Stark reduziert

11. Februar 2020 12:37; Akt: 12.02.2020 07:51 Print

Otto's ärgert Händler mit On-Schuh zum Kampfpreis

von F. Pöschl - Otto's bietet die Laufschuhe von On stark reduziert an. Es wäre nicht das erste Mal, dass der Discounter mit Parallelimporten auffällt.

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Um die Laufschuhe der Sportschuh-Firma On ist ein weltweiter Hype entstanden. Promis wie der Actionfilm-Star Dwayne Johnson treten mit den Schuhen auf und Tennisstar Roger Federer stieg als Investor bei der Zürcher Firma ein. Die Produkte des zum Schweizer Marktführer für Laufschuhe aufgestiegenen Herstellers gibt es in zahlreichen Fachgeschäften, aber auch beim Discounter zu kaufen. So etwa bei Otto's. Dieser bietet die Laufschuhe von On in seinem Onlineshop mit hohen Rabatten an, etwa zu 179 statt 269 Franken für das Modell Cloudace. Oder zu 149 statt 210 Franken für das Modell Cloudflow.

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Hat Otto's einen speziellen Deal mit On? Beide Unternehmen wollen auf Anfrage nichts sagen. Denkbar ist auch, dass Otto's die Schuhe parallel importiert, also zu günstigeren Preisen auf eigene Faust statt über den offiziellen Vertriebsweg bezieht. Otto's-Sprecherin Angela Schnyder schreibt vielsagend: Otto's kaufe im Interesse seiner Kunden dort ein, «wo es am günstigsten ist».

«Total unfair»

Fachhändler, die ihre Waren über den offiziellen Vertriebsweg einkaufen, zeigen auf Anfrage kaum Verständnis für mögliche Parallelimporte. Ein Zürcher Sportartikelhändler, der anonym bleiben möchte, sagt zu 20 Minuten: «Wenn ein grosser Discounter Material im Ausland einkauft, sind wir machtlos gegen die Dumpingpreise. Das ist total unfair.»Der Händler verweist zudem darauf, dass Otto's nicht die gleichen Produkte verkauft. «Die On-Schuhe bei Otto's haben ein kleines Schweizerkreuz an der Seite, das bei unseren direkt von On bezogenen Schuhen fehlt.» Grundsätzlich darf hierzulande ein Produkt nur dann mit mit Schweizerkreuz verkauft werden, wenn mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen.

Der Parallelimport markengeschützter Güter ist in der Schweiz grundsätzlich erlaubt. Weko-Direktor Patrik Ducrey sagt zu 20 Minuten: «Händler und Kunden müssen die freie Wahl haben.» Einzig der Import von Fälschungen wäre verboten, wie Anastasia Li-Treyer, Geschäftsführerin des Schweizerischen Markenartikelverbands Promarca, auf Anfrage sagt.

Entsprechend gibt es immer wieder Parallelimporte in die Schweiz. Otto's geriet bereits vor vier Jahren in die Schlagzeilen, als der Discounter Artikel der Marke Mammut über einen Lieferanten aus Deutschland bezog. Otto's zog den Ärger des Herstellers aus Seon AG auf sich, der seine Produkte nur an autorisierte Fachhändler verkaufen wollte. Mammut prüfte damals rechtliche Schritte. Otto's-Geschäftsführer Mark Ineichen zeigte sich unbeeindruckt und sagte vielsagend zum «Blick»: «Gegen was und wen will Mammut denn klagen?»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schweizer am 11.02.2020 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht?

    Tja, ON ist doch selber schuld, wenn man in Deutschland den gleichen Schuh wie in der Schweiz günstiger bekommt. Dann soll es doch Otto's auch machen und es den Kunden zurück geben.

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  • Floa am 11.02.2020 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sponsoring 2.0

    Die ON kosten in DE 139 Euro! Wer die Abzockerei hier unterstützt ist selber schuld. Roger freut sich bestimmt um euren Beitrag an sein Häuschen!

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  • Andu am 11.02.2020 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Findich gut.

    Richtig so, die machen was gegen die künstliche Hochpreisinsel Schweiz.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Urs am 12.02.2020 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    Swissness

    Otto's macht gerne auf Schweiz, bezieht aber einen Grossteils der Waren aus dem Ausland. Was letztend dem Schweizer Gewerbe schadet. Wer nicht mehr lokal kauft, setzt seinen eigenen Arbeitsplatz aufs Spiel. Und wird am Schluss verlieren.

  • Ärger am 12.02.2020 13:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ärger

    Nichts als Ärger? Hätten wir die Medien,hätten wir fast Weltfriede?

  • Juba am 12.02.2020 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ab ins ausland

    wir schweizer sollten doch nur noch im Ausland einkaufen,wir sind die verbraucher, wir sind an der macht dies zu ändern,wenn trotzdem immer alles in der teuren Schweiz gekauft wird,ändert sich nie was,und die Konzerne reiben sich die hände und lachen sich ins Fäustchen

  • Frau Meier am 12.02.2020 11:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NEID macht blind

    Anstelle, dass wir Schweizer mal stolz auf eine Firma sind, haben wir nichts besseres zu tun, als sie runter zu machen. Man beklatsch den Vernichter vom Fachhandel (egal ob Sportgeschäft, Coiffeurgeschäfte, etc.) als grossen Befreier und merkt dabei nicht, dass dieser nur seine eigenen Taschen füllt, indem er uns mit sogenannten Schnäppchen in den Laden holt und uns ganz nebenbei seinen Ramsch andreht, der nicht gerade billig ist. Schliesslich muss ja auch Herr Ineichen eine Mischrechnung machen. Bravo, aber ein innovatives, junges Schweizer Start-up, das können wir nicht unterstützen. Super!

    • Thomas am 12.02.2020 11:44 Report Diesen Beitrag melden

      Aber aber

      Was bitte ist Innovativ daran, einen durchschnittlichen Schuh in asiatischen Ländern fertigen zu lassen, welche berüchtigt für Ihre Tiefstlöhne sind, um diesen dann möglichst Gewinnmaximiert in der Schweiz zu verkaufen? Das machen andere schon seit Jahrzehnten.

    • Petra Wyler am 12.02.2020 12:05 Report Diesen Beitrag melden

      Falsch

      Das Startup verkauft das SELBE Produkt in der Schweiz zu einem viel höheren Preis. Wer da jetzt den Kunden täuscht muss man hier echt nicht lange Fragen. Wenn sie hier sagen Ottos verkaufe Ramsch, dann produziert das Startup Ramsch.

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  • Nigg Moor am 12.02.2020 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Die alte Leier

    aber aktueller denn je. Die Konsumenten werden abgezockt. Nicht nur von ON. Auch von anderen Markenherstellern. Nicht nur bei Schuhen. Auch bei Kleidern usw. ABER DIE ARBEITERINNEN BEKOMMEN EIN PAAR CENTS FÜR DIE ARBEIT. Und wir befriedigen uns, wenn wir solche Schuhe kaufen.

    • Thomas am 12.02.2020 11:45 Report Diesen Beitrag melden

      Es wäre so einfach

      Tja, wenn mans weiss... Einfach nicht mehr kaufen diesen Müll. Einfach nicht mitmachen bei diesem Spiel.

    • Martin Züst am 12.02.2020 13:30 Report Diesen Beitrag melden

      @Nigg Moor

      Genau, die Arbeiterinnen in China bekommen ein paar Cent und hier in der CH bekommt man fürs gleiche hundert Mal mehr. Darum kostet der Schuh auch viel. Ist halt so. Und nun Daumen runter ihr Experten.

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