Geldpolitik

08. Januar 2016 18:24; Akt: 08.01.2016 18:28 Print

Nationalbank hält an Negativzinsen fest

Der Druck auf den Schweizer Franken ist zu gross, um den Negativzins aufzuheben. Thomas Jordan verteidigt die Geldpolitik der SNB.

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Die SNB ändert nichts an ihrer Negativzins-Politik: SNB-Präsident Thomas Jordan im «Eco»-Interview. (Bild: Screenshot SRF)

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Die Schweizerische Nationalbank SNB hält an den Negativzinsen fest. Es brauche eine Zinsdifferenz zum Euro. «Hätten wir die Negativzinsen nicht, dann wäre der Franken viel attraktiver und der Aufwertungsdruck auf den Franken deutlich grösser», sagte SNB-Präsident Thomas Jordan in einem Interview mit dem SRF-Wirtschaftsmagazin «Eco», das auf der SRF-Internetseite veröffentlicht wurde.

Von diesen Negativzinsen sind auch die Pensionskassen betroffen. Wie die «NZZ» schreibt, müssten diese eine Jahresrendite von rund 2,75 Prozent erzielen, um die Renten zu finanzieren und die Altersguthaben zu verzinsen. 2015 hätten die Pensionskassen aber wegen der Negativzinsen aber vermutlich nur Renditen zwischen 0 und einem Prozent erzielt.

Pensionskassen haben kein Verständnis dafür, belastet zu werden

Wie das SRF auf seiner Webseite schreibt, geht der Pensionskassenverband Asip von Negativzinsen von rund 400 Millionen Franken aus. Zwar würden viele Kassen diese Zinsen umgehen, indem sie auf Banken zurückgreifen, die die Negativzinsen bisher nicht weitergeben. Hanspeter Konrad, Direktor von Asip, betont aber: «Für uns ist es vom Grundsatz her nicht nachvollziehbar, Pensionskassen, die einen gesetzlichen Auftrag erfüllen, Negativzinsen aufzuerlegen.»

Thomas Jordan verweist im Interview mit Eco darauf, dass die SNB nicht die Pensionskassen, sondern die Banken belaste. Solange der Franken stark und die Zinsen im Ausland tief sind, wird die SNB deshalb weiter auf Negativzinsen setzen.

Auf die Frage, ob die Negativzinsen bis Ende 2016 weiterbestehen werden, meinte Jordan: «Ich kann keine Prognose machen, aber die Finanzmärkte gehen nicht davon aus, dass wir auf absehbare Zeit wesentliche Zinserhöhungen sehen werden.»

(ofi/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • D.R. am 08.01.2016 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Verzweiflungstat

    Wohl ein verzweifelter Versuch die von einem Schuldgeldsystem gebrauchte Inflation zu kompensieren. Vielleicht wäre es besser sich Gedanken zu machen wie wir von diesem auf Schulden und Wachstumszwang basierendem System zu verabschieden. Dies zu Gunsten eines allen Menschen dienlichem Wertesystem.

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  • Mike Meier am 09.01.2016 07:30 Report Diesen Beitrag melden

    Ach ja, die Pensionskassen...

    Pensionskassen sind Gebilde, die es nicht braucht. Geldverschlingende Fehlkonstruktionen par excellence. Die Lösung: Individuellen Sperrkonten und die Pensionskassen zum Teufel schicken.

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  • jürg brand am 08.01.2016 19:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pk-depots bei snb

    die pk's müssten gelder zu 0% direkt bei der snb hinterlegen können - der umfeldmix aus dem zwang zu mindestrenditen - anlagevorschriften, die zu einem anlagezwang in kategorien führen können, die diese mindestrenditen nicht erreichen und tiefst- bis negativzinsen ist problematisch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • uli folly am 11.01.2016 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Eiertanz und Kuchen:

    Seit wann tanzt die Schweizerische Nationalbank nach dem Rhythmus von der BAZ und von der Federal Reserve der USA,wir sind schon lange nicht mehr Selbstständig.Und schaut doch mal wer in dessen Verwaltungrat sitzt,die steuern doch alles.

  • Elsa am 10.01.2016 18:15 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld?

