Nachhaltige Mode

05. April 2019 15:17; Akt: 05.04.2019 16:48 Print

Patagonia will Wallstreet-Banker nicht als Kunden

Das ökologische Outdoorlabel Patagonia will nicht, dass Wallstreet-Banker ihre graue Fleeceweste als Uniform tragen.

Bildstrecke im Grossformat »
Die Banker der Wallstreet haben den massgeschneiderten Anzug gegen eine graue Fleeceweste von Patagonia mit Hemd und Slacks eingetauscht. Das passt dem nachhaltigen Outdoor-Label nicht. Die Weste der Banker hat bereits einen eigenen Instagram-Kanal mit dem Namen #midtownuniform. Patagonia stört sich daran, dass sein Name mit Unternehmen in Verbindung gebracht wird, die die nachhaltige Philosophie des Outdoor-Labels nicht teilen. Auch andere Kleidungsstücke und Labels werden immer wieder mit einer ganz spezifischen Kundschaft verbunden – gewollt und ungewollt. Edelweiss-Hemden sind zum Beispiel seit langem beliebt bei Schwingern und Landwirten. Sie sind praktisch und drücken Verbundenheit mit der Schweiz aus. Nationalkonservative Assoziationen wecken sie höchstens, wenn sie von SVP-Nationalräten getragen werden. Ganz klar rechtsextremes Gedankengut wird hingegen mit Kleidern der Marke Thor Steinar vermittelt, auch wenn die Firma das in Abrede stellt und sich auf die nordische Sagenwelt beruft. Gern werden auch Marken wie Lonsdale in die rechte Ecke gestellt: Das kommt daher, dass im Namen NSDA vorkommt, was an die NSDAP, die Partei Hitlers, erinnert. Der britische Hersteller kämpft bis heute gegen dieses Image. Wie bei Lonsdale hat auch bei Fred Perry die überwältigende Mehrheit der Kundschaft nichts mit rechtem Gedankengut am Hut. Die Marke war über die apolitischen britischen Skinheads in die Neonazi-Szene gerutscht. Kleider von Alpha Industries, die auch bei Hollywood-Promis beliebt sind, wurden auch schon von Neonazis getragen. Der Grund: Das Logo erinnert an jenes der SA, der paramilitärischen Kampforganisation der NSDAP. Dass Alpha Industries auch Bomberjacken herstellt, macht die Marke für Neonazis doppelt attraktiv. Trotzdem gilt auch hier: Kleider allein machen noch keine Extremisten. Sogar die zurzeit so angesagten New-Balance-Sneakers werden mit rechter Gesinnung in Verbindung gebracht, weil das N für Nationalsozialismus stehen könnte. Auch am äussersten linken Ende des politischen Spektrums gibt es symbolhafte Kleidung wie den schwarzen Kapuzenpulli. Doch auch wenn sich Anhänger des Schwarzen Blocks gern damit vermummen, die meisten Hoodie-Träger sind keine Extremisten. Auch T-Shirts des FC St. Pauli werden ab und zu von Linksextremen getragen. Aber auch von Familienvätern, modebewussten Frauen und Kindern, denen einfach der Totenkopf gefällt. Heutzutage geht sowieso fast alles auf T-Shirts. Auch das Symbol der Anarchisten taugt längst nicht mehr, Extremisten von Fashionvictims zu unterscheiden. Dann gibt es Symbole, die von beiden Seiten beansprucht werden. Die Linken tragen das Palästinensertuch, um ihre Solidarität mit den Palästinensern auszudrücken. Die Rechten zeigen so ihren Antisemitismus. Und ab und zu ist das Pali-Tuch auch wieder in Mode und wird von allen getragen. Che Guevara ist das Symbol der Linken. Doch daran versuchten sich die Rechtsextremen ebenfalls. Begründung: Sie sehen sich wie Che als Kämpfer für die Freiheit. Springerstiefel von Dr. Martens werden von Linken und Rechten gern getragen. Aber auch als modisches Statement fernab jeglicher Ideologie. Sorgt immer mal wieder für Aufregung: Der Doppeladler, das Symbol der Albaner. Wie das Schweizer Kreuz ist es ein Ländersymbol. Nicht mehr und nicht weniger. Erst der Kontext, indem er erscheint, gibt ihm eine Bedeutung, wie das auch beim Edelweiss-Hemd der Fall ist. Schliesslich können auch Hosen, die über dem Knöchel enden, als Symbol verstanden werden. Wer sie trägt, wird oft als Islamist betrachtet. Doch auch Muslime ohne extremistische Gesinnung tragen ihre Hosen so. Sie halten sich damit an mehrere Hadithen, die lange Hosen mit Arroganz gleichsetzen. Bibeltreue Christen erkennt man weniger an ihrer Kleidung. Ab und zu aber an ihren Motorfahrzeugen, wenn sie mit einem Fisch geschmückt sind, dem Symbol für Jesus.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Eine graue Fleeceweste von Patagonia kombiniert mit einem Hemd und Slacks: So sieht die neuen Uniform vieler Banker an der Wallstreet aus. Die Banker wollen Bodenständigkeit vermitteln und lassen den massgeschneiderten Anzug seit der Finanzkrise im Schrank hängen.

