Raiffeisen

21. Januar 2012 12:25; Akt: 21.01.2012 12:25 Print

Ostschweizer Banker plündert Kundenkonten

Die Raiffeisenbank hat den ehemaligen Chef der Filiale in Mels angezeigt. Er soll Kundengelder veruntreut haben. Die Rede ist von einem Millionenbetrag.

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In Basel haben Betrüger den falschen Kartenleser gleich in den Automaten eingebaut. Von aussen ist nichts zu sehen.... ...doch unter der Verdeckung klafft ein mit einem unbekannten Gerät herausgebranntes Loch. Hier haben die Betrüger das falsche Kartenlesegerät eingesetzt und... ...dann die Öffnung mit einem Kleber verschlossen. Doch auch mit anderen Tricks können Bankomat-Betrüger ihre Opfer um Tausende von Franken erleichtern. Besonders perfid: Eine direkt im Sichtschutz des Bankomaten versteckte Kamera zeichnet die Eingabe des Pin-Codes auf. Den Miniatur-Kameras reicht ein stecknadelgrosses Loch zum Ausspähen der Geheimnummer. Der neuste Trick ist «Cash Trapping»: Im Dezember 2011 warnt Hersteller Wincor Nixdorf vor der Masche, dass dem Kunden ein defekter Bankomat vorgegaukelt wird. Um Kreditkarten-Daten oder Bargeld zu ergaunern, manipulieren «Skimmer», wie die Diebe im Fachjargon heissen, die Bankautomaten mit raffinierten Mitteln. In diesem Fall wurde die Originaltastatur (rechts oben) mit einem Aufsatz versehen (links). Im Beispiel unten wurde gleich die ganze Frontplatte ersetzt. Hier hat sich jemand ganz viel Mühe gegeben: In eine gefälschte Frontplatte wurde sogar Elektronik für eine Statusanzeige und den Kreditkartenleser eingebaut, inklusive Akkupack. Hier sollte aber schon der Laie misstrauisch werden: Stümperhafte und lose Kartenaufsätze, die in niedersächsischen Bankautomaten entdeckt wurden. Manchmal muss man aber tatsächlich zweimal hinsehen, bis man die immer professioneller angefertigten Kreditkarten-Fänger entdeckt. Auch hier wurde eine nahezu perfekte Installation gebaut, um später Kreditkarten zu klonen. Hier installierten findige Pin-Diebe eine Miniatur-Kamera, die in einem Prospekthalter untergebracht ist und alle Tastatureingaben mitfilmt. Klar werden hier alle Kreditkarten akzeptiert: Hinter der Abdeckung filmt eine Spion-Kamera das Tastaturfeld. Das Abwehrsystem von Synfis erkennt 30 Arten von Manipulationen und stört das Magnetfeld von Skimming-Modulen. Das hat seinen Preis: Pro Automat kostet die Gegenmassnahme etwa 1500 Franken.

Die allermeisten Bankangestellten bedienen sich nicht bei Ihrem Geld. Betrüger lauern Ihnen dagegen an Bankomaten auf. In unserer Bildstrecke zeigen wir Ihnen die Tricks der Gauner.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die 7400 Genossenschafter der Raiffeisenbank Mels haben diese Woche Post bekommen: Der Verwaltungsrat informierte die Kunden darüber, dass es bei einzelnen Konten zu Unregelmässigkeiten gekommen ist. Den Schaden verursacht haben soll der ehemalige Bankleiter.

Verwaltungsratspräsident Stefan Castelberg bestätigte auf Anfrage einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung «Blick». «Es sind rund zwei Dutzend Konti betroffen», sagte Castelberg zur Nachrichtenagentur SDA.

In Kontrolle hängen geblieben

Der Schaden lasse sich noch nicht beziffern. Die Boulevardzeitung schreibt von einem tiefen, einstelligen Millionenbetrag. Die betroffenen Kontoinhaber seien kontaktiert worden, sagte Castelberg weiter. Es kämen keine Kunden zu Schaden.

Die Unregelmässigkeiten kamen im Zuge von periodischen Kontrollen ans Licht. Der Verdacht fiel auf den Bankleiter. Er wurde am 21. September 2011 fristlos entlassen. Die Raiffeisenbank Mels hat gegen ihn bei der St.Galler Staatsanwaltschaft Strafanzeige eingereicht. Bis zu einer allfälligen Verurteilung bestehe die Unschuldsvermutung, sagte Castelberg.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ruedi F. am 21.01.2012 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ehrenvolle Saubermänner

    Ich vermute, das ist nur die Spitze des Eisbergs. Der grosse Rest der Vertrauenswürdigen (Bänker, Pfarrer, Lehrer, Ärzte, Politiker usw.) bleibt unerkannt und duckt sich, wo's geht. Bis ... wieder einer auffliegt.

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  • Greif Zu am 21.01.2012 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    Kann ich verstehen

    Die meisten Boni sind ja auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Da kann ich diesen Banker sehr gut verstehen!

  • Tom am 22.01.2012 03:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krieg

    In ärmeren Länder gibt es bürgerkrieg.. In der schweiz mittlerweile daten- geld- krieg..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tom am 22.01.2012 03:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krieg

    In ärmeren Länder gibt es bürgerkrieg.. In der schweiz mittlerweile daten- geld- krieg..

