Vertrag gekündigt

14. Dezember 2019 15:31; Akt: 14.12.2019 15:54 Print

Bald schliesst auch letztes Zürcher Desperado-Lokal

von S. Spaeth - Desperado ist pleite. Trotzdem sind drei selbständige Restaurants weiter geöffnet. Nun hat der Zürcher Betreiber die Schliessung seines Lokals per Ende Februar angekündigt.

Bildstrecke im Grossformat »
Das nächste Desperado-Restaurant muss schliessen. Einst gab es von der mexikanischen Kette in der Schweiz zwölf Lokale, einige davon wurden von selbständigen Unternehmern geführt. «Wir haben den Franchisevertrag gekündigt und werden unser Lokal in Zürich Ende Februar schliessen», sagt Daniel Wiesner, COO der Fredy Wiesner Gastronomie AG zu 20 Minuten. Die Gastro-Gruppe betreibt das Desperado-Lokal an der Zürcher Heinrichstrasse. «Wenn von einem Konzept mit zwölf Restaurants neun wegfallen, können wir es nicht zu den aktuellen Konditionen weiterführen», sagt Unternehmer Daniel Wiesner. Entlassungen wird es wegen der bevorstehenden Schliessung des Zürcher Desperado keine geben. Gastro-Unternehmer Wiesner hat allen seinen 16 Desperado-Angestellten ein Jobangebot in Zürich unterbreitet. Obwohl die Türen des Desperado in Zürich-West ab Ende Februar geschlossen bleiben, wird es nach einem Unterbruch mit Gastronomie weitergehen. «Wir haben einen laufenden Vertrag mit der Liegenschaft und werden nach einem Umbau im Sommer oder Herbst wiedereröffnen», sagt Wiesner. Fredy Wiesner Gastronomie betreibt schweizweit 30 Restaurants und hat rund 580 Angestellte. Zu den Konzepten gehören etwa die Negishi-Sushi-Bars, ... ... die asiatischen Nooch-Restaurants und... ... die Burger-Lokale The Butcher. Die Pleite der Desperdo-Restaurants wurde Ende November bekannt gegeben. «Unsere Besitzer haben aufgrund unserer finanziellen Lage entschieden, all unsere Firmen und Restaurants Konkurs zu melden», hiess es in einem E-Mail vom Management ans Personal. Die Mitarbeiter wurden mit einem E-Mail über den Konkurs informiert. Ein Teil der ehemaligen Angestellten bangt nun um ihren November-Lohn. Der Grund: Während die Festangestellen mit fixen Pensen den Lohn noch überwiesen bekamen, sieht es für die Stundenlöhner schlecht aus. «Bei den Stundenlöhnern war die Abrechnungsperiode jeweils vom ersten bis zum letzten Tag im Monat. Meist kam der Lohn um den 4. des neuen Monats», erzählt die Mitarbeiterin S. im Gespräch mit 20 Minuten. Der 27-Jährigen fehlt nun das Geld und sie hat einen Marathon durch die Amtsstellen hinter sich: «Ich war beim Konkursamt, bei der Arbeitslosenkasse und bei der Wohngemeinde», sagt S. Neun von zwölf Filialen sowie die Sportsbar Westside sind wegen der Pleite geschlossen. Desperado wurde im Jahr 2000 gegründet und setzt auf mexikanisches Essen. An der Heinrichstrasse in Zürich sowie in Moosseedorf BE und Gerlafingen SO bleiben die Desperado-Restaurants weiter geöffnet. Bei diesen drei Filialen handelt es sich um Franchiseunternehmen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Einst waren es gut ein Dutzend Desperado-Restaurants, verteilt auf die ganze Schweiz. Dann kam der 25. November und die Hiobsbotschaft des Konkurses der Betreiberfirma: Die mexikanischen Restaurants mit insgesamt rund 250 Angestellten wurden geschlossen. Weil drei Lokale aber von selbständigen Franchisenehmern geführt wurden, ging der Betrieb in den Restaurants in Zürich-West, Moosseedorf und Gerlafingen weiter.

Umfrage
Hast du schon mal etwas gegessen im Desperado?

