Not A Flamethrower

02. Februar 2019 17:58; Akt: 02.02.2019 17:58 Print

Schweizer wegen Musks «Flammenwerfer» verzeigt

Für den Fake-Flammenwerfer von Elon Musk braucht es in der Schweiz eine Bewilligung. Sonst gibt es eine Busse und einen Eintrag ins Strafregister.

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Wer den Flammenwerfer von Elon Musk bestellt hat, bekommt in der Schweiz Probleme. Wie Leser Michael* zu 20 Minuten sagt, wurde der ikonische «Not A Flamethrower», den er von Musks Firma The Boring Company (siehe Box) gekauft hatte, am Zoll beschlagnahmt. Die Begründung seitens der Zollverwaltung: Das Produkt, ein Unkrautverbrenner in einer Airsoft-Hülle, könnte mit einer echten Feuerwaffe verwechselt werden. «Liegt bei der Einfuhr von Imitationswaffen keine Bewilligung vor, gilt dies als Widerhandlung gegen das Waffengesetz», sagt Sprecher David Marquis zu 20 Minuten.

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«Ich habe keine Bewilligung für das Spielzeug eingeholt, weil mir überhaupt nicht klar war, dass es irgendein Problem geben könnte», sagt Michael zu 20 Minuten. Statt des Pakets von der Boring Company erhielt er Anfang Januar Post von der Eidgenössischen Zollverwaltung und musste dann bei der Polizei vorsprechen.

Vorbestraft wegen Spielzeug

Dort sagte man ihm, die Staatsanwaltschaft werde eine Busse verhängen und Michael gelte dann wegen des Verstosses gegen das Waffengesetz als vorbestraft. «Ich bin Sportschütze und Lokführer und kann mir eine Vorstrafe nicht erlauben», sagt er zu 20 Minuten. Er fühle sich ungerecht behandelt und habe Zukunftsangst. Derzeit bespreche er mit einem Anwalt, wie er am besten vorgehen soll.

Wie viele Pseudo-Flammenwerfer von Schweizern bestellt und am Zoll beschlagnahmt wurden, ist nicht klar: «Eine detaillierte Statistik aufgeschlüsselt nach einzelnen Markenprodukten führen wir nicht», sagt Marquis von der Zollverwaltung. Michael vermutet, dass es eine grössere Zahl ist: «Bei der Polizei lag noch ein ganzer Stapel anderer Dokumente.»

«Ich hätte vor einem Steakmesser mehr Angst»

Elon Musk selbst scheint nicht mit der Einschätzung der Schweizerischen Zollverwaltung einverstanden zu sein. «Ich hätte vor einem Steakmesser mehr Angst», schreibt Musk auf Twitter. Die Zollverwaltung betont allerdings, dass Waffenimitate als solche gelten, wenn sie auf den ersten Blick echten Feuerwaffen gleichen – unabhängig davon, ob eine Fachperson oder sonst jemand die Verwechselbarkeit erkennt.


Der «Not A Flamethrower» wurde ursprünglich für 500 US-Dollar verkauft. Schnell waren die auf 20'000 Exemplare limitierten Merchandising-Artikel ausverkauft. Nun sind sie auf Ebay für Tausende Dollar zu kaufen. Das Produkt mit der Seriennummer 48 etwa wird für 40'000 Dollar angeboten. Wer bereit ist, so viel für einen Brenner zu bezahlen und ihn bei einem ausländischen Händler bestellt, sollte aber unbedingt zuerst die nötige Bewilligung einholen.


*Name der Redaktion bekannt

(rkn)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Feuerwehr Jonny am 02.02.2019 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verbrennen

    Merkt euch; was in der Schweiz nicht obligatorisch oder Vorschrift ist, ist in der Schweiz verboten!

    einklappen einklappen
  • mike am 02.02.2019 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Laserpistole

    Es besteht tatsächlich eine Verwechslungsgefahr mit Laserwaffen aus Starwars

    einklappen einklappen
  • elotor am 02.02.2019 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    Bircherspritze

    eine Bircherspritze (Rucksack) mit Benzin gefüllt ist da 100x besser, billiger und effektiver - hehehe - möchte den Beamten sehen der mir bei der Unkrautvernichtung zusieht... vermutlich lässt er die Blümchentruppe anmarschieren und ich kriege lebenslänglich. Achja... ein Pfadimesser mit Hirschgriff aus den 60er Jahren sei auch verboten... hab ich seit Jahren im Auto - nicht zum verteidigen... zum Cervelatstäcken schneiden. :)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nico am 03.02.2019 23:38 Report Diesen Beitrag melden

    Marketing

    Für die wo das nicht verstehen, der ist ein Marketingspezialist und weiss genau wie er zu Geld kommt. Darum geht es, wenn man die Welt retten will.

  • EVPaddy am 03.02.2019 19:39 Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich

    Mir war klar, dass das irgendwo auf der Welt passieren musste. Aber muss es wieder die Schweiz sein? Peinlich.

  • KKTVCAM am 03.02.2019 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gadget

    Damit könnte man sich das Schneeschauffeln sparen.

  • TM am 03.02.2019 16:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bürokratie

    Wir können nicht laufend unsere Waffengesetze verschärfen und dann überrascht sein, wenn die Bürokratie zuschlägt.

  • Mike-der-echte am 03.02.2019 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    Kann nicht sein !

    Das mit dem Zoll und der Anzeige ist doch ein Aprilscherz ;) oder ?