  • Sahra Heber am 21.01.2012 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht in Ordnung

    Liebe Kommentar-Schreiber Wie könnt ihr eigentlich alle denken, die Kompetenz zu haben diesen Fall bzw. Menschen auch nur im geringsten zu beurteilen? Gemäss Staatsanwaltschaft gilt die Unschuldsvermutung, weiter weiss niemand, um welche Beträge, bzw. welchen Betrag es sich handelt. Ebenfalls kommen gemäss der Mitteilung der Raiffeisenbank Mels KEINE Kunden zu Schaden. Die meisten hier verurteilen die Person bevor sie wissen, ob die Anschuldigungen in diesem Ausmass richtig sind. Dies finde ich persönlich moralisch mindestens genau so verwerflich, wie die Tat, die vorgeworfen wird..

    • Hans Meier am 21.01.2012 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Kein Kunde kam zu Schaden

      Es kam niemand zu Schaden? Weil die Bank die Gelder an den Kunden begleicht..... von wo sollen den sonst die gelder entwendet worden sein? Vom lieben Gott wohl kaum. Der Schaden trägt die Bank!

    • Markus Good, Mels am 22.01.2012 08:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Gehts noch?

      Egal....diejenige die da gels geklauf haben, sollen 2 jahre in den knast!!! Und ihre pensionskasse soll man plündern, und ihre häuser verkaufen. Wir schreiben kommentare solange wir wollen, nicht solange sie wollen.

    • Heidi am 22.01.2012 14:56 Report Diesen Beitrag melden

      Geld ist weg

      Die Raiffeisenbank muss für den Schaden grade stehen, darum kommen keine Kunden zu Schaden. Und Geld ist nachweislich verschwunden und ohne Grund kann man niemand fristlos entlassen. Als Bankdirektor wäre er so oder so verantwortlich, wenn's in seiner Bank passiert.

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  • Sicher am 21.01.2012 16:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nirgend wo mehr sicher

    Heute kann man sein Geld nirgends mehr sicher Aufbewahren! Wenn man es zuhause hat, muss man Angst vor einem Einbruch haben und wenn man es auf der Bank hat muss man hoffen das die Bank keinen Konkurs macht oder sich ein Banker am Geld vergreift!

  • Daniel Frei am 21.01.2012 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    "ruedi f.

    absolut richtig. Sie bringens auf den Punkt.

  • Ruedi F. am 21.01.2012 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ehrenvolle Saubermänner

    Ich vermute, das ist nur die Spitze des Eisbergs. Der grosse Rest der Vertrauenswürdigen (Bänker, Pfarrer, Lehrer, Ärzte, Politiker usw.) bleibt unerkannt und duckt sich, wo's geht. Bis ... wieder einer auffliegt.

    • monika am 21.01.2012 16:21 Report Diesen Beitrag melden

      richtig

      Sehe ich auch so und freue mich immer, wenn auch den "Oberen" mal wieder auf die Finger geschaut wird. Leute, die unter dem Deckmantel Verantwortung zu tragen überrissene Saläre beziehen und dabei noch betrügen.

    • Sahra am 21.01.2012 17:45 Report Diesen Beitrag melden

      Keine übermässigen Gehalte

      Liebe Monika Glaubst du, dass ein Fillialleiter bei der Raiffeisenbank überrissene Saläre erhält? Es ist definitiv nicht so, dass jeder Bankangestellte oder auch Fillialleiter übermässig viel verdient. Viele haben ein normales Gehalt, wie dies z. B. ein Bauarbeiter oder ein anderer Büroangestellter auch hat. Auch die guten, bescheidenen, ehrlichen einfachen "Unteren" handeln in einigen Situationen moralisch sehr verwerflich. Nur wird daraus dann keine riesen-Story in den Medien gemacht, da dies nicht dem entspricht, was die Leute hören wollen.

    • Roger am 21.01.2012 18:34 Report Diesen Beitrag melden

      Pfarrer und Ärzte

      Wenn nur schon alle Pfarrer und Ärzte auffliegen würden, gäbe es noch weniger und darüber wird ja schon gejammert. Gleichzeitig würden auch ziemlich viele Hausfrauen unglücklich sein.............................

    • Igor am 22.01.2012 10:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Liebe Sarah ...

      Das Gehalt eines Bankfilialleiters mit demjenigen eines Bauarbeiters oder eines Büroangestellten zu vergleichen finde ich schon etwas merkwürdig und sehr naiv! Das würde ja heißen, dass alle anderen Bankmitarbeiter dieser Filiale weniger als besagte Bauarbeiter und Büroangestellte verdienen würden! Glaube mir, ... dem ist definitiv nicht so, sonst würden nicht viele bei der Bank arbeiten.

    • Lilly Fee am 22.01.2012 14:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Falsch und ungerecht

      Liebe Sahra, glaub mir die oberen verdienen nicht gerade schlecht! Man sollte gerade bei ihnen mal öfters auf die Finger schauen, denn die die ihre Arbeit wirklich machen und dazu noch gut sind verdienen viel zu wenig, müssen aber um so mehr leisten und wenn sie nicht mehr passen werden sie gefeuert...

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