Finanzplatz

04. März 2011 11:49; Akt: 04.03.2011 12:22 Print

Neue Zürcher Bank gibt auf

Nach dem Private-Banking gibt die Neue Zürcher Bank auch ihr Börsen- und Devisengeschäft auf. Die Bank geriet 2009 wegen Beihilfe zu Steuerbetrug und der Sulzeraffäre in die Schlagzeilen.

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Es ist ein Abschied auf Raten: 2009 hat die Neue Zürcher Bank NZB ihr Private-Banking einstellt, nun sind die Börsen- und Devisengeschäfte (Brokerage) an der Reihe. Damit gibt die Bank ihre operative Tätigkeit weitgehend auf.

Als Grund gibt die NZB neben Altlasten aus dem Private-Banking-Geschäft die erschwerten Rahmenbedingungen im grenzüberschreitenden US-Geschäft an. Aufgrund von nicht abschätzbaren Rechts- und Reputationsrisiken sei die Zukunft dieses für die Bank entscheidenden Geschäfts unsicher, sagte NZB-Sprecher Siro Barino.

Von der Schliessung des Brokerage-Geschäfts sind 18 Vollzeitangestellte in Zürich betroffen. Sie haben ein Angebot vom Finanzdienstleister MainFirst Schweiz erhalten.

Die faktische Schliessung der Neuen Zürcher Bank ist in Absprache mit dem Hauptaktionär, der Basler Bank Sarasin erfolgt, die über die NZB-Holding mit 40 Prozent an der NZB beteiligt ist. Über den Fortbestand und Zweck der Holding entscheidet der Verwaltungsrat der NZB in den nächsten Wochen.

Konflikt mit Behörden

Die amerikanischen Justizbehörden hatten 2009 einen leitenden Angestellten der NZB angeklagt. Ihm wurde Beihilfe zum Steuerbetrug vorgeworfen. Der Mann geriet zudem durch Aussagen eines UBS-Kunden in den USA in den Verdacht, in der Schweiz an der Bestechung eines Beamten beteiligt gewesen zu sein. Die Bank hat den Mitarbeiter daraufhin freigestellt.

In der Schweiz geriet die NZB-Gruppe 2009 wegen der so genannten Sulzeraffäre um Viktor Vekselberg, Ronny Pecik und Georg Stumpf in die Kritik.

Gemäss der Finanzmarktaufsicht Finma hatte die Bank den Investoren dabei geholfen, heimlich eine Beteiligung von 31 Prozent am Technologiekonzern Sulzer aufzubauen. Die NZB habe damit ihre aufsichtsrechtlichen Pflichten teilweise schwerwiegend verletzt. Als Konsequenz musste der damalige Geschäftsführer Martin Eberhard die Bank verlassen.

(sda)