500'000 Haushalte

20. Juni 2019 09:52; Akt: 20.06.2019 09:56 Print

Nur 3 Länder haben mehr Millionäre als die Schweiz

Die Anzahl der Dollar-Millionäre nimmt weltweit zu. In der Schweiz gibt es 500'000 Haushalte, die über eine Million oder mehr verfügen.

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In der Schweiz gibt es 500'000 Haushalte die eine Million Dollar oder mehr besitzen. Platz 10: Alfred N. Schindler ist der Firmenpatriarch des weltweit wichtigsten Lift- und Rolltreppenkonzerns Schindler. Dieser hatte ein gutes Jahr. Der Umsatz lag erstmals über 10 Milliarden Franken. Zudem hat die Familie durch jährliche Aktienrückkäufe kontinuierlich die Stimmkraft gesteigert. Mittlerweile hält die Familie 71 Prozent der Stimmen. Die sonst eher knausrige Familie hat zudem überraschenderweise die Dividende erhöht. Davon profitiert die Familie selber auch. Platz 9: Der 54-Jährige Andreas Jacobs und seine Familie ist mit dem Handel von Kaffee, Tee, Kakao und Schokolade steinreich geworden. Heute sind die Jacobs vor allem für ihre milliardenschweren Beteiligungen bekannt. Diese schenkten auch 2018 ein. Platz 8: Die Chefin von Heineken und Wahlbündnerin Charlene de Carvalho-Heineken rutschte vom 7. auf den 8. Rang. Der weltweit zweitgrösste Braugigant Heineken hat im Sommer für rund 2.7 Milliarden Euro 40 Prozent der China Resources Beer Holding gekauft. Die Chinesen übernahmen dafür 5.2 Millionen Heineken-Aktien. Zum Bierimperium von Heineken gehören auch die Marken Eichhof, Calanda, Haldengut, Amber und Ziegelhof. Platz 7: Das Familienunternehmen Serono haben die Bertarellis 2007 für 16 Milliarden Franken verkauft. Ernesto baute Investmentfirmen auf, mit denen er erfolgreich sein Geld vermehrt. Er hat zweimal den America's Cup im Segeln gewonnen, sich aber mittlerweile vom Sport zurückgezogen. Gattin Kirsty (47) versucht sich derweil als Sängerin. Platz 6: Von Platz 5 auf Platz 6 zurückgefallen in der Liste ist die Familie Brenninkmeijer. Sie ist im Textilhandel (C&A) und mit Immobilien reich geworden. Im Bild: C&A-Schweiz-Chef Albert Brenninkmeijer mit Gattin Carolina (die übrigens eine holländische Prinzessin ist) bei ihrer Hochzeit im Jahr 2012. Platz 5: Der Chanel-Mitbesitzer Gérard Wertheimer ist neu in die Top 10 vorgerückt. Sein Vermögen ist um 8 Milliarden Franken gestiegen. Grund ist eine Neubewertung seines Modehauses. Wertheimer ist an Chanel zusammen mit seinem Bruder Alain zu je 50 Prozent beteiligt. Im Bild: Queen Elizabeth II, Gérard (Mitte) und Alain Wertheimer. Platz 4: Wie im letzten Jahr ist Joseph Safra auf Rang 4. Er ist der reichste Banker der Welt und lebt in Crans-Montana und in Brasilien. Zu seinem Imperium gehört auch die Basler Bank J. Safra Sarasin. Links im Bild: seine Gattin Vicky. Platz 3: Im letzten Jahr belegte der Brasilien-Schweizer noch den 2. Platz. Doch die schwachen Aktienmärkte liessen das Vermögen von Jorge Lemann (im Bild mit seiner Frau Susanna) um 7 Milliarden Franken schrumpfen. Allein seine Beteiligung am weltgrössten Bierbrauer AB InBev sackte um 6 Milliarden Franken ab. Der 78-Jährige lebt in einer Villa am Zürichsee. Platz 2: Die Nachfahren der Roche-Gründerfamilien kontrollieren 50,1 Prozent der Stimmen am Pharma-Konzern und 9.3 Prozent des Kapitals. Roche verdient weiterhin viel Geld und weist steigende Gewinne aus. Davon profitieren die Besitzerfamilien, wie die «Bilanz» schreibt. Im Bild: Roche-Verwaltungsrat André Hoffmann (2. v. r.) an einem Anlass von Swisscleantech im August 2013. Platz 1: Die Ikea-Familie Kamprad hält seit 17 Jahren unangefochten den Spitzenplatz unter den 300 Reichsten. Die Herrscher über das IKEA-Imperium sind die Söhne des verstorbenen Firmengründers Ingvar Kamprad: Jonas, Mathias und Peter besitzen den Schweizer Pass. Nachdem es die Blochers im letzten Jahr erstmals in die Top 10 geschafft haben, gehört die Familie 2018 zu den Verlierern. Grund ist der Preiszerfall der Aktien von Ems-Chemie. Das verkleinerte das Blocher-Vermögen um . Damit fällt die Blocher-Familie aus den Top 10. Beteiligt an der Ems-Chemie sind neben Magdalena Martullo-Blocher auch ihre Schwestern ... ... Miriam und ... ... Rahel. Der Mehrheitsaktionär des Logistikkonzerns Kühne + Nagel hat in diesem Jahr viel Geld verloren. Schuld ist das Abrutschen der Firmenpapiere. Kühne besitzt 53.3 Prozent des Konzerns. Er musste insgesamt ein Minus von hinnehmen. Patrick Drahi gehört der Telekommunikationskonzern Altice. Der israelisch-französische Unternehmer spaltete den Konzern in eine amerikanische und eine europäische Gesellschaft auf. Den US-Teil brachte er an die Börse. Doch die plötzliche Talfahrt von zwei Aktien brachte Drahi hohe Verluste. Altice USA brach um ein Drittel ein, Altice Europe verlor mehr als vier Fünftel. Insgesamt schrumpfte das Vermögen von Drahi um 2 Milliarden Franken. Die USA setzten den russischen Oligarchen und Investor auf ihre Russland-Sanktionsliste. Plötzlich konnte er mit seiner Renova Holding und anderen Firmen keine Geschäfte mehr in den USA machen. Auch wurden US-Gelder eingefroren. Vekselberg reagierte und verkleinerte etliche Beteiligungen. Den Aktienkursen tat das nicht gut. Vekselbergs Vermögen sank so um Franken. Und noch einmal Bierbaron Lemann: Weil sein Vermögen um Franken schrumpfte, gehört er zu den grössten Verlierern in der Reichenliste der «Bilanz». Das Möbelhaus IKEA boomt noch immer. Dafür sorgen die ehrgeizigen Kamprad-Söhne Jonas, Mathias und Peter. Sie bauen das Imperium weiter kräftig aus. In diesem Jahr eröffneten sie 18 neue Möbelhäuser, 15 sind im kommenden Jahr geplant. Zudem streben sie den Markteintritt in Lettland und Indien an. Das gut laufende Geschäft lässt das Vermögen der Kamprads anschwellen – um Die Familie Jacobs verdiente unter anderem auch mit Beteiligungen in diesem Jahr schön dazu. Das Vermögen wuchs um. Dafür gesorgt haben vor allem die 64-Prozent-Beteiligung am weltgrössten Schokolandehersteller Barry Callebaut. Im Bild: Andreas Jacobs. Der in Armenien geborene Investor ist mit 23,5 Prozent am russischen Gasproduzenten Novatek beteiligt. Der Konzern ist mittlerweile ein Schwergewicht und plant riesige Projekte. Zudem zieht die Nachfrage nach Flüssiggas an. Die Novatek-Aktien sind um die Hälfte gestiegen. Zusammen mit anderen Beteiligungen bläht das Timtschenkos Konto immer mehr auf. Hinzugekommen sind Der Belgier Alexandre Van Damme lebt seit 2016 in der Schweiz und besitzt etliche Beteiligungen. Eine der grössten ist jene am Bierimperium AB InBev. Dort sitzt er auch im Verwaltungsrat. Wie ein Journalist laut «Bilanz» enthüllte, besitzt Van Damme deutlich mehr Anteile am Bierkonzern. Daher gehört der Investor mit einem Plus von zu den grossen Aufsteigern in diesem Jahr. Die Bewertung des Modehauses Chanel musste deutlich nach oben korrigiert werden, denn erstmals in der über 100 Jahre alten Firmengeschichte hat das Modehaus Ertragszahlen vorgelegt. Folglich musste auch das Vermögen des Besitzers Gérard Wertheimer neu geschätzt werden.Es ist nun um angeschwollen. Damit ist Wertheimer der grösste Aufsteiger in der aktuellen Liste.