Die graue Fleeceweste der Banker ist inzwischen so bekannt, dass sie einen eigenen Instagram-Kanal mit dem Namen #midtownuniform hat. Das passt dem umweltbewussten Outdoor-Label Patagonia aus Kalifornien so gar nicht. Es stört sich daran, dass sein Name mit Unternehmen in Verbindung gebracht wird, die die nachhaltige Philosophie von Patagonia nicht teilen.

Gewisse Labels sind wegen ihrer Kundschaft negativ behaftet. Welche Marken würden Sie nie tragen und warum? Sagen Sie uns Ihre Meinung

Deshalb hat das Unternehmen nun beschlossen, künftig keine Bestellungen für Westen mit Logo von Finanz- und Investmentfirmen mehr entgegenzunehmen. Ab sofort dürfen nur noch jene Unternehmen Patagonia-Westen mit dem Firmen-Logo bestellen, die als sogenannte B-Corporation zertifiziert sind, wie das Newsportal «Spiegel» schreibt.

Diese verpflichten sich, einem gewissen Standard bezüglich Umweltschutz und ihrer Rolle in der Gesellschaft. Oder die Firmenkunden müssen sich der Initiative «One Percent for the Planet» oder ähnlichen Organisationen anschliessen. Unternehmen, die sich unter «One Percent for the Planet» zusammengeschlossen haben, investieren beispielsweise ein Prozent ihres Umsatzes für Umweltschutzprojekte.

(dv)

sentifi.com

20min_ch_app Sentifi Börseneinblicke aus den sozialen Medien

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • L. am 05.04.2019 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Konsistent

    Wow, ein unternehmen, dass A sagt und auch A macht.

    einklappen einklappen
  • David Stoop am 05.04.2019 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Werbung machen

    Ganz schön clevere Werbung: Patagonia nimmt das schlechte Image der Banker und macht damit Werbung, ohne aber irgendwie Konsequenzen zu ziehen. Ist ja nicht so, dass die Banken, welche Patagonia sperrt, je diese Westen gekauft hätten. Stattdessen sind es die Banker selber, welche diese auch weiterhin privat erwerben können. So macht man gekonnt Werbung, man nützt einen Stereotype aus und verkauft trotzdem weiter wie bisher.

    einklappen einklappen
  • Lars am 05.04.2019 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Wasser predigen, Wein trinken

    Schöne PR Aktion....Wenns dann aber darum geht sich zu möglichst tiefen Zinsen Geld zu leihen, wie es ja jedes Unternehmen macht, sind die Banker dann sicher wieder ganz genehm....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Cocorico am 06.04.2019 17:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wers brucht-wäck

    Wieso Geld für so was Hässliches ausgeben. Käme mir nicht in den Sinn.

  • Investmentbanker am 06.04.2019 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    Brioni ist das Mass aller Dinge

    Trage nur Maßanzüge von Brioni, made in Italia.

    • Paul Kuederli am 06.04.2019 10:29 Report Diesen Beitrag melden

      New Age Tshirt banker

      In london sind juengst bei sauteuren massschneider boutiqen die umsaetze stark eingebrochen. Long Bitcoin Short the Bankers!

    • Trader am 06.04.2019 10:59 Report Diesen Beitrag melden

      @ Paul Küderli

      Dank dem tiefen Pfund lohnt sich der Einkauf in London alle mal , die 20% Value added tax (VAT) gibt es obendrauf auch noch zurück, da liegt nebst dem Maßanzug auch noch eine Schweizer Luxusuhr drin, mit heißer Bitcoin Luft kann man sich nichts kaufen:-)

    • Karin am 06.04.2019 11:03 Report Diesen Beitrag melden

      Bitcoin, nur heiße Luft

      Wohl eher short den Küderlis und Bitcoin Jünger.

    • Anti-Coiner am 06.04.2019 11:19 Report Diesen Beitrag melden

      @ Kuederli

      Wie laufen die Bitcoiner in Zukunft herum, mit einer Hülle heißer Luft?