Nun schliesst aber bald das nächste Desperado: «Wir haben den Franchisevertrag gekündigt und werden unser Lokal in Zürich Ende Februar schliessen», sagt Daniel Wiesner, COO der Fredy Wiesner Gastronomie AG zu 20 Minuten. Die Gastro-Gruppe betreibt das Desperado-Lokal an der Zürcher Heinrichstrasse, unweit der Hardbrücke: «Wir hätten das ganze Konzept und die Rezepte allein und auf eigenes Risiko weiterentwickeln müssen», sagt der Unternehmer.

Keine Kündigungen

Zudem können die Lieferanten gewisse spezifische Produkte zu den kleineren Mengen gar nicht produzieren – oder nur zu anderen Preisen. Für Wiesner war klar: «Wenn von einem Konzept mit zwölf Restaurants neun wegfallen, können wir es nicht zu den aktuellen Konditionen weiterführen.» Entlassungen wird es wegen der bevorstehenden Schliessung des Zürcher Desperado keine geben. Gastro-Unternehmer Wiesner hat allen seinen 16 Desperado-Angestellten ein Jobangebot in Zürich unterbreitet. Zudem hat er von den geschlossenen Desperado-Betrieben erste Mitarbeiter übernommen. Fredy Wiesner Gastronomie betreibt schweizweit 30 Restaurants und hat rund 580 Angestellte.

Die Rechte an Desperado gehören der E1 Swiss Gastro Company. Bis anhin hat der Gastro-Unternehmer Wiesner monatlich eine Franchisegebühr an die Desperado-Besitzer überwiesen. Derzeit ist das Zürcher Konkursamt mit der Abwicklung der Firma beschäftigt. Um offene Forderungen zu begleichen, dürften die Rechte verkauft werden. Das Weiterführen des Betriebs hätte für Wiesner viele Unsicherheiten bedeutet: «Womöglich wären wir künftig einem neuen Franchisegeber ausgeliefert. Und selbst kaufen wollen wir nicht.»

Neues Restaurant

Obwohl die Türen des Zürcher Desperado ab Ende Februar geschlossen bleiben, wird es nach einem Unterbruch mit Gastronomie weitergehen. «Wir haben einen laufenden Vertrag mit der Liegenschaft und werden nach einem Umbau im Sommer oder Herbst wiedereröffnen», sagt Wiesner. Welche Art Lokal es werden wird, verrät er noch nicht. Klar ist: Ein ganz neues Konzept wird es nicht werden. Dafür braucht es laut Wiesner rund zwei Jahre. Zu Wiesner Gastronomie gehören etwa die Negishi-Sushi-Bars, die asiatischen Nooch-Restaurants oder die Burger-Lokale The Butcher.

Auf Besuch in einem der noch offenen Desperado-Restaurants – nun ist klar, dass es Ende Februar schliesst.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • peter flückiger am 14.12.2019 15:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jam

    Umfrage : Ja, aber zu teuer & teils komische produkte...

  • Sizer bern am 14.12.2019 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    I Love Mexican Food

    Desperado viel zu teuer und essen schmeckt gar nicht wie Mexican Food Das habe gemerkt bei erste mal habe in bern gegessen.. Nachos Beispiel 14.90 Bisschen Chips mit Käse und fertig.. I Love mexican Food

    einklappen einklappen
  • SVPundAFD am 14.12.2019 15:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alexander Hirzel

    Die Arroganz war nicht zu übertreffen. Beispiel Wiedikon.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • bs am 15.12.2019 21:59 Report Diesen Beitrag melden

    besser wisser

    es ist schon komisch wie viele user sich über so eine kette aufregen. man könnte meinen alle komentatoren hier sind vom fach.

    • Asam am 15.12.2019 23:08 Report Diesen Beitrag melden

      @ bs

      Habe ich bei Deinem Kommentar auch gerade gedacht.

    einklappen einklappen
  • beni am 15.12.2019 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade

    schade. aber ich konnte mich mit der neuen karte leider auch nie wirklich anfreunden.

  • MikeF am 15.12.2019 18:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Franchise ist ein Problem?

    Warum kann er nicht nur den Namen und etwas das Design austauschen und seine Desperados als Restaurants für Tex-Mex Küche unter anderem Namen weiterführen?

