Richemont leidet

12. Mai 2017 08:49; Akt: 12.05.2017 09:53 Print

Nachfrage nach teuren Uhren sinkt massiv

Der Verkauf von teurem Schmuck und Uhren ist rückläufig. Dies hat der Schweizer Uhren- und Schmuckkonzern Richemont massiv zu spüren bekommen.

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Wegen sinkender Nachfrage ist es bereits 2016 bei Piaget und Vacheron Constantin zu einem Stellenabbau gekommen: Ein Uhrenmacher in der Werkstatt des Vacheron-Constantin-Hauptquartier in Plan-Les-Ouates GE. (Archiv) (Bild: Keystone/Sandro Campardo)

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Der Luxusgüterkonzern Richemont hat im Geschäftsjahr 2016/17 unter der sinkenden Nachfrage nach Uhren und Schmuck gelitten. Sowohl der Umsatz wie der Gewinn reduzierten sich. Beim Ausblick zeigt sich das Unternehmen vorsichtig optimistisch.

Richemont hat im März endende Geschäftsjahr 2016/17 einen Umsatz von 10,65 Milliarden Euro erzielt. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Minus von 4 Prozent, wie Richemont heute mitteilte. Das Unternehmen hat dabei gemäss Mitteilung unter einer geringeren Nachfrage nach Uhren und teurem Schmuck gelitten. Im zweiten Halbjahr sei die Verkäufe in den USA und vor allem in China wieder gewachsen.

Mit eine Plus von 0 respektive 2 Prozent sind denn auch die Marktregionen Asien/Pazifik und Amerika die zwei Regionen, in denen Richemont zu konstanten Wechselkursen keinen Rückgang hinnehmen musste. In Japan (-12 Prozent), in Mittlere Osten und Afrika (-10 Prozent) und in Europa (-9 Prozent) dagegen waren die Verkäufe rückläufig.

Umfeld für Luxusgüterkonzern war zuletzt garstig

Auf die Einbrüche der Nachfrage bei den Uhren im Hochpreissegment reagierte Richemont im vergangenen Herbst mit einem Stellenabbau. Im November 2016 gab das Unternehmen den Abbau von rund 200 Stellen bekannt, nachdem es bereits zum Jahresanfang angekündigt hatte, bis zu 350 Stellen zu streichen. Betroffen waren primär die Uhrenmarken Piaget und Vacheron Constantin.

Beim Gewinn meldet Richemont einen Rückgang um 46 Prozent auf noch 1,2 Milliarden Franken. Dieser Gewinneinbruch ist jedoch auch das Resultat von Sonderfaktoren im Vorjahr. Damals hatte einen Fusion dem Unternehmen einen Buchgewinn von 539 Millionen Euro eingebracht.

Trotz dem Gewinnrückgang schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung eine Erhöhung der Dividende von 1.70 Franken auf 1.80 Franken pro Aktie vor. Gleichzeitig kündigt Richemont in einer weiteren Mitteilung ein neues Aktienrückkaufprogramm an. Bis 2020 sollen insgesamt 10 Millionen Aktien, was 1,7 Prozent des Aktienkapitals entspricht, zurückgekauft werden.

Vorsichtiger Ausblick

Die Volatilität sowie die geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten würden anhalten, heisst es in der Mitteilung. Die Position des Unternehmens und die Konzentration auf nachhaltiges Wachstum eröffne jedoch der Gruppe langfristig exzellente Wachstumsaussichten. Konkrete Wachstumsziele gibt Richemont jedoch nicht an.

(nag/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Willi Zbinden am 12.05.2017 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    JAMMERN AUF SEHR HOHEM NIVEAU

    Jammern aber auf sehr hohem Niveau. Für mich absolut unverständlich wenn ich sehe wie viele Menschen in der Schweiz in Armut leben müssen. Vier Prozent MINUS ist für diese Leute NICHTS!

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  • Typhoeus am 12.05.2017 09:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mittelklasse verarmt

    Da spart man lieber bei Uhren und Schmuck, nicht aber bei handys und Elejtronik.

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  • konvicted83 am 12.05.2017 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Auf was es ankommt...

    Die Menschen wachen langsam aber sicher auf und merken, auf was es ankommt. Und das sind sicherlich nicht teurer Schmuck und Uhren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Timi am 14.05.2017 15:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Trage nur eine Uhr, die mir mehr Daten anzeigen kann, als nur die Uhrzeit, wenn ich überhaupt eine anziehe. Anonsten zum Zeitgucken reicht das Smartphone. Für was also ne sauteure Uhr kaufen? Prestige? Blenden? Schlussendlich zeigt sie nur die Zeit an.

    • Paula am 14.05.2017 20:00 Report Diesen Beitrag melden

      @ Timi

      Wer es sich nicht leisten kann, soll es auch lassen!

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  • Swissgirl am 14.05.2017 08:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Teuer ist gleich billig wie billig

    Was zeigt eine 65000-fränkige Uhr? Die Zeit. Was zeigt eine 350-fränkige Uhr? Auch nur die Zeit. Bei teuren Marken zahlt der Kunde eben die Marke. Innen drin in der Uhr, das Werk, ist dasselbe wie bei der billigeren Uhr. Wozu also soviel Geld zum Fenster hinauswerfen?

    • Swissboy am 14.05.2017 09:00 Report Diesen Beitrag melden

      @ Swissgirl

      Darum heiraten die meisten Frauen auch einen Hilfsarbeiter und keinen Millionär, nicht wahr?

    • Lebemann am 14.05.2017 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Swissgirl

      Absoluter Blödsinn, eine Mechanische schweizer Uhr ist ein handwerkerlich geschaffenes Gesammtkunstwerk und hat rein gar nichts mit einem einfachen Quarzwerk einer günstigen Uhr zu tun.

