Klage gegen Coop

05. Oktober 2011 11:42; Akt: 05.10.2011 13:57 Print

Neue Front im Kapselkrieg

Der Krieg zwischen Nespresso und Denner wegen dem Verkauf von Kaffee-Klonkapseln beschäftigt die Juristen schon länger. Jetzt klagt ein Klonkapsel-Hersteller gegen Coop.

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Coop hatte Zweifel angemeldet, ob die Kapseln von Gaillards Ethical Coffee Company (ECC) wie vom Hersteller deklariert biologisch abbaubar seien. (Bild: Keystone)

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Der Westschweizer Unternehmer und Kaffeekapselproduzent Jean-Paul Gaillard hat eine Klage gegen den Detailhändler Coop angekündigt. Nach dem Ende von Gesprächen über eine Vertriebspartnerschaft wirft er Coop Vertragsbruch vor.

Coop hatte kürzlich Zweifel angemeldet, ob die Kapseln von Gaillards Ethical Coffee Company (ECC) wie vom Hersteller deklariert biologisch abbaubar seien. Laut Gaillard waren die Vereinbarungen mit Coop vor dem Verhandlungsabbruch weit fortgeschritten und praktisch unterschriftsreif, was Coop allerdings bestreitet.

«Wir werden gegen Coop juristisch vorgehen», sagte Gaillard am Mittwoch vor den Medien in Zürich. Coop habe die Gespräche wegen seiner Grösse und Marktmacht platzen lassen können, was er nicht akzeptiere. Coop habe mündlich getroffene Vereinbarungen gebrochen, sagte Gaillard.

Streit mit Nestlé

Gaillards Unternehmen stellt Kaffeekapseln her, die in Nespresso- Maschinen von Nestlé passen. Das hat Gaillard bereits Rechtsstreitigkeiten mit dem Nahrungsmittelmulti eingetragen.

Nach nur zwei Verkaufstagen zwang eine einstweilige Verfügung eines Waadtländer Gerichts die ECC-Vertriebspartner Media Markt und Saturn, die Kapseln am vergangenen Samstag wieder aus dem Verkauf zu nehmen. Nestlé will die 1986 lancierten Nespresso-Kapseln vor Nachahmern schützen. Das Verbot widerspreche dem Recht des Konsumenten, seine Produkte frei zu wählen, sagte Gaillard.

Europaweite Pläne

Gaillard will sich zusammen mit den beiden Vertriebspartnern Media Markt und Saturn juristisch gegen die Rechtsklage von Nestlé wehren. In Frankreich ist ECC ebenfalls von Nestlé verklagt worden. Dort verkauft Gaillard die Kapseln über die Handelskette Casino.

Die Kapseln lässt Gaillard in Frankreich herstellen. Je nach dem, wie der Rechtsstreit mit Nestlé ausgehe, könne er sich auch einen Produktionssstandort in der Schweiz vorstellen, sagte Gaillard. Laut dem ECC-Chef sollen die Kapseln bald in ganz Europa verkauft werden.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Venty am 05.10.2011 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    Nestle-Microsoft-Vergleich

    Nespresso und ihre Kapseln kommen mir ein bisschen wie Microsoft und ihr Windows vor. Es gibt keine Kafimaschine ohne die Nespressokapseln und es gibt auch fast keine Laptops ohne Windows, damit ich ein Linux installieren kann.

  • Hans am 05.10.2011 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Arroganz des Mächtigen

    Die Nestlé Kapseln sind immer noch zu teuer, vermutlich darum weil all die juristischen Händel ja auch bezahlt werden müssen. Dieses juristische Hick Hack und hin und her schadet Nestle mehr als es Ihnen bringt. Nestlé macht mir in den letzten Jahren zuviele negative Schlagzeilen mit designer Food.

  • Peter Spelt am 25.01.2012 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Markenschutz

    Ich verstehe Nestlé, dass sie ihre Produkte schützen, sie haben ja auch eine super Sache entwickelt, andererseits sollte der Kunde die Wahl haben dürfen. Ich habe die Denner Kapseln gekauft; der Kaffee ist schlecht und die Mahlung ist nicht auf die Maschine abgestimmt (zu fein, quellt auf und verstopft), aber ich kann die Plastikkapseln hier in Brasilien brauchen um sie wiederzuladen weil hier 1 Nestlé Kapsel (eine!) 2 sFr. kostet. Da kommen die 50 Rappen Schweizerpreis eher günstig daher. Ein Nespresso kostet 50 Rappen (1 Fr. all incusive) gegenüber 4 Franken für einen Kaffee im Restaurant.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Spelt am 25.01.2012 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Markenschutz

    Ich verstehe Nestlé, dass sie ihre Produkte schützen, sie haben ja auch eine super Sache entwickelt, andererseits sollte der Kunde die Wahl haben dürfen. Ich habe die Denner Kapseln gekauft; der Kaffee ist schlecht und die Mahlung ist nicht auf die Maschine abgestimmt (zu fein, quellt auf und verstopft), aber ich kann die Plastikkapseln hier in Brasilien brauchen um sie wiederzuladen weil hier 1 Nestlé Kapsel (eine!) 2 sFr. kostet. Da kommen die 50 Rappen Schweizerpreis eher günstig daher. Ein Nespresso kostet 50 Rappen (1 Fr. all incusive) gegenüber 4 Franken für einen Kaffee im Restaurant.

  • Tonic2o am 06.10.2011 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst Nespresso was Nespresso gehört...

    Ich verstehe nicht warum man sich ein Markenprodukt (Nespresso Kaffemaschine) kaufen muss, wenn man sich das Zubehör (Kapseln) nicht leisten kann/will. Das Verbot von nachgeahmten Kapseln finde ich absolut in Ordnung. Niemand zwingt einen zum Kauf dieser Maschinen. Vermag man die Kapseln nicht: Die altmodische Mocca tuts genau so.

  • Nachtfalke am 05.10.2011 22:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Qualität ist wichtig

    Wieso kopiert keiner die Kapsel der andern Kapselsysteme .... Ganz einfach weil es kein vergleichbaren guten Kaffee gibt wie Nespresso, nur reicht es nicht wenn die Kapsel in die Maschinen passt, die Qualität ist entscheidet und davon sind alle weit entfernt.

  • real am 05.10.2011 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach..

    Verbietet doch einfach diese Kapseln und gut ist

  • E.S. Presso am 05.10.2011 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Hr. Gaillard war auch bei Nestlé

    Schon etwas komisch. Soviel ich weiss, war Hr. Gaillard auch bei der Entwicklung der Nestlé Kapseln (Nespresso) beteiligt. Hat er eine offene Rechnung mit dem Nestlé Konzern oder ist er einfach nur ein Schlitzohr?