Swatch-Fernsehen

30. April 2015 18:41; Akt: 30.04.2015 18:41 Print

Nick Hayek will Lehrlings-TV machen

von S. Spaeth - Die Swatch Group erhält auf Star TV eine Sendung. Den Auftakt bildet eine Doku über das Swatch-Auto. Nick Hayek will aber auch den Lehrlingen eine Plattform geben.

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In den Archiven der Swatch Group lagern unzählige Stunden an Filmmaterial: über die Geschichte der Zeitmesser, über Nicolas G. Hayeks Idee des Swatch-Autos, über vom Uhrengiganten gesponserte Abenteuer zu Luft und zu Wasser. Dieses Material will Swatch-CEO Nick Hayek nun der Öffentlichkeit zugänglich machen. Am Montag um 20.15 Uhr startet auf dem Schweizer Privatsender Star TV das wöchentliche TV-Format «Faces & Traces», das von der Swatch Group produzierte Inhalte zeigt.

Der Sendezeitpunkt am Montagabend sei ideal, sagte Nick Hayek an einer Veranstaltung in Zürich. «Dann läuft nichts im Rest des Programms – kein Fussball, und der ‹Kassensturz› kommt auch erst am Dienstag.» Hayek wehrt sich dagegen, mit «Faces & Traces» eine Werbesendung zu machen. Es gehe um Entertainment und um Informationsbeiträge, wie sie beispielsweise auf dem National Geographic Channel gezeigt würden. Swatch zahlt die Produktionskosten der Inhalte, ansonsten fliesst laut Hayek kein Geld zu Star TV.

Swatch-Chef will Lehre stärken

Hayek will auch Lehrlinge in «Faces & Traces» einbeziehen. «Wir wollen später unbedingt ein Lehrlings-TV machen, um den Jungen eine Plattform zu geben», so Hayek, der sich immer wieder politisch äussert. Sein Ziel: die Lehre aufwerten. Der 60-Jährige sieht den sozialen Frieden in der Schweiz gefährdet, wenn es immer weniger Arbeitsplätze und Lehrling in der Industrie gibt.

«Viele Eltern haben heute das Gefühl, dass nur ein Studium an einer Universität zum beruflichen Erfolg führt», so Hayek. Für die rund 400 Swatch-Lehrlinge sei das TV-Gefäss sehr motivierend, sagt Hayek zu 20 Minuten. Im Kasten ist die erste Lehrlings-TV-Sendung noch nicht. Man habe das Konzept aber bereits mit den Auszubildenden diskutiert.

Vision von Nicolas G. Hayek

«Faces & Traces» startet mit einem zweiteiligen Dokumentarfilm über das Swatch-Auto-Projekt. Anfang der Neunzigerjahre hatte Nick Hayeks Vater, Swatch-Group-Gründer Nicolas G. Hayek, die Idee, ein revolutionäres und günstiges Auto mit Elektro- oder Hybrid-Antrieb zu bauen. Ziel war es, die provokative und erfolgreiche Strategie der günstigen Swatch-Uhren aufs Auto zu übertragen.

Das Projekt scheiterte – nicht zuletzt, weil beim Swatch-Partner VW der Chef wechselte und es Hayeks Idee plötzlich an Unterstützung fehlte. Der 1993 bei VW an die Macht gekommene Ferdinand Piëch hatte andere Pläne und schickte das Projekt mit Swatch bachab. Vergangene Woche war Piëch beim Autobauer entmachtet worden.

Unveröffentlichtes Zeitdokument

«Wir haben den Film aus Respekt vor dem Tod meines Vaters bisher zurückgehalten», so Nick Hayek, dessen Vater im Jahr 2010 verstorben war. Nick Hayek hat einige Szenen des Films über das Swatch Auto selbst gedreht, als er noch bei Sésame Films in Paris tätig war. Vor seiner Karriere in der Uhrenindustrie absolvierte der junge Hayek eine Filmschule in Paris und war als Regisseur tätig. Zusammengeschnitten wurde der im Thriller-Stil gemachte Dok-Film vom unabhängigen Regisseur François Vives.

«Auch wenn die Swatch Group mit dem Auto nicht den Erfolg erreichte, den mein Vater geplant hatte, zeigt der Film, dass es sich lohnt, etwas zu versuchen», so Hayek. Heute arbeiten die zum Uhrenkonzern gehörenden Firmen Belenos und Renata an einer Hochleistungsbatterie für Elektrofahrzeuge.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roger Kuhn am 30.04.2015 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    ... die Hayek's sind der Zeit

    ständig voraus, sie liessen sich nie von Politik (ob links oder rechts) und Wirtschaftsverbänden "einspannen", sie ziehen ihr Ding einfach durch, das macht diese Unternehmer-Familie umso sympathischer.

  • Berufsbildnerin am 30.04.2015 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lehre vs. Studium

    Endlich! Die erste Schweizer Grossfirma, welche proaktiv das Thema Lehre vs. Studium angeht. Kompliment!

  • Swatch Lehrling am 30.04.2015 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Wissen ist Macht

    Wusste ich schon 2 Monate vor der Veröffentlichung dieses Artikels :D . Gab einen Wettbewerb unter allen Lehrlingen ;D.

Die neusten Leser-Kommentare

  • SwissPride am 03.05.2015 10:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld statt Arbeitsstellen

    Das Ledergesicht sollte sich lieber um denn schweizer Uhremarkt kümmern, diese geht Im leider am allerwertesten vorbei. Money money money mehr Kennt Der Herr nicht.

  • Daniel am 01.05.2015 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lehre / Studium

    Finde ich gut. Man sollte heutzutage lieber zuerst eine Lehre mit oder ohne BMS machen und dann erst studieren. Als ein Arbeitgeber würde ich einen ohne Praxis (nur Studium) nicht anstellen.

  • stump am 01.05.2015 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    akademiker tv

    die idee ist gut, nur wird es ein akademiker tv für studierende.

  • Clown am 01.05.2015 05:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    TV TV TV

    Endlich etwas wo denn zukünftigen Lehrlingen aufzeigt,dass es nicht Nur Büroetagen gibt wo man für gutes Geld arbeiten kann.Ohne diese wichtigen Arbeiten bringen Büroetagen nichts.

  • Dreami am 30.04.2015 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Swatch-Auto: Smart

    Aus dem Swatch-Auto wurde dann übrigens der Smart bei Mercedes :)