Bio, Fairtrade und Co.

17. März 2014 06:00; Akt: 17.03.2014 08:28 Print

Neue App zeigt, auf welche Labels Verlass ist

von L. Frommberg - Zahlreiche Gütesiegel sollen Konsumenten eigentlich helfen, sich für das richtige Produkt zu entscheiden. Doch einigen von ihnen mangelt es selbst an Glaubwürdigkeit. Eine App will das ändern.

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Bananen mit Max-Havelaar-Siegel: Das Label schnitt gut in der Bewertung ab. (Bild: Keystone/rn)

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Bio, Fair Trade, heimische Herstellung – zahlreiche Labels sollen die Konsumenten eigentlich darüber aufklären, was genau in den Produkten steckt, die sie kaufen. Doch inzwischen sorgt die Masse an verschiedenen Kennzeichnungen für Verwirrung. Simon Zeller und sein Team vom Praktischen Umweltschutz Schweiz haben sich zur Aufgabe gemacht, Licht ins Dunkel zu bringen. «Unsere neue App soll für die Konsumentinnen und Konsumenten endlich etwas mehr Klarheit im Labeldschungel schaffen», so Projektleiter Zeller.

Auf dem Smartphone via App oder auf der Internetseite Labelinfo.ch können Konsumenten neu die Kennzeichnung eingeben, für die sie sich interessieren. Dann zeigt ihnen Labelinfo an, wie das entsprechende Siegel in Sachen Transparenz, Kontrolle und Zertifizierung abschneidet. Dabei zeigt sich: Nicht alle setzen auf gleiche Standards. Erstaunlich sei etwa, dass 29 Labels auf ein Zertifizierungssystem ganz verzichten.

Kein Vier-Augen-Prinzip

Die Siegel-Anbieter lassen sich also nicht in die Karten schauen. Denn: die Ergebnisse ihrer Kontrolle werden nicht nochmals durch eine unabhängige Stelle überprüft. Dies betreffe fast alle Labels der Produktgruppe Tourismus wie etwa Myclimate oder das Gütesiegel EHC, welches ausgerechnet «Eco Hotels Certified» bedeutet. Auch betroffen ist Coop Naturafarm, das Schweizer Fleisch und Eier aus tierfreundlicher Auslaufhaltung kennzeichnen soll.

«Insgesamt steht es aber gut um die Glaubwürdigkeit in der Schweizer Labelwelt», so Simon Zeller. Er lobt dabei unter anderem die Gütesiegel Knospe Bio, Max Havelaar oder Demeter. Und: Die Beurteilung der Glaubwürdigkeit habe schon Wirkung gezeigt: «20 Labelinhaber haben sich daran gemacht, ihre Transparenz zu verbessern», so Zeller