Schweizer Präzision

20. Juni 2011 18:08; Akt: 20.06.2011 18:08 Print

Obwaldner Elektromotoren auf dem Mars

von Gérard Moinat - Die Antriebe der Firma Maxon Motor sind sowohl auf dem Mars als auch als Transplantate in Menschen zu finden. Eine Erfolgsgeschichte aus Sachseln (OW).

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Sie sind die wahren Perlen der Schweizer Maschinenindustrie: Unternehmen wie der Präzisionsantrieb-Hersteller Maxon Motor. Am Montag gab das Unternehmen seine Geschäftszahlen für das Jahr 2010 bekannt.

Die Bilanz: Trotz des Euro- und Dollartiefs und einem Exportanteil von über 80 Prozent schliesst das Unternehmen 2010 mit einem Rekordergebnis ab.

Die 1850 Mitarbeiter generierten einen Umsatz von 306,6 Millionen Franken. Das sind 23,6 Prozent mehr als noch 2009. Der Cashflow betrug 40,8 Millionen Franken. Und eine weitere interessante Zahl: Trotz der weltweiten Aufstellung des Unternehmens sind 1050 der Maxon-Leute in Sachseln (OW) an den Gestaden des Sarnersees stationiert.

Projekte: Von Obwalden bis auf den Mars

Über 15 000 verschiedenen Antriebsvarianten fertigt das mittlerweile 50-jährige Unternehmen. Die Motoren, die weltweit zu den besten zählen, kommen in medizinischen Geräten, Industrierobotern, Flugzeugen oder in gewöhnlichen Autos zum Einsatz. Manche von ihnen sind nur wenige Millimeter gross (siehe Bilderstrecke).

«Unsere Antriebssysteme sind mittlerweile vom Erdinnern bis zum Mars im Einsatz», sagt der CEO des Unternehmens, Eugen Elmiger. Damit spricht er das bisher prestigeprächtigste Objekt an, mit dem er der Motivation seiner Mitarbeiter 2004 neuen Schub verleihen konnte.

Damals rüstete das Hightech-Unternehmen die beiden Mars-Rover «Spirit» und «Opportunity» der Nasa mit Elektromotoren aus. Die amerikanische Weltraumbehörde Nasa rechnete mit einer Betriebszeit von drei Monaten — auch heute noch rollt «Opportunity» auf der Oberfläche des roten Planeten herum.

Was bringt die Zukunft?

Hier auf der Erde geht mittlerweile fast jeder zweite Motor in den relativ jungen Unternehmenszweig «Medizin». Eine Anwendung in diesem Bereich ist beispielsweise ein Minimotor, der die Menge von Insulin gegen Zucker dosiert. Dabei wird der Motor-Winzling direkt in den Körper des Patienten implantiert.

Ein anderes Standbein des Unternehmens ist der Bereich «Industrieautomation». Dazu gehören beispielsweise Mischroboter, die in der Pharmaindustrie zum Einsatz kommen. Fast jeder dritte Motor geht in diesen Bereich.

Maxon Motor, das ursprünglich übrigens Scherfolien für Rasierapparate produzierte, sieht der Zukunft auch heuer gelassen entgegen: In den ersten fünf Monate des laufenden Jahres liegt der Umsatz über Vorjahresniveau.