Zahlungen an Trump-Anwalt

16. Mai 2018 07:44; Akt: 16.05.2018 07:46 Print

Novartis-Chefjurist tritt zurück

Nach Bekanntwerden von Zahlungen an Trumps Ex-Anwalt geriet Novartis immer weiter in die Kritik. Kadermitglied Felix Ehrat übernimmt jetzt die Verantwortung.

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Bei Novartis kommt es nach der Zusammenarbeit mit einem Anwalt von US-Präsident Donald Trump zu personellen Konsequenzen. Wie der Konzern am Mittwoch mitteilte, wird Chefjurist und Geschäftsleistungsmitglied Felix Ehrat per 1. Juni 2018 von seinem Amt zurücktreten.

Dieser Schritt erfolge im Zusammenhang mit Diskussionen über die frühere Vereinbarung von Novartis mit Michael Cohen von der Beratungsfirma Essential Consultants, heisst es. Cohen ist Anwalt von US-Präsident Donald Trump.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass Novartis mit der Firma des US-Anwalts zusammengearbeitet hatte. Mittlerweile sei der einjährige Vertrag mit dem Unternehmen ausgelaufen, hatte der Konzern bestätigt.

«Vertrag war ein Irrtum»

Ehrat war seit 2011 Group General Counsel und Mitglied der Geschäftsleitung von Novartis. Zu seinem Rücktritt erklärt Ehrat laut Mitteilung: «Dieser Vertrag, obwohl juristisch nicht zu beanstanden, war ein Irrtum». Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung von Novartis zollten Ehrat für seinen Rücktrittsentscheid «grossen Respekt», heisst es weiter.

Als Nachfolgerin wurde bereits Shannon Thyme Klinger berufen. Sie bekleidet derzeit noch das Amt einer Chief Ethics, Risk and Compliance Officer. Ihr wiederum folgt Natacha Theytaz, derzeit Global Head Internal Audit. Sie wird per 1. Juni neu die Ethics, Risk and Compliance Organisation ad interim leiten.

Darüber hinaus kündigt Novartis an, dass Robert Weltevreden, bisheriger Leiter Business Services bei Syngenta, zum Leiter Novartis Business Services (NBS) ernannt wird. Er wird an den Novartis-CEO Vas Narasimhan berichten und der Geschäftsleitung von Novartis angehören. Auch er wird seine Tätigkeit am 1. Juni 2018 aufnehmen.

(chi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dr. Stolte am 16.05.2018 07:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vertrag ein Irrtum?

    Schöner kann man es ja kaum ausdrücken.

  • Sven E. am 16.05.2018 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kann den Bloedsinn nicht mehr hoeren

    Wenn ein Topmanager mit goldenem Fallschirm von dem Mist, den er verbockt hat, davonlaeuft, dann ist das nicht "Verantwortung uebernehmen".

  • Tim am 16.05.2018 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachfolge falsch ...

    Konsequent wäre allerdings, wenn auch die alte Ethik Chefin Shannon Thyme Klinger gehen würde. Sie hat zwar nicht unterschrieben, wird aber fürs aktive Wegschauen noch belohnt. Welch Ironie!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Christin am 17.05.2018 16:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo Rauch ist, ist auch Feuer

    Sie drängen sich wieder überall in den Vordergrund und beklagen sich, dass der Antisemitismus wieder aufflammt, ja, kein Wunder

  • Christin am 17.05.2018 11:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Goldenes Kalb

    Eigenartig, wo Geld ist, hocken immer derselbe Menschenschlag, sie Willen die ganze Welt beherrschen und büssen.

  • Hänsel am 16.05.2018 20:19 Report Diesen Beitrag melden

    Zusammenarbeit

    Was wollte Novartis kaufen? Hat da nicht jemand 5 Tonnen Chemie an Assad vorbei nach Syrien geliefert?

  • Daniel am 16.05.2018 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig richtig...

    ... dass Vincenz im Knast bleibt. Neue Verdächtigungen liegen vor und dadurch besteht Verdunkelungsgefahr.

  • Josi am 16.05.2018 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Thema erledigt ?

    Vermutlich mit Flaschen drehen wurde jetzt jemand ausgewählt, dessen Kopf zur Verfügung zu stellen. Versüsst wird ihm der Abgang natürlich mit einer ordentlichen Abfindung. Und das Rad dreht sich weiter.