Falsche Flagge

03. Juli 2019 11:50; Akt: 03.07.2019 12:16 Print

Nike zieht Sneaker wegen Rassismus-Vorwurf zurück

Nike ruft seinen neuen «Air Max»-Sneaker zurück. Er zeigt eine US-Flagge aus der Sklavenzeit.

Bildstrecke im Grossformat »
Rassismus-Symbol: Die US-Flagge aus dem 18. Jahrhundert mit 13 Sternen im Kreis. Colin Kaepernick appellierte öffentlich an Nike, die Schuhe zurückzuziehen. Im Jahr 2017 hatten NFL-Spieler zusammen mit Kaepernick (Mitte) gegen Polizeibrutalität und Rassen-Ungleichheit protestiert. Kaepernick ist ehemaliger Star-Quarterback der San Francisco 49ers und begann 2016 mit den Protesten, indem er während der Nationalhymne «The Star-Spangled Banner» nicht stehen blieb, sondern sich hinkniete. Seither hat er keinen Arbeitgeber mehr. Kein Club will ihn aufnehmen. So hatte er auch Zeit, sich den Tennismatch zwischen Serena und Venus Williams am US Open 2018 anzusehen. Im 2018 warb Nike mit Kaepernick. Er war Teil der neuesten «Just Do It»-Werbekampagne des US-Sportartikelherstellers. Kaepernick postete ein Bild der Kampagne auf seinem Twitter-Account. US-Präsident Donald Trump hatte des Öfteren gefordert, alle protestierenden Football-Profis zu entlassen. Er bezeichnete diese als «Hurensöhne». Dennoch protestierten NFL-Spieler weiter. So etwa Philadelphia-Eagle Malcolm Jenkins. Auch Robert Quinn von den Miami Dolphins protestierte 2018 während der Nationalhymne des Pre-Season-Games, dem Florida-Derby gegen die Tampa Bay Buccaneers, indem er die rechte Faust in die Höhe streckte. Stills, Spieler der Miami Dolphins, kniete mit seinem Teamkollegen Albert Wilson (h.). Der vertragslose Kaepernick (r.) unterstützte sowohl die alternativen Protestaktionen als auch die weiterhin knienden NFL-Profis wie Kenny Stills (l.).

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der neue Nike «Air Max 1 USA» war für den US-Nationalfeiertag am 4. Juli gedacht gewesen. Kurz davor hatte ihn der Sportartikel-Konzern zurückgerufen. Der frühere Football-Profi und Nike-Werbeikone Colin Kaepernick hatte darauf gepocht.

Umfrage
Haben Sie Nike-Schuhe?

Der Grund ist die US-Flagge, die hinten auf dem Sneaker prangt. Es ist die sogenannte «Betsy Ross Flag» mit 13 weissen Sternen. Sie wurde Ende des 18. Jahrhunderts entworfen und gilt allgemein als Flagge der Revolution und des Unabhängigkeitskriegs gegen Grossbritannien. Von rechtsextremen Gruppen wird jedoch versucht, sie als Symbol von Nationalismus, Sklaverei und «Überlegenheit der weissen Rasse» zu besetzen. Heute verwenden sie einige rechtsextreme Gruppen der USA.

Internet-Preise von über 2000 Dollar

Der Sneaker steht bei Händlern nicht mehr in den Regalen noch ist er auf der Nike-Website zu bestellen. Auch auf anderen Internet-Websites ist er offenbar inzwischen verschwunden. Zunächst war er auf Portalen noch zu Preisen von über 2000 Dollar erhältlich gewesen. Der ursprüngliche Preise war 120 Dollar.