    • MikeF am 15.12.2019 21:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ergänzumg

      «Wir hätten das ganze Konzept und die Rezepte allein und auf eigenes Risiko weiterentwickeln müssen» - Etwas was hunderte von italienischem und türkischen Restaurants ebenfalls ohne Franchise-Kette im Rücken hinkriegen.

    einklappen einklappen
  • Mr. Spock am 15.12.2019 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Desperados

    ein Paradebeispiel wie man aus Profitgier alles zerstören kann

    • Kopfschüttler am 15.12.2019 17:49 Report Diesen Beitrag melden

      @ Mr. Spock

      Oder man genießt das süße Leben in der sozialen Hängematte und kritisiert andere, nicht wahr?!

    • Irina am 15.12.2019 17:53 Report Diesen Beitrag melden

      @ Spock

      Was ist den Dein wertvoller Beitrag an die Allgemeinheit?

    • Tamara am 15.12.2019 18:04 Report Diesen Beitrag melden

      @ Gastronom

      Dem ist eigentlich nichts dazu zu fügen, das Pseudonym Mr. Spock sagt schon alles aus.

    • Mr. Spoc am 15.12.2019 18:06 Report Diesen Beitrag melden

      @ Kopfschüttler

      Na und ich lebe nun mal von Sozialhilfe, wie viele auch hier.

    • Mr. Spock am 15.12.2019 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kopfschüttler

      sie dürfen gerne Mal einen Tag mit mir auf der Arbeit verbringen, aber ziehen sie sich warm an

    • Mr. Spock am 15.12.2019 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gastronom

      ich bin ganz zufrieden, im Gegensatz zu ihnen

    • Murat am 15.12.2019 18:23 Report Diesen Beitrag melden

      @ Mr. Spock

      Wäre auch zufrieden wenn mir der Sozialstaat alles zahlen würde.

    • Suzanne am 15.12.2019 18:29 Report Diesen Beitrag melden

      @ Mr. Spock

      Welche Arbeit ? Stempel beim RAV abholen?

    • Fragender am 15.12.2019 18:37 Report Diesen Beitrag melden

      Seit wann

      arbeiten den murats.

    • Mr. Spock am 15.12.2019 18:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Suzanne

      sobald sich mit Vorverurteilungen, denunzieren und Mutmaßungen Geld machen lässt, sind sie ganz weit oben. Respekt....

    • Mr. Spock am 15.12.2019 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Suzanne

      ich weiss nicht wie ihr auf die Idee kommt das ich am sozialen Tropf hänge? Ich arbeite mein Leben lang tagtäglich bei Wind und Wetter draussen. Bin aber trotzdem froh das ich es nicht nötig habe mein Ego durch denunzieren anderer aufbauen zu müssen. Dass nämlich, ist so ziemlich der miesesten Charakterzug eines Menschen und geschieht vor allem dann, wen das Selbstwertgefühl nicht vorhanden ist. Macht weiter so ich gratuliere euch.....

    • Privatier am 15.12.2019 19:15 Report Diesen Beitrag melden

      @ Fragender

      Ob Fragender arbeitet, erübrigt sich wohl auch..

    • Claudia am 15.12.2019 19:19 Report Diesen Beitrag melden

      @ Mr. Spock

      Sie zweifeln ja selbst an Ihrem Selbstwertgefühl ansonsten müssen Sie sich hier nicht erklären.

    • Mr. Spock am 15.12.2019 21:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mr. Spoc

      leben sie lange und in Frieden

    einklappen einklappen
  • Moni am 15.12.2019 16:07 Report Diesen Beitrag melden

    YB SPEZIAL STRIP

    So ne für die Einen grausamen Miseren haben wir doch aber auch alle paar Jahre wieder. In welcher Stadt hockt er denn ? Wollte der alte Wirt nicht mehr oder ist keine zahlende Kundschaft mehr angelaufen? Auch die Sache mit der Lautstärke der Gäste nach 22h in den Aussen locations, es ist gerade in den grossen Schoppingbunkern mit teuren Ladenzinsen für die Besitzter und Betreiber sehr sehr schwierig die Masse zu begeistern. Wenn bloss jeweil bei Familienunternehmen der Alteste das Zeitige segnet, kann es immer wieder passieren dass sie Zusammenbrechen. Das beste Personal war ihnen nicht jurist