    • Hermann am 06.04.2019 11:32 Report Diesen Beitrag melden

      History

      Wer weiss. Aber wohl eher du mit buendeln wertlosem papier. Siehe zimbabwe tuerckei venezuela weimarer republik

    einklappen einklappen
  • Tom Grindeli am 06.04.2019 07:39 Report Diesen Beitrag melden

    Holy grail

    Kauft Bitcoin dann koennt ihr WS bankstern am meisten schaden.

    • Carmen am 06.04.2019 07:45 Report Diesen Beitrag melden

      Bitcoin, nein Danke!

      Dann kann ich die Kohle gleich die Toilette runterspülen!

    • Vanessa am 06.04.2019 07:56 Report Diesen Beitrag melden

      @ Tom G.

      Nur die Technologie Blockchain ist interessant, alles ander ist Betrug Bitcoin...

    • Paul Küderli am 06.04.2019 08:31 Report Diesen Beitrag melden

      Denken dann Sprechen

      Carmen & Vanessa, da habt ihr wohl zu voreilig auf der Autobahn die Ich-weiss-was Abfahrt genommen. Betrug? Was ist dann der Dollar mit dieser Bankster? Bitcoin ist eine alternatives Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel. Menschen haben vor 3000 Jahren Muscheln als Wähurng genutzt! Betrug? Frag mal was Leute in der Türkei und Venezuela von Ihrer Landeswährung halten! Und viele von denen haben ein smart phone mit einer Bitcoin wallet, an dieses Geld kann der korrupte Staat sich nicht vergreifen.

    • Iris am 06.04.2019 08:40 Report Diesen Beitrag melden

      @ Paul Küderli

      Apropos Denken, wenn man mit Geld zahlt, geht man davon aus, dass die Verpflichtung erfüllt wird diese sogenannte Finalität der Zahlungen ist bei Kryptowährungen nicht gewährleistet. Und je mehr Menschen Bargeld verwenden, desto besser funktioniert das Geldsystem. Bei Kryptowährungen ist das nicht der Fall. Damit sich deren Ausgabe lohnt, braucht es Gebühren. Und damit es Gebühren gibt, ist übermässiger Andrang nötig. Das bedeutet, dass Transaktionen mitunter Stunden dauern.

    • Paul Küderli am 06.04.2019 09:01 Report Diesen Beitrag melden

      Lesen hilft

      @Iris. Der Verkehr staut sich heute an dieser Ausfahrt. Bargeld ist gebührenfrei? Einzahlung kostet Geld, die Bankeninfrastruktur die Einzahlung ermöglicht ist eine Gebührenkrake! Girageldschöpfung kostet Geld, die Geldtransporter inkl. Personal aller Banken der Welt kostet Milliarden und aber Milliarden, dazu kommen die Bankentürme und Gehälter. Du willst ein System mit unabhängigem Bargeld? Nun dein Bargeld ist ein Geldmonopol deiner freundlichen Regierung, welcher du in guten Zeiten vertraust.. Les mal Hayek, dann koennen wir weiter reden. Bin Bitcoin long bei 250 USD. Ich mein ja nur.

    • Andrea M. am 06.04.2019 09:40 Report Diesen Beitrag melden

      @ Paul Küderli

      Bitcoin und sein Kurs sind reine Spekulation dahinter steckt ein großes Nichts. Etwaige Gerüchte sind fatal, da sie es nur unnötig aufblasen. Doch innen drin bleibe das Kryptogeld stets hohl. Und genau deshalb wird es zu einem unvermeidlichen Kurs-Crash kommen weil es sich dabei nur um einen gerade angesagten Trend handelt.

    • Thomas am 06.04.2019 09:42 Report Diesen Beitrag melden

      @ Küderli

      Die Anzahl an generierbaren Bitcoins ist begrenzt bei 21 Millionen soll Schluss sein. Deshalb ist das Kryptogeld so heiß begehrt und Anleger kaufen wie verrückt. Doch anstatt es auszugeben, wie ursprünglich geplant, bleiben sie darauf sitzen und horten es. Damit ist es wiederum nur ein reines Spekulationsobjekt und verfehlt so seinen eigentlichen Zweck.

    • Paula am 06.04.2019 09:47 Report Diesen Beitrag melden

      an Küderli

      Außerdem sind die Transaktionsgebühren unverhältnismäßig in die Höhe gestiegen, zum Beispiel muss man für eine Transaktion von vier Euro bereits 30 Euro hinblättern. Und sie kosten sehr viel Energie, so verbraucht eine Transaktion bereits 250 Kilowattstunden damit könnte man einen Haushalt neun Tage lang mit Strom versorgen.

