Digitalisierung

04. April 2015 09:34; Akt: 04.04.2015 09:34 Print

Ohne Internet läuft bei den Banken nichts mehr

von Kaspar Wolfensberger - Ob Antrag für eine Hypothek, Aktienkauf oder Zahlung im Geschäft: Das Internet verändert die Banken.

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Der Paradeplatz, das Zentrum der Schweizer Finanzindustrie (Archivbild). Die Digitalisierung verändert das Bankwesen umfassend. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Der Gang in die Bankfiliale ist heute für die meisten Kunden eher die Ausnahme. Wer Geld überweisen oder einfach den Kontostand überprüfen möchte, erledigt das mit Online-Banking. Dieser Trend zur Digitalisierung erreicht immer mehr Bereiche der Finanzbranche und krempelt die gesamte Industrie um.

Was das genau bedeutet, hat die UBS vor Kurzem im Rahmen einer Pressekonferenz gezeigt. So hat die Grossbank verschiedene Apps und Online-Anwendungen lanciert, die sowohl das klassische Retail-Banking als auch die Vermögensverwaltung erleichtern sollen.

Mobile Bezahlterminals

Ein Beispiel ist das mobile Bezahlterminal «Sumup Pin+». Es lässt sich mittels Audiokabel mit einem Smartphone oder einem Tablet verbinden, wo der fällige Betrag eingegeben wird. Der Kunde muss seine Karte ins Terminal stecken und wie üblich die Transaktion mit dem PIN bestätigen. Zielkundschaft von «Sumup Pin+» sind KMU wie das italienische Feinkostgeschäft Genovas am Zürcher Idaplatz. Es verwendet seit einigen Monaten ein entsprechendes Terminal. Geschäftsführer Miloud Genova sagt: «Das Terminal ist bei kleinem Startkapital praktisch, leider sind die Kommissionen langfristig relativ hoch.»

Andreas Kubli von der UBS Schweiz erklärt, das Digital-Engagement lohne sich für die Bank. Personen, welche die Neuerungen der UBS nutzten, generierten 24 Prozent mehr Umsatz als die herkömmliche Kundschaft. Gerade auch in der Vermögensverwaltung spüre man den Effekt. Hier wird die Bank unter dem Namen UBS Advice bald ein Programm zur elektronischen Portfolio-Überwachung lancieren.

Start-ups als Konkurrenz

Hier konkurriert die UBS allerdings mit einer ganzen Reihe von Finanz-Start-ups. Eines davon ist True Wealth. An den diesjährigen Best of Swiss Web Awards im März gewann die Jungfirma Gold in der Kategorie Business.

Ende 2014 wurde True Wealth vom ETH-Physiker Felix Niederer und vom Digitec-Gründer Oliver Herren auf den Markt gebracht. Es bietet eine Online-Plattform, die Anlegern hilft, in kurzer Zeit ein auf ihr individuelles Risikoprofil ausgerichtetes Portfolio zusammenzustellen. Entsprechend ihren eigenen Wünschen können die Kunden dabei auch festlegen, ob sie lieber in Aktien, Obligationen oder zum Beispiel Rohstoffe investieren möchten.

Social Trading

Ein weiterer Trend aus diesem Bereich ist das so genannte Social Trading. Dabei veröffentlichen Investoren ihre Meinungen zu Wertpapieren in sozialen Netzwerken, sodass andere Anleger diese einsehen und mit ihrem eigenen Vermögen nachbilden können.

Einen etwas anderen Ansatz verfolgt das Start-up Investory aus Kloten. Im Gegensatz zum Social Trading dürfen dort ausschliesslich Experten, wie zum Beispiel professionelle Vermögensverwalter, ihr privates Portfolio auf der gleichnamigen Plattform publizieren und dieses so Followern präsentieren. Anlagekunden können dann bei Interesse zeitgleich mit den Profis investieren und auch eigene Verlustbegrenzungen auf den Strategien hinzufügen.

«Es wird noch dauern»

Den verschiedenen Formen der elektronischen Vermögensverwaltung attestiert der Zürcher Internet-Finanzunternehmer Marc P. Bernegger ein grosses Potenzial. Es werde jedoch noch eine Weile dauern, bis damit eine kritische Grösse erreicht werde. «In der Schweiz stehen derzeit einige solcher Firmen in den Startlöchern und ich bin gespannt, wie sich diese entwickeln werden», sagte er zu 20 Minuten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas Seiler am 04.04.2015 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Es müsste alles günstiger werden

    Wieso sind dann die Gebühren immer noch so hoch ? Vor allem die Grossbanken, sind die Abzocker, wenn es um Gebühren geht.

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  • Martin am 04.04.2015 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur bei den Banken...

    ...läuft ohne Internet nichts mehr. Man stelle sich vor, Email, FB, Whatsapp, Twitter etc. würde plötzlich nicht mehr funktionieren. Dann müsste man sich ja mit dem altmodischen Telefon anrufen und miteinander reden! Oder einen Brief schreiben und per Post schicken. Unvorstellbar!

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  • Bankkunde am 04.04.2015 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    Geld im Hochrechner verursacht Blasen

    Also ich habe zwischendurch gerne mal echtes Bargeld in der Hand. So habe ich im Gegensatz zum elektronischen Buchgeld die Gewissheit, dass das gleiche Geld zur gleichen Zeit nicht mehrfach im Umlauf ist oder mehrere Besitzer darauf Anspruch haben.:-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Beobachter am 05.04.2015 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Game over für unsere Gesellschaft.

    Nicht nur die Banken. Alles was vom Netz abhängig ist bleibt stehen. Game over.

    • L.R. am 05.04.2015 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      So ist das Leben

      Und alles was nicht mit Netz verbunden ist ist schon lange stehen geblieben!! Das ist halt so, entweder läufst mit und gehst villeicht einige riesiken ein oder bleibst stehen und hast schon verloren.

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  • alex am 05.04.2015 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nur profit!

    einfache Ziele von Terroristen! Banken sollten sich auf ihre Hauptaufgabe konzentrieren. so können sie zwar nicht Bonus in Millionen Höhe auszahlen, jedoch sich selbst ein bisschen aus dem Rampenlicht nehmen und dennoch profitabel arbeiten.. so würden meiner Meinung nach auch Gebühren gerechtfertigt sein!

  • Markus F. am 05.04.2015 10:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kannst du vergessen : )

    Ich will sehen wie die Post Heute einen Brief verteilt, ohne Internet.

  • M.G. am 04.04.2015 22:56 Report Diesen Beitrag melden

    Freigabe des Kapitalmarktes.

    Es gab nach 1945 drei wichtige Erfindungen, Container, Internet und PC. Selbst als alle drei in der Logistik zusammen kamen geschah noch nicht viel. Erst als für Kapital und Waren die Einschränkungen an den Landesgrenzen fielen ging im wahrsten Sinne des Worte die Post ab. Ohne den Verzicht des Staates auf eine Steuerung des Außenhandels hätte niemand Containerschiffe mit 15000 Einheiten oder die entsprechenden Hafenanlagen gebaut. Es war daher ein rein politischer Entscheid das das Internet heute so einen Einfluss hat.

  • Master am 04.04.2015 17:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schaffhauser Kantonalbank offline

    Wie kann sich den heute eine Bank leisten über 2 Tage offline zu sein. Seit gestern und heute nicht erreichbar. ??

    • Felix Muster am 04.04.2015 18:46 Report Diesen Beitrag melden

      nicht korrekt !

      Sorry, aber ich habe gestern und heute problemlos eingeloggt. Auch jetzt (04.04. / 18 Uhr) Online. Was soll dieser Kommentar?

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