    • mimi am 14.05.2017 14:48 Report Diesen Beitrag melden

      Frustriert und allein?

      @Swissboy Auch Hilfsarbeiter haben Frauen und Kinder, also muss Du hier nicht zwischen den Zeilen den Frauen unterstellen, dass sie alle nur "scharf" sind auf's Geld und Millionäre...

    • Maxi am 14.05.2017 17:53 Report Diesen Beitrag melden

      @ mimi

      Da fühlt sich aber jemand mehr als nur betroffen:-)

    • mimi am 14.05.2017 22:55 Report Diesen Beitrag melden

      Gar nicht

      @Maxi Nein. Ich kann einfach zwischen den Zeilen lesen:)

    • Supermario am 15.05.2017 11:49 Report Diesen Beitrag melden

      @mimi

      Zwischen den Zeilen lesen wird aber schwierig, wenn nur eine Zeile vorhanden ist :-)

    • mimi am 16.05.2017 18:08 Report Diesen Beitrag melden

      Erklärung

      @Supermario Erstens: der Kommentar von "Swissboy" besteht aus (knapp) zwei (vollen) Zeilen. Zweitens: den Spruch benutzt man eigentlich im metaphorischen Sinne und nicht wortwörtlich:):)

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  • Martin am 14.05.2017 07:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CH Uhrenmarkt

    Es gibt so viele Uhrendesigns und doch gleichen sich alle und ab 2m Abstand sieht man nicht, ob sie teuer ist oder nicht. Bin Schweizer und trage eine Junghans Solarfunkuhr. Kein Batteriewechsel und immer sekundengenau, gibt kein vergleichbares Schweizerprodukt. 40% in CH Uhren kommt meist aus dem Ausland. Mich wundert viel mehr, dass der Markt in der CH nicht längst viel drastischer eingebrochen ist.

    • Clara am 14.05.2017 09:13 Report Diesen Beitrag melden

      @ Martin

      Der "Schweizer" Markt ist nicht eingebrochen, weil er sich nicht auf billig Produkte wie Solarfunkuhren und Smartwatches konzentriert, sondern auf hochwertige einzigartige Swiss Made Uhren.

    • Martin am 14.05.2017 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Clara

      Ein Handydisplay herzustellen ist 1000x anspruchsvoller, wie ein bisschen Gold und Edelsteine in eine provane Uhr mit der Technik vom Mittelalter herzustellen. Warum sollten Asiaten das nicht mindestens so gut können? Gibt es in der Schweiz eine Smartphonemanufaktur?

    • Vanessa am 14.05.2017 19:57 Report Diesen Beitrag melden

      @ Martin

      Eine Solarfunkuhr ist noch einfacher herzustellen, ein paar billige chinesische Solarzellen und fertig.

    • Martin am 14.05.2017 20:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Vanessa

      Du hast mich überzeugt, wie Du siehst können die CH Manufakturen nicht mal das .

    • Andrea am 14.05.2017 20:27 Report Diesen Beitrag melden

      @ Martin

      Jedem das seine, dann würde ich bei der chinesischen Massenware sprich "Solaruhr" bleiben und die hochwertigen schweizerischen Manufaktur Kunstwerke den Uhrenkennern überlassen die es sich auch leisten können:-)

    • Susanne am 14.05.2017 20:45 Report Diesen Beitrag melden

      @ Martin

      Wir wissen es, Ihr Deutsche seit die grössten, auch wenn es nur das Mundwerk ist.

    • Franz am 16.05.2017 14:55 Report Diesen Beitrag melden

      Null Ahnung

      Martin, wer die Branche nicht kennt (und davon muss man bei ihrem Kommentar ausgehen) sollte sich besser um das Liebesleben der Ameisen kümmern. Kann sein, dass sie davon mehr verstehen!

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  • 187er am 13.05.2017 21:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nur 4%

    verlüste von 4% bei diesen zeiten ist ja mehr als verständlich

  • Urs am 13.05.2017 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Manufaktur

    Nur mal so als Info an alle die hier gegen die Uhrenindustrie wittern, ihr könnt lieber mal dankbar sein. Dank den Uhrenexporten und den vielen Manufakturen in der Schweiz haben viele Schweizer einen Job in der Uhrenindustrie. Dank den Schweizer Qualitätsuhren kommen viele Asiaten extra von Ihrem Land in die Schweiz und kurbeln den Tourismus an. Ich arbeite in dieser Branche und es gibt immer wieder Asiaten, die in ein kleines «Städtchen» kommen nur um eine Uhrenmanufaktur zu bewundern, und schlussendlich auch um eine Uhr zu kaufen. Also seid lieber mal dankbar, die Uhr hat in der Schweiz Tradition und jede Manufaktur hat ihre eigene einzigartige Geschichte.

    • chris am 14.05.2017 00:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Urs

      Die kommen sicher um zu spionieren ;-). Gebaut und verbessert werden sie dann in China und kosten einen Bruchteil. Meine läuft seit 7 Jahre. Die Originalversion besitze ich auch. Ticken immer gemeinsam und sehe den Unterschied nur im Preis.

    • Supermario am 15.05.2017 11:47 Report Diesen Beitrag melden

      Pro und contra

      @Chris. Das versuchen sie (mit Erfolg?) schon seit ca. 50 Jahren, komischerweise. @Urs. Voll auf den Punkt gebracht; aber unsere Neidgesellschaft sägt eben lieber am eigenen Ast und wundert sich in der Folge, wenn sie dann eine Beule oder noch Schlimmeres einfängt!

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