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12. Februar 2020 19:40; Akt: 12.02.2020 19:40 Print

Erhalten wir jetzt keine Päckli mehr aus China?

Wegen des Coronavirus fliegen kaum mehr Flugzeuge nach China und zurück. Das beeinflusst den Postversand – in beide Richtungen.

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Wer online Ware aus China bestellt, muss im Moment wohl länger warten als sonst: Wegen des Coronavirus fallen nämlich zahlreiche internationale Flüge nach China aus. Das beeinflusst den Postversand. So kann nur noch ein Drittel der Pakete und Briefe von der Schweiz nach China geliefert werden. Auch beim Import von Sendungen aus China in die Schweiz könne es zu Verzögerungen kommen, wie die Schweizerische Post mitteilte.

Das könnten einige Schweizer Konsumenten zu spüren bekommen: Denn hierzulande wird fleissig bei asiatischen Onlineshops eingekauft. Letztes Jahr hat die Post pro Tag rund 78'000 Sendungen allein aus Asien erhalten. «Der grösste Teil stammt von Onlinehändlern wie Alibaba oder Wish», sagt eine Post-Sprecherin zu 20 Minuten.

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Pakete reisen in Personenflugzeugen an

Weil keine Frachtflugzeuge von China in Zürich landen, müssen die meisten Pakete aus China in Personenflugzeugen transportiert werden. Doch im Moment fliegen nur noch die Swiss und Cathay Pacific von Zürich nach Hongkong und zurück, wie eine Sprecherin des Flughafen Zürichs auf Anfrage erklärt. Alle anderen Flüge nach China sind bis Ende Februar eingestellt worden. Normalerweise werden wöchentlich die Metropolen Shanghai, Peking und Shenzhen angeflogen.

«Es kann gut sein, dass Ware aus China deshalb vermehrt über den Landweg in die Schweiz kommt», sagt Patrick Kessler, Präsident Verband Schweizerischer Versandhandel. So kommen viele Bestellungen aus China mit Frachtflugzeugen nach Deutschland. Von dort werden die Päckchen dann mit dem LKW in die Schweiz gefahren. Das dauert aber länger.

Weniger kleine Päckli aus China

Tatsächlich zeigt der eingeschränkte Flugverkehr bereits Auswirkungen auf den Postversand aus China: Laut der Schweizerischen Post erreichen weniger Kleinwarensendungen aus China die Schweiz. Dazu zählen Pakete bis zu 2 Kilogramm, wie sie viele asiatische Onlinehändler versenden. Sendungen von Alibaba oder Wish seien grösstenteils vergleichbar mit etwas dickeren Briefen, erklärt eine Sprecherin der Post.

Die Ursache dafür könnte bei der chinesischen Post liegen: Diese lagert zurzeit Pakete und Briefe ein, die fürs Ausland bestimmt sind, wie der Weltpostverein in Bern zu 20 Minuten sagt. Chinesische Inland-Post wird sogar regelmässig desinfiziert. In Regionen, in denen das Coronavirus stark verbreitet ist, werden Postsendungen auch nicht mehr von Personen ausgeliefert. So nutzt das Internetunternehmen JD.com Drohnen für die Auslieferung von Paketen in betroffenen Regionen und Städten.

(bsc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 9245 am 12.02.2020 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ES

    wäre an der Zeit. Diese Entwicklung grenzt an Blödheit. Gross pupen wegen der Umwelt, aber alles um die halbe Welt schicken.

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  • 50+ am 12.02.2020 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das ist viel

    78'000 Pakete aus China, pro TAG - autsch

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  • sere am 12.02.2020 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    made in

    dann unterstützen wir halt wieder unsere eigene Industrie.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Händler am 13.02.2020 20:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Versandkosten für Paket aus China!?

    Wenn die chinesischen Firmen nicht von der Post (Welt Post Verein Massnahmen) massiv subventioniert würden, könntet Ihr Eure Billigartikel nicht so billig erhalten. Wir Schweizer Händler bezahlen Zoll, MWST, offizielle Postpreise, wenn Wir importieren und Ihr umgeht alle diese Gebühren, weil niemand wegen der Paketflut Eure Pakete kontrollieren kann. Aber den EWR habt Ihr abgelehnt!

  • Bartli am 13.02.2020 18:24 Report Diesen Beitrag melden

    Möge der Virus verschwinden wie er kam

    Die gute alte Cathay-Pacific. Schöne Reisen erlebt. Ich hoffe das die Chinesen diesen Virus als bald wie möglich besiegen können. Mir tun die Menschen unendlich leid. Die Situation ist wirklich ein Albtraum. Da sind Päckliausfälle nicht mehr das Wichtigste.

  • Michi am 13.02.2020 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung

    Die Leute sind ja anscheinend froh, wenn keine Touristen aus China mehr nach Interlaken oder Luzern kommen, dann bitte auch akzeptieren, wenn keine Ware mehr aus China kommt.

  • Sven O am 13.02.2020 13:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Thom am 13.02.2020 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Liegt aber nicht nur am Coronavirus

    Aha. Habe aber anfangs Januar in China etwas bestellt. Gemäss Sendungsverfolgung hat das Päcken (Dimension eines Briefes und 300 g) China nach 5 Tage per Flugzeug verlassen. 3 Tage später befand sich gemäss Sendungsstatus das Päcken bereits in der Schweiz und ist zum ersten Mal durch die Post bearbeitet worden. Erstaunlicherweise dauerte es dann aber gut 19 Tage bis die Post das Päcken mir zustellte. Eigentlich war bis heute fast jede Sendung von dieser unerklärbaren "Wartezeit" in der Schweiz betroffen. Das Problem liegt wohl hier bei der Post und nicht wegen Transportengpässen in China.

    • jaeni am 13.02.2020 13:07 Report Diesen Beitrag melden

      Zoll

      oft hängen die Sendungen relativ lange am Zoll in der Schweiz fest

    • Bekanntes Problem am 13.02.2020 13:21 Report Diesen Beitrag melden

      Thom

      Dem Bund ist die Zunahme von Lieferungen aus Fernost, aber teilweise auch aus amerikanischer Herkunft ein Dorn im Auge. Nach gut schweizerischer Manier wird dann zur Volkserziehung eben auch mal das eine oder andere Paket, aber eben auch Briefschreiben, zurückbehalten oder aus dem Verteilzentrum einfach an den Absender retourniert. Die Pakete können dann beim nächsten Besuch im Absenderland mit dem gelben Kleber versehen abgeholt werden.

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