Haustiere

22. Juli 2015 11:33; Akt: 22.07.2015 11:36 Print

Ohne Versicherung drohen happige Tierarztkosten

von I. Strassheim - Behandlungen für Haustiere können teuer ausfallen. Deswegen nehmen die Versicherungen zu, die für Abdeckung sorgen.

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Das Büsi fällt vom Balkon im zweiten Stock und bricht sich das Vorderbein. Pepito landet im Tierspital, wird operiert und bekommt eine Schraube ins Gelenk eingesetzt. Eine komplizierte und auch teure Angelegenheit. 2000 Franken muss der Tierhalter zahlen. Weil er das nicht sofort berappen kann, darf er die Rechnung in Raten begleichen.

Für Tierhalter ist die Krankenversicherung nicht obligatorisch und für viele sind die ungeplanten Kosten happig. Weniger als zehn Prozent der Schweizer Tierhalter versichern ihre Katze oder ihren Hund, wie der Vergleichsdienst Comparis unter Berufung auf eine Anfrage bei Tierversicherern am Dienstag mitteilte. Das ist zwar ein niedriger Anteil. Aber vor drei Jahren lag die Quote noch zwischen drei und fünf Prozent. Der Markt wächst also rasant. «Vor allem 2014 und im laufenden Jahr ist das Interesse gestiegen», sagt Patrick Ducret vom Vergleichsdienst Bonus.ch.

Aus Kostengründen werden Tiere selten eingeschläfert

Wer keine Versicherung für seinen Vierbeiner hat, muss jedoch immer öfter Ratenzahlungen für die Tierarztrechung vereinbaren. «Es ist so, dass man in letzter Zeit immer mehr eine Lösung wie eine Ratenzahlung finden muss, weil die Tierhalter nicht genug liquid sind, die nicht eingeplanten Kosten zu begleichen», sagt Gregor Schmid, Leiter der Tierklinik Thun. Es sei wichtig, dass man mit den Kunden die Finanzierung am besten vor der Therapie oder Operation gut kommuniziere. Dass aus Kostengründen ein Tier eingeschläfert werde, sei dagegen selten. Eher werde auf aufwändige Abklärungen verzichtet.

Auch das Tierspital Zürich bestätigt, dass es häufig zu Ratenzahlungen komme. Genaue Zahlen hierzu liegen jedoch nicht vor. Zinsen nimmt die Einrichtung für die Zahlungsverzögerung nicht.

In Schweden sind die meisten Tiere versichert

Im Vergleich zu anderen Ländern liegt die Schweiz bei den Tierversicherungen auf tiefem Niveau. In Grossbritannien sind laut Comparis 15 Prozent aller Hunde und Katzen versichert. In Schweden sind sogar 77 Prozent aller Hunde und 36 Prozent aller Katzen versichert. «Die Unterschiede sind kulturell bedingt. Das Tier zu versichern, ist in Schweden so selbstverständlich wie eine Hundeleine zu kaufen», sagt Comparis-Sprecherin Sabine Östlund.

Zu den häufigsten Unfällen und Erkrankungen gehören laut der Comparis-Studie verschluckte Fremdkörper, was bei Katzen zwischen 1000 und 2000 Franken und bei Hunden sogar bis 2500 Franken kosten könne.

Hunde kann man laut Comparis ab rund 11 Franken im Monat und Katzen ab etwa 5 Franken pro Monat versichern.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marianne Jetzer am 22.07.2015 11:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Hoffnungen

    Wirklich informativ wäre der Artikel noch gewesen, hätte er darauf hingewiesen, dass solche Versicherungen nur bei jungen Tieren abgeschlossen werden können. Ist ein Tier älter, wird es nicht mehr aufgenommen. Häufig treten teure Arztsachen aber erst später auf.... Da liegt das Problem!

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  • Anonym am 22.07.2015 11:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tierversicherung

    Die Tierversucherungen übernehmen nicht alle Kosten, dies sollte man beachten..

