Kein Geld

14. Januar 2019 09:37; Akt: 14.01.2019 10:36 Print

Neue Airline bleibt noch länger am Boden

Das im letzten Herbst angekündigte Projekt Swiss Skies plant Billiglangstreckenflüge. Doch die Suche nach Investoren harzt.

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Das Airline-Projekt Swiss Skies hat Probleme, Investoren zu finden. Die Airline-Gründer wollten bis Ende 2018 50 Millionen Franken sammeln. Doch dieses Ziel hat man laut eigenen Angaben verfehlt. Die Gründer bleiben aber zuversichtlich.Sie erwarten, Ende des ersten Quartals über substanzielle Neuigkeiten zum Projekt informieren zu können. Die Gründer des Projekt Swiss Skies hatten im letzten Herbst in Basel zur Medienkonferenz geladen. Die vier Gründer sind: Harald Vogels, Philippe Blaise, Armin Bovensiepen und Alvaro Oliveira (von links nach rechts). Sie sind von ihrem Plan überzeugt. Der Flughafen Basel soll die Basis sein. Die vorläufig Swiss Skies genannte Firma will künftig Flüge nach Nordamerika zu niedrigen Preisen anbieten und sucht derzeit Investoren. Gerade weil es von Basel aus wenig Langstreckenflüge gibt, dürfte für Swiss Skies die Konkurrenz kleiner sein. Zürich ist allerdings nahe bei Basel, und die Airlines dürften so einen Angriff nicht auf sich sitzen lassen. Gerade die Swiss ist laut einem Experten diesbezüglich recht aggressiv. Es kommt für Swiss Skies darum stark darauf an, ob die Firma wirklich attraktive Preise bieten und gleichzeitig gegen die Konkurrenz bestehen kann. Basel bietet diesbezüglich den Vorteil, dass Firmen dort Angestellte aus Deutschland oder dem Elsass einstellen können, die mit niedrigeren Bedingungen zufrieden sind als Schweizer. Diese Taktik wandte früher auch die Schweizer Airline Crossair an. Die Airline will zudem komplett auf den neuen Airbus A321 setzen. Dieses Langstreckenflugzeug ist besonders leicht und verbraucht wenig Sprit, was die Kosten des Flugbetriebs tief halten könnte. Swiss Skies wurde von vier Aviatik-Veteranen gegründet, darunter Armin Bovensiepen, der früher bei Air Berlin arbeitete, und Alvaro Oliveira, der momentan Teilzeit als Ryanair-Kapitän arbeitet, wie die «Financial Times» berichtet.

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Im letzten Herbst präsentierten in Basel vier Luftfahrt-Veteranen ihre Pläne für die Gründung einer neuen Schweizer Airline. Erstmals will man von der Schweiz aus Billiglangstreckenflüge anbieten. Doch mehr als der Projektname Swiss Skies existierte noch nicht.

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Das dürfte wohl vorerst so bleiben. Denn das für die Gründung der Airline nötige Geld fehlt. Die Investorensuche verlaufe langsamer als geplant, teilt Swiss Skies dem «Tages-Anzeiger» mit. Grund für die schleppende Suche seien der allgemeine wirtschaftliche Ausblick, steigende Treibstoffkosten, erhöhte globale Handelsbeschränkungen und politische Unsicherheiten wie beispielsweise der Brexit.

Ziel verfehlt

Zwar habe man bereits einige Geldgeber getroffen. Doch das selbst gesetzte Ziel, bis Ende 2018 50 Millionen Franken zu sammeln, habe man verfehlt, gestehen die Airline-Gründer gegenüber der Tageszeitung ein. Insgesamt wollen sie 100 Millionen Franken Startkapital sammeln.

Aufgeben wollen die Gründer nicht. «Das Team von Swiss Skies arbeitet weiterhin intensiv an allen notwendigen Vorbereitungen für den Aufbau des Unternehmens und den Beginn des Zertifizierungsprozesses», so der Mediensprecher. Man erwarte, Ende des ersten Quartals über substanzielle Neuigkeiten zum Projekt informieren zu können.

Schwieriges Umfeld

Das Umfeld für die Gründung einer neuen Airline ist schwierig. In den letzten Jahren sind etliche Airlines pleite gegangen. Zuletzt hat vergangene Woche die Airline Germania vermeldet, dass es bei der Gesellschaft einen Liquiditätsengpass gebe. Die Airline ist laut eigenen Angaben im Gespräch mit Geldgebern.

(dob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beobachter am 14.01.2019 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Damit die Swiss Skies

    zeitverzögert nicht das selbe Schicksal ereilt, wie jetzt viele Billigflieger, empfiehlt es sich, dieses Projekt still und leise zu beenden.

    einklappen einklappen
  • Peterli am 14.01.2019 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Aktien

    Sie wird nie zustande kommen. Meiner Meinung nach ist es noch immer ein eingefädelter PR Coup um Unruhe in den Airlinemarkt zu bringen und von dadurch enstehenden Kursschwankungen am Aktienmarkt zu profitieren

    einklappen einklappen
  • Max König am 14.01.2019 09:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm...

    Hochmut kommt vor dem Fall ;)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Chris am 15.01.2019 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein, welch Überraschendes...

    Sorry, aber das war nun wirklich von vornherein klarer wie klar! Dass es noch immer gebildete Menschen gibt, die auf solche Märchen springen, stimmt mich schon etwas bedenklich...

  • Tim T. am 15.01.2019 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    Komisch, dass die neue Airline noch nicht fliegt. Dabei hinterliessen die Leute hinter dem Luftschloss-Projekt doch einen ausserordentlich seriösen Eindruck. Ich hätte mein ganzes Erspartes investiert, wenn ich welches hätte.

  • Coach am 15.01.2019 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Turbulenzen

    Unnötig das Ganze. Haben genug Rappenairlines die nichts taugen. Am Ende muss der Staat wieder die Verluste sanieren.

  • Ephraim Lercher am 15.01.2019 06:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    eine Totgeburt

    Ich habe einen Reim dazu gemacht. Airline, Airline, jetzt ist Deadline. Schön, gell?

  • Makron am 15.01.2019 00:57 Report Diesen Beitrag melden

    Lohndumping pur!

    Wird ja immer schöner wenn ein ganzes Geschäftsmodell auf illegalem Lohndumping aufgebaut wird.