    Es ist nicht die Frankenstärke,sondern die Euroschwäche, die uns Sorgen bereitet. Aber auch die Einstellung vieler Schweizer zur Arbeit: grosser Lohn mit weniger Einsatz. Ferien und Freizeit sind wichtiger als Arbeit, eben bis man keine mehr hat. Nirgendwo auf der Welt wird so viel die sichere Stelle gewechselt, so gehen Millionen verloren, dazu einkaufen im Ausland. Das kann auf die Länge nicht gut gehen!

  • Geissenpeter am 10.01.2016 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mit 25 ausgesteuert

    nach Lehre 1 Jahr kein Job. das einzige was mir bleibt, studieren oder auf dem Bau krampfen. Die Zukunft ist ungewiss.

    • Supermario am 11.01.2016 12:12 Report Diesen Beitrag melden

      Frage mich

      Was hat das mit der SNB und Jordan zu tun??? Auf dem Bau "krampfen" ist doch nichts wofür man sich schämen müsste!

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  • Rafi Corti am 10.01.2016 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Das Positive überwiegt.....

    Die Bindung an den Euro war sozusagen eine Subvention der NB an die, die Massen von Geld besitzen.Wir,die Normalos profitieren,bzw tragen die Verluste der EU nicht mit.Danke Herr Jordan.

  • Baxter am 10.01.2016 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    Kindergartenlehrbuch

    wenn ich eine Tonne 1000 Noten CHF selber drucke und es in Umlauf bringe, entwerte ich damit die Kaufkraft der bisher im Umlauf befindlichen Noten. Das nennt man Geldfälschung und Betrug. Seltsamerweise, wenn eine Zentralbank genau das Gleiche tut, nennt man es Geldpolitik. Ist es nicht schön?

    • The Eye am 10.01.2016 15:58 Report Diesen Beitrag melden

      Sie haben keinen Verfassungsauftrag

      Die SNB ist von den Schweizer Bürgern legitimiert. Die Bundesverfassung gibt der SNB den Auftrag, für Preisstabilität zu sorgen. Auf jeder CHF Note steht "Schweizerische Nationalbank". Wenn Sie selbst gedruckte CHF Noten in Umlauf bringen, gilt dies als Fälschung, weil Sie den Anschein erwecken, die Nationalbank zu sein. Sie sind jedoch weder die Nationalbank noch von den Schweizer Bürgern beauftragt, Noten in deren Namen in Umlauf zu bringen. ...Sie können "Baxter Franken", die nicht den Anschein erwecken, CHF zu sein, in Umlauf bringen, so viel Sie wollen.

    • Baxter am 10.01.2016 18:17 Report Diesen Beitrag melden

      @eye

      das heisst noch lange nicht, dass man es aus der Verfassung nicht streichen kann. 1999 haben die Politiker dem Stimmvolk in der neuen Verfassung die Abschaffung der Golddeckung untergeschoben, es wurde weder breit diskutiert,noch in den Medien present,die Meisten haben es nicht gemerkt.Da die Nationalbank ihre Goldbestände bis 1998 weit unter dem Marktwert bilanzierte, war der Schweizer Franken faktisch sogar vollumfänglich durch Goldreserven gedeckt. Promt hat die SNB 2000-2001 600 Tonnen Gold verkauft, zum Preis unter 400 $ /Unze !!!!. Das war die Erste Enteignung.

    • Baxter am 10.01.2016 18:23 Report Diesen Beitrag melden

      @eye

      es wurde vom Ausland initiiert in Zusamnehang mit dem Beitritt zu IWF der eine Golddeckung verbietet. Seit dem wird die Geldmenge laufend ausgeweitet und die Kaufkraft geht verloren, nur der Anstieg des Franken gegen Euro hat es etwas kompensiert. Auf der anderen Seite sitzt die SNB auf 560 Milliarden "Reserven" die zum Grossteil nach dem Eurokollaps abgeschrieben werden.

    • The Eye am 10.01.2016 19:30 Report Diesen Beitrag melden

      @Baxter

      Der Verkauf des Goldes war ein Fehler, das sehe ich auch so. Zum Goldverkauf und insbesondere über die Verwendung des Erlöses gab es jedoch über Jahre eine rege öffentliche Diskussion. Ja, die Geldmenge (M) wird laufend ausgeweitet, aber die Umlaufgeschwindigkeit (V) des Geldes ist seit Jahren rückläufig und in den letzten Jahren stark eingebrochen. Die Geldschwemme hat die Asset Preise inflationiert, ist aber nicht bei den Löhnen angekommen. Quantitätsgleichung: Geldmenge (M) x Umlaufgeschwindigkeit (V) = Preisniveau (P) x reales BIP (Y)