Kaepernick hatte im vergangenen Jahr mit einer aufsehenerregenden Kampagne für Nike geworben: «Believe in something. Even if it means sacrificing everything. Just do it» war sein Werbe-Leitspruch («Glaube an etwas. Auch wenn das bedeutet, alles aufzugeben. Tue es einfach»). Er war der erste Football-Spieler der Profiliga NFL gewesen, der 2017 aus Protest gegen Polizeigewalt gegen Schwarze beim Abspielen der Nationalhymne gekniet und nicht gestanden hatte. US-Präsident Donald Trump hatte ihn deshalb als «Hurensohn» bezeichnet und Kaepernick hat darauf seinen Club verloren; er ist seitdem ohne Team.

(ish)

sentifi.com

20min_ch_app Sentifi Börseneinblicke aus den sozialen Medien

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hobbit am 03.07.2019 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Passt schon irgendwie ...

    Wir sind die Sklaven des Konsums. Von dem her passt die Flagge schon ...

    einklappen einklappen
  • Papa Bär am 03.07.2019 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wetten die in den Läden...

    ...gestandenen Exemplare sind restlos ausverkauft? Made in wo genau? Bangladesh vielleicht?

  • Roberto Baggio am 03.07.2019 12:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das sind Sorgen!

    Andere Sorgen haben die nicht? Toll!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Don jonson am 04.07.2019 20:14 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizerkreuz

    Wurde eingeführt als in der Schweiz Hexenverbrennungen waren. Also, die mit schmalen weissen Balken (wie damals) auf keinen Fall schwenken! :-)

  • Jesus am 04.07.2019 19:12 Report Diesen Beitrag melden

    Egal, was man tut

    In den Büschen lauert immer eine profilierungs-süchtige (heute bin ich mal feministisch unterwegs und bezeichne alle als weiblich) Empörlerin, die überall Rassismus und Sexismus sieht, und sofort emotional Vollgas gibt, während sie ihre Wahnsinns-Scharen hinter sich sammelt. Leben werden ruiniert, Unternehmen in Unkosten gestürzt, alles nur um in der Öffentlichkeit Mutter Theresa zu spielen.

  • E.M. am 04.07.2019 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So beraubt man sich der Geschichte

    Es ist schon fast wieder zum Lachen,aber leider ist die Wahrheit über die Geschichtslücke dieser Fahne zu tragisch. Es waren 13 Gründungs Staaten (Kolonien von Grossbritannien) die sich unabhängig erklärten. Die Sterne waren im Kreis angeordnet und mit jedem neuen Mitglied wurden die dann aus Platz Gründen neben einander aufgereiht. Die Sklavenarbeit gab es damals in weiten Teilen der Welt nicht nur in den USA.Aber es ist heute eine fragwürdige Erscheinung was alles den Rassismus-Vorwurf hervorruft,man siehe die LKW Edgenoss Empörung . Die Bezeichnung Eidgnoss im Schwingsport Hilfe Rassismus.

  • Historiker am 04.07.2019 17:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die USA

    werden auf immer mit Sklavenland assoziiert bleiben.

    • René am 04.07.2019 17:30 Report Diesen Beitrag melden

      die Osmanen und Araber

      komischerweise nicht, obwohl die auch regen Sklavenhandel betrieben und Sklaven hielten.

    • Ueli am 04.07.2019 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Historiker, hm

      Was das Wort "assoziiert" hier soll, erschliesst sich mir nicht ganz, zumal diese Art von Sklavenhandel von den Europäischen Mächten, allen voran Portugal, Spanien und Grossbritannien initiiert worden war.

    • Klaas am 04.07.2019 21:44 Report Diesen Beitrag melden

      @rene

      Und das tun sie immer noch. Siehe Syrien und Libyen und wohl noch an vielen anderen Orten.

    einklappen einklappen
  • Knackwurst am 04.07.2019 17:13 Report Diesen Beitrag melden

    und die osmanische Fahne?

    die steht dieser "Logik" nach auch für Angriffskriege, Unterdrückung und Besetzung von Ländern des Balkans, mittleren Ostens und grossen Teilen Nordafrikas. Und vergessen wir nicht den Union Jack, das britische Empire hat die halbe Welt kolonisiert, ausgebeutet und unterjocht, Fahne verbieten?