Umsatzeinbusse

23. Mai 2013 11:37; Akt: 23.05.2013 11:37 Print

Offensive der Swisscom schmerzt Sunrise

Der Telekommunikationsanbieter Sunrise hat im ersten Quartal 2013 weniger Umsatz gemacht als im Vorjahr. Auch 60'000 neue Aboverträge konnten daran nichts ändern.

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Rückläufige Zahlen bei Sunrise. (Bild: Keystone)

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Die Offensive der Swisscom bei den Handytarifen im Sommer tut Sunrise massiv weh. Umsatz und Betriebsgewinn fielen im ersten Quartal 2013 auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Höhere Abschreibung und Amortisationen rissen das Ergebnis unter dem Strich in die Tiefe.

Der Umsatz sei um 4,5 Prozent auf 486,5 Mio. Fr. gesunken teilte der zweitgrösste Telekomanbieter am Donnerstag in einem Communiqué mit. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) tauchte um 7,1 Prozent auf 141,2 Mio. Franken. Das ist das schlechtest Quartalsergebnis seit dem ersten Quartal 2011.

Preiskampf

Schuld sei der harte harte Preiskampf vor allem im Mobilfunk, hielt Sunrise fest. Branchenprimus Swisscom hatte Mitte Juni seine Konkurrentinnen Sunrise und Orange mit einer Offensive bei der Handytarifstruktur überrascht, welche die Preise unter Druck setzte. Sunrise musste innert Kürze nachziehen und die Tarife ebenfalls senken.

Dies schlug sich im Mobilfunkumsatz nieder, der um 4,3 Prozent auf 303,5 Mio. Fr. schrumpfte. Der Zuwachs von 9700 Handyabokunden in den vergangenen drei Monaten konnte die Auswirkungen der Preisenkungen nicht kompensieren. Weil Sunrise Prepaid-Kunden verlor, ging die Zahl der Mobilfunkkunden seit Ende Dezember insgesamt um rund 9000 auf 2,132 Millionen zurück.

Einbussen im Festnetz

Noch stärkere Einbussen erlitt Sunrise auf dem Festnetz, wo der Umsatz um 8,6 Prozent auf 135 Mio. Fr. sank. Auch hier habe man Kunden verloren, heisst es im Quartalsbericht. Dagegen konnte Surise beim Internet den Umsatz um 8,1 Prozent auf 48 Mio. Fr. steigern.

Die Steigerung sei dem TV-Angebot zu verdanken, das Sunrise ein Jahr zuvor eingeführt habe. Mittlerweile schauen 50'000 Haushalte Sunrise-TV. Zum Vergleich: Die Swisscom hat 860'000 Fernsehkunden. Konkurrentin UPC Cablecom zählt 1,43 Mio. digitale TV-Anschlüsse.

Höhere Abschreiber

Zu Buche schlugen bei Sunrise überdies höhere Abschreiber und Amortisationen im Mobilfunk. Hier trieben der Netzausbau und der Kauf der Mobilfunklizenzen die Amortisationen und Abschreiber im Vergleich zum Vorjahr um knapp 30 Prozent in die Höhe.

Dies riss das Netto-Ergebnis in die Tiefe: Unter dem Strich stand ein Verlust von 28,5 Mio. Fr. nach einem Gewinn von 9,6 Mio. Fr. im Vorjahresquartal. Die Zahlen sind allerdings erheblich vom Verkauf von Sunrise vom dänischen Telekomkonzern TDC an den Finanzinvestor CVC Capital Partners im September 2010 beeinflusst.

Sunrise war dadurch gezwungen, eine Höherbewertung der Aktiven vorzunehmen, was die Abschreibungen nach oben trieb. Ohne den Einfluss des Besitzerwechsels wäre der Nettogewinn von 39,1 Mio. auf 13,1 Mio. Fr. gefallen.

Neue Angebote

Um der Konkurrenz Paroli zu bieten, bringt Sunrise ab Sonntag neue Mobilfunkabos auf den Markt. Im Februar hatte der Telekomanbieter neue Festnetz- und Internetangebote lanciert. Im Juni will Sunrise die neue Mobilfunkgeneration LTE mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) starten. Bis Ende Jahr sollen 19 Orte abgedeckt sein.

Aber bereits vor dem Sunrise-Start legt Konkurrentin Swisscom weiter vor. Der Branchenprimus kündigte ebenfalls am (heutigen) Donnerstag an, die LTE-Maximalgeschwindigkeit auf bis zu 150 Mbit/s zu erhöhen. Bereits heute seien 170 Orte mit LTE erschlossen und damit die Hälfte der Bevölkerung abgedeckt.

(aeg/sda)