Werbestrategie

12. September 2018 10:00; Akt: 12.09.2018 10:00 Print

Brennende Sneakers kurbeln Nikes Verkäufe an

von R. Knecht - Kunden rufen wegen der Werbung von Nike mit einem Football-Rebellen zum Boykott auf. Der Konzern profitiert vom Rummel.

Dieser Werbespot sorgte in den USA für Aufruhr - und steigende Verkaufszahlen bei Nike. (Video: Nike)
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Der Aufruhr um die neuste Werbekampagne hat geholfen:
«Was hat sich Nike nur dabei gedacht?», fragte US-Präsident Donald Trump auf Twitter, nachdem die Sportfirma eine kontroverse Werbekampagne mit Colin Kaepernick lanciert hatte. Die Antwort auf die Frage: Nike dürfte an die Verkaufszahlen gedacht haben. Die Firma verzeichnete seit Beginn der Kampagne allein in den USA 31 Prozent mehr Onlineverkäufe, wie die Marktforscher von Edison Trends mitteilen.

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Dass Nike mit der Kampagne Erfolg hat, ...

Ein Anstieg nach dem amerikanischen Feiertag Labor Day ist zwar normal, doch ist das diesjährige Wachstum im Vergleich zu 2017 fast doppelt so gross. Dabei ist der amerikanische Markt derjenige, auf dem die Kampagne die negativsten Reaktionen – bis zu Boykott-Aufrufen – provoziert hat. Seit einigen Tagen wirbt der Football-Quarterback Colin Kaepernick, der vor gut zwei Jahren die Nationalhymnen-Proteste wegen Rassismus in den USA ausgelöst hatte, für die «Just Do It»-Werbekampagne des US-Sportartikelherstellers Nike. Einige verbrannten darauf ihre Schuhe. In New Orleans ordnete ein Bürgermeister sogar an, dass Sportclubs keine Nike-Kleider und -Schuhe mehr kaufen dürfen.

Weltweit noch besser

Es könne sehr gut sein, dass es weltweit sogar noch besser für Nike aussieht, sagt Marcel Hüttermann, Sportmarketing-Experte an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, zu 20 Minuten. Laut dem Experten steht Kaepernick beim Rest der Welt vor allem für guten Sport und ist weniger kontrovers. Aber auch ausserhalb der USA hat die Kampagne für Aufmerksamkeit gesorgt: «Beobachter schauen interessiert auf die USA oder schütteln den Kopf darüber, was dort vor sich geht.»

Hüttermann glaubt, dass viele Personen jetzt umso mehr Artikel kaufen und sogar Menschen in ihrem Umkreis dazu anstiften, ebenfalls Nike-Produkte zu kaufen: «Das ist ähnlich wie bei den Fans im Sport, die ihren Freundes- und Familienkreis mitreissen und von ‹ihrem› Verein überzeugen wollen.» Zudem sei es sogar denkbar, dass einige der Boykotteure ihre verbrannten Schuhe hätten ersetzen müssen – und die Ersatzschuhe doch wieder bei Nike kauften.

Typisch Nike

Bei der Werbestrategie auf die Kontroverse zu setzen, zahlt sich also aus. Warum trauen sich etwa Schweizer Firmen so etwas nicht? Der Hauptgrund ist laut Hüttermann, dass das Marketing zur Unternehmensstrategie und -philosophie passen muss. Nicht jede Firma stehe für die gleichen Werte wie Nike, die oft mit unkonventionellen Werbestrategien auffalle.

Auszuschliessen ist es aber laut Hüttermann nicht, dass auch Schweizer Firmen kontroverse Themen für ihre Zwecke besetzen. Voraussetzung wäre, dass die Unternehmen frühzeitig Entwicklungen in der Schweiz feststellen, bei denen sie sich sicher sein können, dass sie viele potenzielle Kunden hinter sich haben. So macht es zumindest Nike in den USA vor – auch wenn es auf den ersten Blick aussieht, als würde die Firma ein grosses Risiko eingehen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • el muertos am 12.09.2018 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    haha

    War ja logisch. Dachtet ihr, Nike schadet es, wenn ihr dessen Produkte verbrennt ? Da lachen die sich aber richtig hart ins Fäustchen.

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  • rocky53 am 12.09.2018 12:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    top

    sagte ich ja als der artikel erschien, beste werbung und es läuft wie gewünscht

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  • Fritz am 12.09.2018 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    übel

    Dass der Amerikanische Präsident jeden bekämpft der sich gegen Rassismus wehrt gibt zu denken.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Roger am 13.09.2018 21:09 Report Diesen Beitrag melden

    Nike-like

    Geile Werbung. Nicht mehr, nicht weniger. Punkt.

  • Arbiter am 13.09.2018 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    Negativ Schlagzeilen lohnen sich!

    Der NFL Spieler ist jetzt auch viel berühmter als zuvor. Genauso wie Logan Paul. Mist bauen wird zurzeit stark belohnt.

    • Fritz am 13.09.2018 09:13 Report Diesen Beitrag melden

      @Arbiter

      Wobei Kaepernick kein Mist gebaut hat sondern sich gegen Rassismus und für die Bürgerrechte einsetzt. Dinge die in der US-Verfassung stehen. Bedenklich dass der US-Präsident diesen Einsatz bekämpft.

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  • Bruno Grund am 12.09.2018 22:41 Report Diesen Beitrag melden

    Gewinn-Marge macht's möglich

    Eine solche Werbung kann auch nur eine Firma platzieren, welche ihr Produkt für EUR 12.00 herstellen lässt, um es anschliessend für EUR 220.00 zu verkaufen. Und solange es derart verpeilte Menschen gibt, welche eine solche Geschäftspolitik unterstützen und solche Produkte kaufen, solange streichen diese Firmen derart fette Gewinne ein. Die können sogar Geld dafür ausgeben, dass in allen grösseren Medien über ihre Werbung diskutiert wird.

  • Pesche FR am 12.09.2018 18:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Konzept hat funktioniert!

    Man lese das Buch "die Psychologie des Überzeugens" von Robert Cialdini.

  • Ling Ling am 12.09.2018 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Just do it

    Die Arbeitssklaven in Asien und Indien wirds auch freuen..Ist halt typisch für unsere Zeit, dass eine Kampagne gegen Rassismus auf dem Buckel von Menschen ausgetragen wird, denen es noch schlechter geht, als jenen die mann zu schützen behauptet, aber hauptsache die Hippsterveganer aus dem Westen können sich moralisch überlegen fühlen..Ich nenn sowas einfach nur Heuchelei!