    • Baxter am 10.01.2016 22:19 Report Diesen Beitrag melden

      @eye

      Diskusion gab es nur unter Politikern, eine Abstimmung gab es nicht. Na ja, Velocity ist im Keller aber sonst ist die Formel für die Katz, BIP real =BiP Nominal-Inflation, und weil Inflation weltweit frisiert wird, ist auch die BIP Berechnung falsch,übrigens, um die Rezession nicht zugeben zu müssen, haben die Amis 2014 kurzerhand die Berechnungsmethode geändert und, welch Wunder, anstatt negativ war der BIP um 3% höher. Die anderen folgten.Es ist aber nicht das Thema, sondern dass die Vermögen jahrelang Dank den ZB an Wert verlieren und nur Blinde sehen es nicht.

    • The Eye am 11.01.2016 00:42 Report Diesen Beitrag melden

      @Baxter

      Ich hatte Sie unter dem Kommentar, der gelöscht wurde, nach einer Quelle gefragt, die Sie aber nicht angeben wollten. Dann handelt es sich einfach um leere Behauptungen. ...Sie können Ihr Vermögen in Gold anlegen, dann brauchen Sie sich nicht aufzuregen. ...Zudem wie erklären Sie mir, dass eine Pizza Napoli in einem bekannten Restaurant an bester Lage in Bern heute gleich viel kostet wie vor 10 Jahren? Wo ist die Inflation?

    • Baxter am 11.01.2016 10:49 Report Diesen Beitrag melden

      @eye

      sie machen Witze, es geht nicht um mich,die meisten Leute kaufen kein Gold und haben vom Geldsystem keine Ahnung,ich weiss nicht was Pizza in Bern kostet aber in den meisten Restaurants kostet mit Sicherheit nicht gleich viel wie vor 10 J. Spielt aber keine Rolle, die Frage ist, welche Posten belasten die Haushalte am meisten, Miete,Krankenkasse,Bahnbillets sind alle enorm teurer, das wird niemals mit den wenigen Sachen, die billiger sind ausgeglichen. Es geht aber primär umd die Entwertung der Vermögen und Guthaben der Pensionskassen,

    • The Eye am 11.01.2016 12:56 Report Diesen Beitrag melden

      @Baxter

      Die Mieten sind v.a. wegen der Zuwanderung gestiegen. Die KK-Prämien wegen der alternden Bevölkerung und die Bahnbillette wegen dem Ausbau der Leistungen (schnellere Verbindungen und schnellerer Takt). ...das Beispiel mit der Pizza mag banal erscheinen, hinter dem Preis für eine Pizza steckt jedoch eine Kalkulation, die Miete, Löhne, Energie, Transport, Produzentenpreise und Nebenkosten beinhaltet, bei denen auszugehen ist, dass sie jeweils dem Marktpreis entsprechen.

    • Baxter am 11.01.2016 13:22 Report Diesen Beitrag melden

      @eye

      sie reden am Thema vorbei, es ist völlig irrelevant warum die Presie steigen, es wird einfach im Index nicht berücksichtigt damit man die Renten und Löhne nicht ausgleichen muss, das ist Enteignung. Die Krankenkassenprämien sind in den Schweizer Inflationsindex gar nicht eingerechnet, und die Immopreise ebenfalls nicht, Begründung, laut SNB werden sie angeblich nicht konsumiert, ein frecher Witz.

    • The Eye am 11.01.2016 13:27 Report Diesen Beitrag melden

      @Baxter

      Die Pensionskassen sind stark in Immobilien investiert. Höhere Mieten heisst auch höherer Ertrag auf dem Pensionskassenvermögen. Auch Aktien sind inflationsgeschützt. ...In anderen Threads haben Sie oft Aussagen bezüglich USA gemacht. Vor 15 Jahren lag der USD bei 1.70 / 1.80 zum CHF, nun bei 1-1, d.h. der USD hat gegenüber dem CHF um 40%-45% an Kaufkraft verloren. Aussagen, welche für die USA gelten, gelten nicht zwingend für die Schweiz.

    • The Eye am 11.01.2016 14:37 Report Diesen Beitrag melden

      @Baxter

      Gesundheitskosten sind im Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) mit 14.9% gewichtet, Verkehr mit 11.1%. Wohnen und Energie 25.4%. ...Anlagepreise gehören nicht in den LIK.

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