Eigene Cafés

12. Februar 2015 09:30; Akt: 12.02.2015 12:23 Print

Nespresso kopiert Starbucks-Kaffeehäuser

Eigene Kaffeehäuser sollen der Nestlé-Tochter zu höherem Absatz verhelfen. Das erste Café wird im März in Wien eröffnet.

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Eine Nespresso-Produktionsstätte im Kanton Waadt. (Bild: Keystone/str)

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Wenn George Clooney in Zukunft seinen Nespresso trinkt, so kann er dies im passenden Café tun. Zusammen mit einem österreichischen Cateringkonzern will Nestlé im März in Wien ein Kaffeehaus eröffnen. Dies berichtet der «Tages-Anzeiger» unter Berufung auf Nespresso-Sprecherin Diane Duperret.

«Die langjährige Tradition der Kaffeehäuser in Wien macht die österreichische Hauptstadt zum idealen Ort für das erste Nespresso-Café», schreibt das Unternehmen zudem in einer Mitteilung. Auch in London soll noch dieses Jahr ein zweites Kaffeehaus folgen. Dabei wolle man ein «unverwechselbares Erlebnis» anbieten, verbunden mit einer «innovativen Verkaufslösung» von Kaffeekapseln.

Konkurrenz für Starbucks

Mit dem neuen Konzept wagt Nespresso einen direkten Angriff auf die amerikanische Kaffeekette Starbucks. Grund für die Offensive könnte sein, dass der Kapsel-Markt immer stärker unter Druck gerät. Immer mehr Konkurrenten schossen in den letzten Jahren aus dem Boden. So gibt es weltweit bereits etwa 100 Kaffeekapsel-Hersteller.

Besonders problematisch für Nespresso ist auch, dass der Patentschutz des Kapselsystems langsam ins Wanken gerät. So hat die Nestlé-Tochter Klagen von Konkurrenten wie Ethical Coffee Company auf dem Tisch, deren Nespresso-Klon-Verkäufe in einigen Ländern lange blockiert waren, jetzt aber grösstenteils wieder freigegeben wurden.

Doch nur Marketing?

Gewisse Experten bewerten Nespressos Einstieg ins Kaffeehausgeschäft aber auch einfach als Marketingmassnahme. «Es ist zu erwarten, dass Nespresso damit die Marke weiter stärken will», sagt Jean-Philippe Bertschy, Analyst bei der Bank Vontobel dem «Tages-Anzeiger».

Zu dieser Argumentation passt, dass Nespresso ein entsprechendes Projekt in der Schweiz nach einer Weile nicht mehr weiterverfolgte. In Zürich führte das Unternehmen eine Bar, in der man Kaffee trinken und Kuchen geniessen konnte. Sie wurde allerdings vor eineinhalb Jahren geschlossen. Nun ist die Ladenlokalität eine reine Boutique mit Degustationsbereich.

(kwo)