    • Larissa am 06.04.2019 09:53 Report Diesen Beitrag melden

      @ Küderli

      Blödsinn, weder eine Ein noch eine Auszahlung am Bankschalter kostet Gebühren! Bei Bitcoin hingegen zahlt man unverschämt hohe und unverhältnismäßige Transaktionsgebühren und sie kosten sehr viel Energie, so verbraucht eine Transaktion bereits 250 Kilowattstunden.

    • Trader am 06.04.2019 09:58 Report Diesen Beitrag melden

      @ Paul Küderli

      Finanzinstitute shorten seit Ende 2018 den maroden Bitcoin und haben damit mächtig Kohle gemacht.

    • Svetlana am 06.04.2019 10:04 Report Diesen Beitrag melden

      @ Küderli

      Ein Bitcoin kostete im Januar 2018 rund 19870.- USD, der aktuelle Kurs liegt bei rund 5000.- USD, shorten heisst die Devise.

    • Ex banker am 06.04.2019 10:26 Report Diesen Beitrag melden

      Kuederli for president

      Fur alle Cryptografischen Analphabeten: ich wuensche viel Erfolg bei Eurem Dollar Drucken bis der Arzt kommt System. Bei der naechsten Kreditkrise wird nicht nur Gold gefragt sein sondern auch das Internet of Money. Email, Modems hat man in den 90ern belaechelt, nun lacht niemand mehr. Freu mich auf Eure Gesichter in 10 Jr! :-)

    • Tina Beauty am 06.04.2019 10:58 Report Diesen Beitrag melden

      Nope

      Leider hast du nicht das big picture. Technologie entwickelt sich exponentiell. Payment channels wie lightning loesen diese probleme. Was ist das? Sorry to busy bashern tech zu erklaeren. Btw modems waren vor 25 jahren auch nur fuer nerds und nicht sehr benutzerfreundlich!

    • Manuela am 06.04.2019 11:01 Report Diesen Beitrag melden

      @ Ex banker alias Küderli

      Kein Wunder, sind Sie Ex-Banker:-))

    • Kopfschüttler am 06.04.2019 11:06 Report Diesen Beitrag melden

      @ Tina

      Die Blockchain Technologie hat Zukunft, Bitcoin und sein Kurs sind reine Spekulation dahinter steckt ein großes Nichts.

    • Bryan am 06.04.2019 11:16 Report Diesen Beitrag melden

      Noch ein ex banker

      Ich bjn auch ex banker. Bitcoin gekauft 2015. Bei 17000 usd 90% verkauft mit 100x return. Halte noch 190 btc. Haus in marbella. Nix mehr bank. Kein bock mehr ;-))

    • Isabella am 06.04.2019 11:21 Report Diesen Beitrag melden

      @ Bryan

      Wohl eher soziale Hängematte auf Kosten von uns Steuerzahlern.

    • Carla am 06.04.2019 11:26 Report Diesen Beitrag melden

      @ Bryan

      Wohl eher mit IV-Rente im warmen Thailand, wie alle gestrandeten Existenzen.

    • MaxMax am 06.04.2019 11:29 Report Diesen Beitrag melden

      @ Bryan alias Küderli

      Wird langsam mehr als nur peinlich!

    • ;) am 06.04.2019 12:18 Report Diesen Beitrag melden

      Ach ihr Bitcoiners

      Und wie bitteschön wollt ihr euren Bitcoin staatstragend machen? Und wie soll die Geldschöpfung funktionieren? Ah ja.. man muss ihn mit Fiat-Geld zuerst kaufen

    • Tim tom tam am 06.04.2019 14:40 Report Diesen Beitrag melden

      Haa

      Blowssinn hoch 2. Banken pfeifen aufgrund geringer margen auf dem letzten loch. Der automat kostet nix? Personal? Miete? Die bank holt sich ihr Geld bei dir. 100%

    einklappen einklappen
  • pata am 05.04.2019 21:31 Report Diesen Beitrag melden

    tiptop

    spannende firma, wie viele kommentare............ habe schon vor einiger zeit produkte von ihnen gekauft auf grund ihrer philosophie. die wollen definitive keine kultmarke sein, nachhaltigkeit reicht ihnen vollkommen

  • Nick am 05.04.2019 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    Einfache Sache

    Dann würde ich eben als Investment Bank Patagonia aufkaufen, das zahle ich aus der Portokasse und für Absatz sorgen meine Mitarbeiter. Das perfekte Businessmodell mit garantiertem Gewinn.