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Die Zahl der Millionärshaushalte ist im vergangenen Jahr weiter gewachsen. Weltweit stieg sie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group zufolge um zwei Prozent auf 22,1 Millionen.

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Zwei Drittel der Millionäre leben in den USA. «Dahinter folgen mit den meisten Millionärshaushalten China (1,3 Millionen), Japan (1,1 Millionen) und die Schweiz (0,5 Millionen)», heisst es in der am Donnerstag veröffentlichten Studie. Mit 0,4 Millionen Reichen landeten Grossbritannien, Frankreich, Italien, Kanada und Deutschland auf Platz fünf.

Allerdings dürfte sich das Bild in den kommenden Jahren deutlich verändern, schrieben die Studienautoren, die Vermögensverwalter in 97 Ländern befragt hatten. In Asien und in Afrika dürfte die Zahl der Millionäre bis 2023 um zehn Prozent zulegen, in Südamerika um neun Prozent. Weltweit werde die Zahl der Millionäre dann auf 27,6 Millionen zulegen.

Drei Promille besitzen die Hälfte

Drei Promille der Weltbevölkerung besitzen der Studie zufolge etwa die Hälfte des weltweiten Vermögens. Das private Finanzvermögen in Bargeld, Aktien, Wertpapieren und Fonds sei 2018 um 1,6 Prozent auf gut 179 Billionen Euro gewachsen, teilte BCG mit.