  • Bündner am 22.07.2015 11:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lieber für die Katzen

    Für meine Katzen bezahle ich gerne Arztkosten. Allemal besser als das Geld zu spenden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Eva am 23.07.2015 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Über die Grenze gehen

    Ich gehe mit meiner Büsi über die Grenze zum Tierarzt. Kostet die Hälfte und Qualität stimmt.

  • Markus am 23.07.2015 06:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Büsi versus Mensch

    Es ist schon etwas befremdend dass so viele hier Unsummen für Ihre Büsis ausgeben. 4000 Fr .. Nee ist überhaupt nicht zu teuer, meine Büsi ist mir das Wert. Aber wenn ein Mensch erkrankt, auch ein Kind dann lästert man sofort dass Franchise zu hoch, KK-Prämien und vor allem Arztrechnungen zu hoch sind. Und dabei wenn ein Arzt einen grundversicherten Patienten operiert kann er nicht so grosszügig abrechnen wie ein Tierarzt wenn er euer Büsi unter dem Messer hat. Aber das ist eine Wohstandgesellschaft. Für gewisse Sachen hat man Geld, für andere nicht

    • Constanze am 23.07.2015 07:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Kranke Welt

      Sie haben es sehr zutreffend erfasst. Für gewisse Sachen hat man Geld, für andere nicht. Kenne einen Chirurg der auch mit einem Tierarzt zusammenarbeitet. Er verdient dort mehr als in Krankenkaus wo er Menschen operiert

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  • Hundefreund am 23.07.2015 02:10 Report Diesen Beitrag melden

    Das Grosse Geschäft mit der NOT

    Not leidender Tiere und Menschen, soll doch Reichtum bescheren, vielmals geht es doch nur um Symptom Bekämpfung. Ein Ohrenpilz kostete mich 480.-SFr. da er keinen Abstrich gemacht hatte im Ohr, ich bekam eine Lotion für meinen Liebling zum Einmassieren und nutzlose Pillen, musste mehrfach zum Tierarzt, zu meinen Finanziellen Ungunsten, bei der 5 Konsultation machte er sich die mühe am Ohr einen Pilzabstrich zu machen. Bei solchen Behandlungen sehe ich nur reine Geldgier des Tierarztes zu Ungunsten von Tier und Mensch. Besorgte mir dann die Salbe, Kosten 20.-SFr Oribiotic bei einem anderen.

    • Hundefreund am 23.07.2015 02:24 Report Diesen Beitrag melden

      Teil 2 Das Grosse Geschäft mit der NOT.

      Nach Abklärungen mit einer Versicherung hat sich ergeben das solche Erkrankungen Ausgeschlossen sind von denn Leistungen. Also wozu braucht man Bitte eine Versicherung die keine solche Alltäglichen Erkrankungen übernehmen will? Es geht doch nur um das Grosse Geschäft, Nicht um das Wohl des Tieres. Es wäre sinnvoller eine Stiftung ins Leben zu Rufen die Finanziell (Existenzminimum) Schwachen Menschen Hilft ihr Geliebtes Haustier auch behandeln lasen zu können, sonst Sitzen die Spenden doch auch locker in der Tasche vieler Menschen, warum nicht auch für eine Stiftung zum wohl des Tieres?

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  • Kenner am 23.07.2015 02:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blablabla!!

    Wer wirklich mehrere Tier hat, eine Tierversicherung hat und mal Pech hatte weiss, wie toll eine solche Versicherung ist... !!

  • Aladin Burger am 23.07.2015 00:34 Report Diesen Beitrag melden

    Geldmacherei

    Wenn man sich all die Ausschlussklauseln durchliest, dann kommt man zum Schluss, dass sich so eine Versicherung nicht lohnt. Versicherungen lohnen sich in den meisten Fällen sowieso nur für die Versicherungsunternehmen. Darunter gibt es ganz schlechte, die sich mit aller Kraft gegen eine Übernahme der Kosten im Schadenfall winden. Eine französische Versicherung, die im TV mit Werbung ziemlich präsent ist, ist da an vorderster Stelle zu nennen. Besser sparen und nur eine Haftpflicht bei einer reinen CH-Versicherung abschliessen. Tierversicherungen sind ebenso eine Geldmacherei.