Grün kostet mehr

26. Juni 2013 13:31; Akt: 26.06.2013 13:46 Print

Neue CO2-Limite der EU verteuert Autos massiv

Weil die EU schärfere Grenzwerte einführt, steigen die Preise für Neuwagen – auch in der Schweiz. Die Mehrkosten werden auf bis zu 4400 Franken geschätzt.

storybild

Nach EU-Standart produzierte Autos werden auch in der Schweiz teurer. (Bild: Keystone/AP/Fabian Bimmer)

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Umweltschutz gibt es nun mal nicht zum Nulltarif», sagt Andreas Burgener von Auto-Schweiz, der Vereinigung der Schweizer Automobil-Importeure. Gestern einigten sich Vertreter der EU darauf, dass bis 2020 Autohersteller den CO2-Ausstoss ihrer Flotte auf 95 Gramm pro Kilometer senken müssen. Nach Schätzungen der Umweltorganisation «Transport and Environment» könnte sich der durchschnittliche Spritverbrauch so von derzeit sechs Litern je hundert Kilometer bis zum Jahr 2025 halbieren. Autokäufer zahlen für diesen Entscheid einen hohen Preis: Neuwagen werden spürbar teurer.

Umfrage
Mehr bezahlen für Autos wegen der CO2-Limite?
18 %
49 %
33 %
Insgesamt 1696 Teilnehmer

«Selbstverständlich» werden dies laut Burgener auch Schweizer Kunden spüren: «Das wird ein teurer Brocken für die Autokäufer.» 70 Prozent der hierzulande angeschafften Wagen kommen aus der EU – Hersteller wie VW oder Peugeot produzieren global und werden kaum technisch geänderte Schweizer Spezialmodelle auf den Markt bringen. «Es ist zu befürchten, dass die Autopreise auch in der Schweiz steigen werden», sagt Roger Kunz vom Verband freier Autohandel Schweiz.

Schweizern drohen doppelte Mehrkosten

Über die Mehrkosten kursieren in Deutschland verschiedene Zahlen: Die EU-Kommission schätzt sie pro Neuwagen gemäss Medienberichten auf 1100 Euro (rund 1345 Franken), die «Welt» beziffert sie anhand einer Studie der RWTH Aachen auf 2800 bis 3600 Euro (rund 4415 Franken). Die Anschaffungskosten werden sich durch den geringeren Kraftstoffverbrauch allerdings von alleine amortisieren.

In der Schweiz gilt bis 2015 der CO2-Grenzwert von 130 g/km. Ob danach analog der EU eine Senkung vorgenommen wird, entscheidet der Bundesrat 2016. Schon heute müssen Autohalter, deren Wagen den Grenzwert überschreiten, eine CO2-Busse bezahlen: Diese kann nach Angaben des Bundesamts für Energie je nach Fahrzeugtyp bis zu 51'000 Franken betragen. Dass die Schweiz einen gleichtiefen Grenzwert wie die EU veranschlagen könnte, macht den Auto-Importeuren Sorgen: Dann könnte Konsumenten neben teureren Anschaffungskosten auch eine CO2-Busse drohen, weil die Schweiz die Zielvorgabe im Alleingang anders als die EU im Länderverbund kaum erreichen kann. «Dagegen werden wir kämpfen», sagt Burgener.

(lua)

sentifi.com

20min_ch_app Sentifi Börseneinblicke aus den sozialen Medien

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Berny am 26.06.2013 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Oldtimer

    die Lösung ist einfach ....OLDTIMER resp. JUNGTIMER fahren.....

  • Markus Boll am 26.06.2013 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer sind selber schuld

    Ich denke die 4400 Franken für die eu verkraftet man leicht wenn man dann noch 50000.- am schweizer Zoll abliefern muss. Die Schweiz verteuert Fahrzeuge massiv, aber wer sich ein bisschen schlauch macht weiss wie er die Abgabe legal umgehen kann.

  • Michel Del Tetto, Biel am 26.06.2013 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Direktimporte verhindern

    Ist es menschenmöglich, dass niemand bemerkt hat, dass in diesem Fall das Problem nicht die EU ist, sondern der Protektionismus der Schweizer Auto-Importeure! Man hat die Steuer letztes Jahr schnell schnell eingeführt um die Direktimporte drastisch zu senken. Damals wurde uns noch gesagt, dass bei Autos, die in der CH gekauft werden , diese Steuer vom Importeur übernommen wird. Nun gilt das schon nicht mehr? Also an alle Lästerer: geht auf Eure Politiker und Direkt-Importeure los!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marc E. am 26.06.2013 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Reine Panikmache

    Der Automobilmarkt liegt schon am Boden, wem wollt ihr denn eure Autos noch verkaufen? Wenn sie wieder teurer werden, bricht der Absatz ganz zusammen!

  • E. Meier am 26.06.2013 14:51 Report Diesen Beitrag melden

    Soso,Anschaffungskosten werden reduziert

    ...durch den geringeren Kraftstoffverbrauch. Wir nicht das Benzin durch höhere Steuern belastet, weil Autos immer weniger Kraftstoffverbrauch haben? Wann endlich merken die Leute, dass der Klimawandel letztendlich den Staatssäckel füllt?

  • Markus Boll am 26.06.2013 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer sind selber schuld

    Ich denke die 4400 Franken für die eu verkraftet man leicht wenn man dann noch 50000.- am schweizer Zoll abliefern muss. Die Schweiz verteuert Fahrzeuge massiv, aber wer sich ein bisschen schlauch macht weiss wie er die Abgabe legal umgehen kann.

  • Berny am 26.06.2013 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Oldtimer

    die Lösung ist einfach ....OLDTIMER resp. JUNGTIMER fahren.....

  • Gandalf der Graue am 26.06.2013 14:43 Report Diesen Beitrag melden

    Das grüne Land Schweiz

    Es ist sehr lobenswert, dass die EU, und vorallem auch die Schweiz versuchen, die CO2-Emissionen zu senken. Leider nützt es nur wenig wenn ein Land so gross wie die Schweiz etwas für die Umwelt tut, während in China die Luft so verdreckt ist, dass das Atmen fast unmöglich ist. Wenn die grossen Nationen nicht mitziehen, lösen sich die Bemühungen der Schweiz und der EU in im wahrsten Sinne des Wortes in Luft auf!