Angeführt werde die Liste von US-Amerikanern mit 74 Billionen und Chinesen mit 18 Billionen Euro. Das Finanzvermögen aller Deutschen sei 2018 um 1,9 Prozent auf 6,5 Billionen Euro gestiegen. Die Deutschen legten 41 Prozent ihres Finanzvermögens auf Sparkonten oder bar zurück, fast gleich viel hätten sie in Pensionskassen und Lebensversicherungen, nur 19 Prozent in Aktien.

Rund 76 Millionen Wohlhabende an der Schwelle zum Millionär und auf der Suche nach guten Geldanlagen eröffneten für Vermögensverwalter in den nächsten Jahren gute Wachstumschancen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alesi am 20.06.2019 10:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arme Schweiz

    Fragt mal lieber wieviele können die Krankenksssen nicht mehr bezahlen?! Offene Prämien. Schönen Sommer

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  • Ruedi am 20.06.2019 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    das kann ich mir vorstellen....

    fakt ist, dass 90% Prozent der Millionäre in der Schweiz nicht reich geworden sind, weil sie viel gearbeitet haben, sondern sie haben einfach geerbt.

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  • lolarennt am 20.06.2019 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hausbesitzer sind wohl der Hauptgrund

    Jeder der ein Eigenheim hat ist ja bereits auf dem Papier schon Millionär. Das bedeutet aber nicht, dass man reicht ist. Eine Million in der Schweiz ist auch in Relation zu 1 Million in anderen Ländern nicht wirklich viele wenn man den Lebensstandard und die Ausgaben vergleicht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rumpelstilz am 21.06.2019 17:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Schere geht weiter auf

    Ja die sehr reichen Menschen haben ein immer grösseres Vermögen. Man spricht auch nicht mehr von den Millionen der Reichen , sondern von Milliarden welche einen Bruchteil der Weltweiten Bevölkerung hat Im Gegensatz blutet der Mittelstand immer mehr aus. Es werden auch in der Schweiz immer mehr Gesetze verabschiedet, welche den Mittelstand mehr bluten lässt! Und noch zu erwähnen wären die Menschen auf dieser Welt, welche nicht genug zu essen und zu trinken haben. Denkt doch daran, ihr sehr Reichen, dass das letzte Hemd keine Säcke hat

    • die elite und der rest am 21.06.2019 18:02 Report Diesen Beitrag melden

      Das nennen

      die Goodies "Umverteilung" Sie verteilen das erarbeitete vom Mittelstand. Darum blutet der aus. Sie selber geben nichts. Predigen Wasser und trinken Champagner. So sieht es aus. Die haben alle schön um den Finger gewickelt. Die Rettung der armen die geholt werden ist in wirklichkeit Ausbeutung. Die arbeiten noch billiger.

    • Xsasan am 21.06.2019 23:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @die elite und der rest

      Ja, und wer verhindert immer wieder im Parlament, dass die obersten Zehntausend endlich stärker besteuert werden, um den Mittelstand zu entlasten? Tipp: es sind nicht die Linken... Das Sünneli scheint eben für die Reichen am hellsten!

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  • Ali G am 21.06.2019 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht können wollen

    Jaja aber Netflix, Swisscom all on one Paket alles unbeschränkt für 200.- im Monat geht aber problemlos.. bla bla bla

  • Peter Vogel am 21.06.2019 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    1 Mio ist nichts in der Schweiz

    Bin etwas über 30 und wenn ich meine Löhne der letzten 10 Jahre zusammenrechne komme ich locker auf 1 Million. Leider ist das ganze Geld für überteuerte Mieten, KK-Prämien, Steuern, Zugbilette, etc. draufgegangen. Das Leben in der Schweiz ist derart teuer, dass man sich hier als normalsterblicher gar kein Geld mehr zusammensparen kann.

    • TugasPro94 am 21.06.2019 23:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Vogel

      Bin 24 nie mehr als 70k im Jahr und trotzdem enorm vidl gespart. Allein gespartes sind es wohl 140-160k. Dirch kluge investitionen habe ich knapp ne halbe million beisammen. Man muss halt was dafür tun

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  • Nigg Mohr am 21.06.2019 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Tipp, wie wird man

    Milionär. Früher sagte man, Du wirst nur reich, wenn Andere für dich arbeiten. Heute wirst Du nur reich, wenn du genug Dumme findest, die Deinen "Käse" den Du veröffentlichst, verfolgen. Oder Dir seine Daten geben, die Du dann an die nächsten Dummen verkaufen kannst. Die glauben dann, dass die Werbung effektiver ist, und sie mehr verkaufen können. Jeden Tag stehen sehr viele Dumme auf. Du musst nur keiner der ihren sein.

  • Daniel am 21.06.2019 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Millionäre die kaum Steuern bezahlen

    Sowas von ärgerlich - passt aber in die rechtsbürgerliche Steuerlogik: Firmen & Millionäre entlasten, dafür die Kleinen und Mittleren besteuern.

    • Tausendsassa am 21.06.2019 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Daniel

      Und da haben sie die Schwarzgeldmillionäre in der Schweiz welche ihre Tausendernoten gebündelt in den Tresorfächern horten, dank Inlandbankgeheimnis noch nicht dazugezählt.

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