Bezirksgericht Arbon

19. Dezember 2011 17:10; Akt: 19.12.2011 17:11 Print

Nur 1000 Franken Busse, aber 1,2 Mio. abkassiert

Der Ex-Finanzchef eines Elektrizitätswerks hatte 35 Millionen Franken in den Sand gesetzt und dabei abkassiert. Jetzt wurde er verurteilt, aber das dürfte ihn kalt lassen.

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Auf die Zivilforderung des EKT wurde nicht eingetreten. (Bild: ekt.ch)

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Der frühere Finanzchef des Elektrizitätswerks des Kantons Thurgau (EKT) ist vom Bezirksgericht Arbon wegen Geldwäscherei, ungetreuer Geschäftsbesorgung und Bestechlichkeit verurteilt worden. Das Gericht sprach eine bedingte Freiheitsstrafe von 16 Monaten aus.

Ausserdem muss der Verurteilte 1000 Franken Busse zahlen, wie das Gericht am Montag bekanntgab. Die Richter blieben damit deutlich unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte für den Ex-Finanzchef eine Freiheitsstrafe von drei Jahren, davon ein Jahr unbedingt, gefordert.

Verurteilter lebt in Thailand

Der ehemalige Finanzchef, der heute in Thailand lebt, hatte 35 Millionen Franken des Elektrizitätswerks bei der US-Bank Lehman Brothers angelegt. Dafür kassierte er unrechtmässig 1,2 Millionen Franken Provisionen. Das angelegte Geld ging durch den Konkurs der Bank verloren.

Das Bezirksgericht sprach den Angeklagten der ungetreuen Geschäftsbesorgung in acht Fällen, der gewerbsmässigen Geldwäscherei in fünf Fällen und der Annahme von Bestechungsgeld schuldig. Vom Vorwurf des unlauteren Wettbewerbs wurde er freigesprochen.

Drei Mitangeklagte verurteilte das Gericht zu bedingten Geldstrafen von 13 200, 6300 und 900 Franken sowie zu Bussen von 2000 und 1000 Franken. Auf die Zivilforderung des EKT wurde nicht eingetreten.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • gusti zwahlen am 19.12.2011 23:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abgangsentschädigung

    was ist eigentlich mit seiner Abgangsentschädigung? Die darf er wohl auch noch behalten! Waren es nicht 80000.- ?

  • Lukas am 20.12.2011 06:30 Report Diesen Beitrag melden

    Diebstahl..

    lohnt sich nicht unter einer Million, da kriegt man Knast. Ab einer Million wird man gelobt und geniesst Ansehen. Stielt man mehrere Millionen (am besten von Volk) gibts n Orden und man ist ein neuer Volksheld. Also, Ihr wisst nun wies geht...

  • benni am 19.12.2011 20:57 Report Diesen Beitrag melden

    amtl.begl. Diebstahl

    Familien werden zerrissen im namen des gesetzes, auf dem kleinen mann wird rumgetrampelt, hilflose menschen ausgenutzt und abgezogen etc etc, aber den bonzen, die ihren reichtum auf dem rücken der mittel- und unterschicht machen, wird nicht mal der prozess gemacht, wenn die schuld offensichtlich ist. der blanke hohn. da wundert sich noch jemand, wenn keiner mehr respekt vor der obrigkeit hat?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Der Beobachter am 20.12.2011 19:17 Report Diesen Beitrag melden

    Der Bürger zahlt... und zahlt

    Und wieder ein Finänzler der im SChutz der Justiz abkassiert hat... Rechtsstaat Schweiz wo die Politik es tunlichts unterlässt etwas dagegen zu tun - wenn schon der Stuerzahler unegfragt kriminelle Machenschaften schützen muss - die in Bern sind so weit mie die Merkel: Gestohlene Daten kaufen ist Hehlerei. Wo bitte bleibt der UNterschied?

  • Werner Hürlimann am 20.12.2011 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Sich auf Kosten anderer bereichern lohnt

    sich. Das ist für mich amtliche Unterstützung für sich an fremden Geld bereichern zu können. Finde ich gut! Dann kann man ohne grossen Aufwand Millionen verdienen, muss nicht bis 71 J. arbeiten und ist nicht von der Rente abhängig. Stehlen statt verdienen heisst die Devise! Da ist ja jeder blöd, der wie bei der Swiss als Dank ein Käsebrett erhält ... was für eine Scheiss Justiz!

  • ivan postic am 20.12.2011 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Es muss was getan werden!

    wie lange geht das noch so weiter? Das sind gründe warum man an einer Occupybewegung mitgemacht haben sollte, aber die Schweizer sind etnweder zu faul oder motzten lieber anstatt zu machen! Oder vertraut ihr noch auf die Politiker? Wie lange ist die Abzockerinitiative schon hängig?

  • Marcel Strässle am 20.12.2011 07:40 Report Diesen Beitrag melden

    Strafe auf Bewährung ist nichts wert

    Da kommen einem doch Zweifel am Rechtssystem der Schweiz auf. Was soll das eigentlich die ganzen Strafen auf Bewährung? Bewährung ist ein Klapps auf die Finger: "Mach das bitte nie mehr". Nicht mehr. Das ist doch jedem Täter völlig egal eine Strafe auf Bewährung zu erhalten ... und der Dumme ist der rechtschaffende Bürger.

  • Lukas am 20.12.2011 06:30 Report Diesen Beitrag melden

    Diebstahl..

    lohnt sich nicht unter einer Million, da kriegt man Knast. Ab einer Million wird man gelobt und geniesst Ansehen. Stielt man mehrere Millionen (am besten von Volk) gibts n Orden und man ist ein neuer Volksheld. Also, Ihr wisst nun wies geht...