Tierschützer empört

06. Januar 2014 16:51; Akt: 06.01.2014 16:51 Print

Mützen aus Katzenfell landen im Regal

Trotz des Importverbots von Haustierfellen boten Tom Tailor und der Drogeriemarkt Müller ihren Kunden Mützen aus chinesischem Katzenfell an. Schweizer Tierschützer sind empört.

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«Hunde und Katzen werden in China unter schlimmsten Bedingungen gehalten», sagt Helen Sandmeier, Sprecherin des Schweizer Tierschutzes. (Bild: Keystone/AP)

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Der deutsche Drogeriemarkt Müller und das Modeunternehmen Tom Tailor haben bis vor Kurzem Wintermützen mit Bommeln aus Katzenfell verkauft. Dies deckten mehrere Tierschutzorganisationen mit dem Verweis auf entsprechende Labortests auf, berichtet die «Hamburger Morgenpost». Importiert wurden die Felle laut Animal's Liberty aus China – trotz Importverbot von Haustierfellen im ganzen EU-Raum und in der Schweiz.

In den Schweizer Filialen der beiden Unternehmen wurden die entsprechenden Mützen zwar nicht angeboten, wie Müller und Tom Tailor auf Anfrage sagen. Da beide Firmen in der Grenzregion zur Schweiz aber mehrere Filialen betreiben, dürften die Mützen gerade über Weihnachten trotzdem in den Einkaufstaschen von vielen Schweizer Kundinnen und Kunden gelandet sein.

Auch in der Schweiz gab es Fälle

«Das ist ein Skandal und blanke Tierquälerei. Hunde und Katzen werden in China unter schlimmsten Bedingungen gehalten, einfach blanke Tierquälerei», sagt Helen Sandmeier, Sprecherin des Schweizer Tierschutzes STS auf Anfrage von 20 Minuten. Über den Befund ist sie nicht verwundert. «Auch in der Schweiz gab es Fälle, wo illegal Hunde- und Katzenfell für die Verarbeitung von Kleidung verwendet wurde.» Und auch heute würde man höchstwahrscheinlich noch Pelzartikel mit den Fellen von Haustieren finden.

Die einzige, wenn auch illusorische Lösung wäre für sie ein gesamtes Importverbot von Pelzen. «Pelze werden zu 99,9 Prozent unter Anwendung von Tierquälerei gewonnen», so Sandmeier. Dies sieht auch Chantal Häberling, Sprecherin der Tierschutzorganisation Vier Pfoten so. Deshalb gehe man auch aktiv gegen Pelz und Fellbesätze vor und habe die Situation in China stets im Auge. «In China herrschen zum Teil katastrophale Haltungsbedingungen. Der Aufholbedarf ist riesig.»

Mützen aus dem Verkauf genommen

Tom Tailor und Müller haben die entsprechenden Mützen mittlerweile aus dem Sortiment genommen. «Wir bedauern diesen Vorfall sehr und gehen gegenwärtig dem veröffentlichten Laborbefund nach», schreibt das Modeunternehmen auf seiner Homepage. Auch Müller entschuldigt sich auf Facebook bei seinen Kunden: «Wir können euch versichern, dass wir euch keinesfalls bewusst täuschen wollten und den Artikel selbstverständlich aus dem Sortiment nehmen.»

(ame)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paul Schwarz am 06.01.2014 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    Pelz ist Pelz

    Ob das Fell mal gebellt oder gemiaut hat, spielt doch keine Rolle. Pelz tragen ist eine Gewissensfrage.

  • Evi am 06.01.2014 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    80% aus China

    Ich arbeite in einem großen Zürcher Warenhaus. Die Pelze die verkauft werden sind nach neuster Vorschrift deklariert. Bedauerlicherweise interessiert es die Kunden 95% überhaupt nicht woher die Felle kommen. Die Bezeichnung Hauskaninchen, Marderhund oder Waschbär aus China mit dem Vermerk; Kann aus Fallenjagd oder Jagd ohne Fallen oder aus jeder moglichen Haltungsart, insbesondere auch aus der Kafighaltung, stammen». Spielt leider keine große Rolle!!

    einklappen einklappen
  • cat am 06.01.2014 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich

    eifach mal nachdenken, heute ist es möglich warme kleidung herzustellen ohne das ein tier dafür sterben muss, und das man noch tiere züchtet um den pelz zu erhalten grenzt schon an pervertion. sollte doch jeder mal seim haustier in die augen schauen umd dann nochmals nach denken... ..ich frage mich wie solche menschen noch mit gutem gewissen in den spiegel schauen können, einfach nur traurig.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mark K. am 07.01.2014 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Firma für artgerechtem Pelz

    Ich habe eine Idee, jeder der hier wegen Tierquälerei ruft oder sonst gegen diese schlimme Haltung ist, darf mir gerne 10'000 Franken überweisen, mit dem Geld würde man eine Pelzproduktionsfirma für Pelze auf höchstem Schweizer niveau und Qualität und richtiger Haltung erbauen. Dan würde es keinen aufschrei mehr geben. Jedoch würde dadurch der Preis für solche Produkte um min 60-80% steigen. Überlegungen und Kommentare sind gebiligt!

  • miau miau am 07.01.2014 07:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kochen

    naja wenn die katzen ja schon im chinesischen kochtopf landen können sie das fell wenigstens noch verwenden.

  • Robin am 07.01.2014 06:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    einfach..

    ..nur traurig! wenn ich nur schon daran denke sticht es mier ins herz! :( die armen tierli... haben es einfach nicht verdient!!!!!!!

  • Peter Meier am 07.01.2014 05:35 Report Diesen Beitrag melden

    Katze geht auch

    Ich fände es jetzt sehr eklig eine Mütze aus Katze zu tragen. Aber an und für sich ist es doch egal woher das Fell kommt, wenn man das tragen will - da wäre Katze ja sogar gut, ist keine bedrohte Tierart und es gibt mehr als genug davon.

  • One Love am 07.01.2014 01:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schluss damit

    Importverbot go !!!