14'000 Fälle

11. April 2019 08:36; Akt: 11.04.2019 09:38 Print

Noch nie gingen so viele Firmen pleite wie 2018

2018 wurden so viele Firmen- und Privatkonkursverfahren eröffnet wie nie zuvor.

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Mit 43'220 Firmengründungen gab es 2018 fast so viele neue Unternehmen in der Schweiz wie im Rekordjahr 2017. Insbesondere im Kanton Zug war das Wachstum gross. Dies, weil sich dort das sogenannte Crypto Valley befindet, das scharenweise Blockchain-Unternehmer anlockt. Doch 2018 gab es auch viele Konkurse. Nach turbulenten Jahren hat die Berner Regionalfluggesellschaft am 29. August den Betrieb eingestellt. Aviatik-Experten sind der Meinung, dass die schwammige Strategie des Unternehmens und die grosse Konkurrenz durch Billig-Airlines Hauptgründe fürs Grounding sind. Im Mai ging der Betreiber der Schweizer OVS-Läden in Nachlassstundung, im August kam der Konkurs. Rund 1200 Mitarbeitende erhielten die Kündigung. Logo Publicitas im Glattpark in Opfikon (ZH) am Dienstag, 1. Mai 2018. (KEYSTONE/Walter Bieri) Kurz vor Skywork meldete mit Belair noch eine zweite Schweizer Airline Konkurs an. Das aus der Konkursmasse von Air Berlin herausgelöste Unternehmen meldete Mitte August die Insolvenz an. Im April ging die Bündner Traditionsfirma Andrea Pitsch in Konkurs. Die Eigentümerfamilie schrieb, der Grund sei der ruinöse Preiskampf in der Branche. Das Unternehmen betonte, dass es nie Teil war der Untersuchung der Wettbewerbskommission wegen des Verdachts von Preisabsprachen im Baugewerbe im Kanton Graubünden. Etwa 200 Ganzjahres- und Saisonstellen gingen verloren. Auch für kleinere Baunternehmen kam es zum Aus: So etwa die Hirzel Bauunternehmung aus dem Zürcher Oberland. 67 Mitarbeiter wurden im September informiert, dass die Firma wegen des Margenzerfalls im Wohnungsbau in Liquidation gehe. Die Betreibergesellschaft des umstrittenen Zürcher Edelpuffs Blue Opera meldete Ende August Konkurs an. das Etablissement soll rund 1 Million Franken Schulden gehabt haben und wurde wiederholt zum Ziel von Vandalen. Im Juli wurde bekannt, dass der Betreiber des zweitgrössten Schweizer Zirkus Konkurs angemeldet hat. Für den Circus Royal war das aber nicht das Aus: Direktor Oliver Skreinig gründete bereits zuvor einen neue Firma, die den Zirkus weiterführt. Allerdings läuft derzeit noch ein Strafverfahren, das prüfen soll, ob die Verschiebung in die neue Gesellschaft rechtens war.

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Im Jahr 2018 wurden 13 971 Firmen- und Privatkonkursverfahren nach Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) eröffnet. Dies sind 714 Fälle mehr als 2017. Es handelt sich um einen neuen Höchstwert.

Die Zahl der Konkurseröffnungen nahm in den meisten Grossregionen zu. Lediglich in Zürich wurden 2018 weniger Konkurseröffnungen gezählt als 2017 (–24 Fälle).

Die finanziellen Verluste aus den Konkursen stiegen 2018 wieder über die Marke von 2 Milliarden Franken. Diese Zunahme um 328 Millionen Franken folgt auf einen Rückgang im Vorjahr: 2017 wurde der tiefste Wert seit 1994 verzeichnet.

(fss)