes Ding

    Es geht nicht um den dicken Passagier sondern um die armen Fluggäste die nebendran sitzen und darunter leiden. Bei 5 KG zuviel im Koffer muss man nachbezahlen aber 140 KG Passagiere werden befördert

    einklappen einklappen
  • Expat am 19.05.2019 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lösung Business Class

    Das mag ja für stark übergewichtige diskriminierend sein einen 2ten Platz zu buchen. Aber wie diskriminierend ist es für den der im Sitz nebenan Platz nehmen muss und eigentlich gar nicht richtig sitzen kann.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mary Jane am 21.05.2019 11:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diskriminierung hin oder her

    Ich wäre für ein einheitliches Gewichtssystem bei dem Koffer und Mensch zusammen gewogen werden. Bei übertretung dieses Gewichts muss gezahlt werden unabhängig davon ob der Koffer oder die Person zu schwer ist. Schliesslich ist es genauso assozial das ich mit meinen knapp 50kg gleich viel Zahlen muss wie einer +100kg aber bei den Koffern dann einen Unterschied gemacht wird. Und ob jemand wegen der Hautfarbe diskriminiert wird, welcher er nicht ändern kann oder wegen seines Gewichts wofür er selber etwas kann ist auch ein gewaltiger Unterschied

  • NixDrin am 20.05.2019 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine paar Cents dazu ...

    Über das Dick- oder Fettsein wurde schon genug geschrieben, aber schauen wir doch mal auf die Airlines. Als die B777 raus kam, war Anno Domini in der Eco ne 3-3-3 Bestuhlung, heute ist 3-4-3 fast die Regel. Dann haben wir den A330 mit 2-4-2, die neue Generation, A350 oder B787 ungefähr gleicher Durchmesser kommen schon Neu mit 3-3-3 zum Einsatz. Es gäbe noch viele Bsp. Ergo Sitzbreite und vielfach auch Sitzabstand wurden kleiner. Und haben wir früher z.t. weit über 1000CHF in Eco für Langstrecke bezahlt und die Flieger waren auch damals sehr gut besetzt, kann man heute für den gleichen Preis PremiumEco buchen. 2 Sitze weniger pro Reihe, breitere Sitze, mehr Sitzabstand etc. und auf einen OpUp in die Biz würde ich heute weniger hoffen, die Zeiten haben sich geändert (Vielflieger-StatusMember zuerst) ...

    • G. K am 20.05.2019 17:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @NixDrin

      oh gott was schreibst du da:)))

    einklappen einklappen
  • Alter Vielflieger am 20.05.2019 15:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach geht's auch..

    Alles wettert hier gegen die Vollschlanken. Wenn jemand 2 sitze buchen muss, so kann er für diesen Mehrpreis wegen der nicht ganz versenkbaren Sitzlehne nicht bequemer sitzen. Die Lösung wäre bei den Fluggesellschaften. Diese sollten einige Sitzreihen mit breiteren Sitzen anbieten. Zum Beispiel eine 4er Reihe zu 3 Sitzen, d.h. Preis von 4 Sitzen geteilt durch 3. Ein muss buchen z.B. ab 140 kg, diese Personen haben den Vorrang. Nicht gebuchte Sitze können auch beim Checking mit Aufpreis an Schlanke verkauft werden. So einfach wärs, als sich gegenseitig zu verurteilen und beschimpfen. Schönen Flug.

  • Nie Flieger am 20.05.2019 15:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie Kartoffeln

    sollte Fliegen nach Gewicht der Fracht bezahlt werden. Sollte die "Fracht" von den Dimensionen her nicht der Norm entsprechend befördert werden können, gilt ein Aufpreis. Ich würde auf keinen Fall auf meine Seitenlehne verzichten, weil mein Sitznachbar zu breit ist.

    • Alter Neuzeit Teiler am 20.05.2019 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nie Flieger

      Hast noch nicht mitbekommen, dass es nur eine Sitz- respektive Armlehne hat und diese musst du teilen!!!! Vielen Dank für deinen qualitativ hochstehenden Vielflieger Kommentar.

    einklappen einklappen
  • Normale Frau am 20.05.2019 15:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    eingequetscht ...

    ... hat man eigentlich das Recht, sich zu beschweren und umplaziert zu werden?