Des einen Leid...

09. April 2012 21:31; Akt: 10.04.2012 10:41 Print

Pensionskassen wachsen dank hartem IV-Kurs

von Elisabeth Rizzi - Immer weniger Leute in der Schweiz beziehen eine IV-Rente. Davon profitieren unsere Pensionskassen-Guthaben: Sie vergrössern sich.

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IV-Renten sind rückläufig. (Colourbox.com)

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Seit 2003 ist die Zahl der ­jährlich neu zugesprochenen Renten bei der Invalidenversicherung (IV) um mehr als 47 Prozent ­gesunken. «Wir führen das auf die 5. IVG-Revision, die ­relativ stabile Wirtschaftslage und die Fortschritte bei der Wieder­eingliederung zurück», sagt Zurich-Sprecher Frank Keidel. Vom starken Rückgang profitiert nicht nur die IV als erste Säule, sondern alle Erwerbs­tätigen.

Denn dank der gesunkenen Zahl der Invaliden müssen auch die Pensions­kassen weniger IV-Rentenbeiträge aus der zweiten Säule ausschütten. Unter dem Strich bleibt deshalb viel mehr Geld für die ­Altersvorsorge. Die Beiträge der zweiten Säule setzen sich zusammen aus IV-, Todesfall- und Kostenprämie.

Eine Umfrage von 20 Minuten bei den Versicherungen zeigt, dass die Risikoprämien für Invalidität teils um 10 bis 20 Prozent gesenkt werden konnten. «Überdurchschnittlich konnten wir 2011 die Prämien im Gross- und Detailhandel, bei Optikern, Apotheken und Drogerien senken», so Allianz-Suisse-Sprecher Bernd de Wall.

Ebenfalls stark profitiert hätten Elektro-, Sanitär- und Lüftungsinstallateure, Maler, Gipser und Glaser. Bei Swiss Life sanken die Prämien seit 2007 durchschnittlich um 34%. Auch Axa Winterthur hat in den letzten Jahren die Tarife bereits dreimal gesenkt. Und Zurich mit der teilautonomen Sammelstiftung Vita plant sie für 2013 eine durchschnittliche Senkung der Prämien von rund 300 Franken pro versicherte Person.

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Wenn es den einen gut geht, geht es anderen schlecht. Denn wenn weniger IV-Renten verfügt werden bedeutet dies mehr Geldauszahlungen durch Arbeitsämter und Krankentaggeldversicherungen, weil wegen Ablehnungen der IV weniger Rückzahlungen erfolgen. Die Prämien steigen oder die Leistungen werden geringer (siehe Arbeitslosenversicherung). Vor allem jedoch bedeutet dies, dass der einzelne Arbeitsunfähige erst sein vielleicht geringes Sparvermögen aufbrauchen muss und seine Schulden nicht mehr bezahlen kann, bevor die Allgemeinheit durch das Sozialamt finanzielle Unterstützung leisten muss. – Frei René

Kosten sparen auf Kosten der Invaliden ist sicher mehr als fraglich. Invaliden warten zur Zeit mehr als drei Jahre auf einen entscheid obwohl chronische Krankheiten vorliegen, die durch mehrere Ärzte bestätigt wurden, und zu 100% Arbeitsungähigkeit führt. Das Resultat: Fast jeder Antragsteller muss sich am Schluss einen Juristen zulegen um an sein Recht zu gelangen. Mit der Wiedereingliederung klappt es auch nicht so recht, da zu wenig Integrationsstellen geschaffen wurde. Zusammengefast. Sparen auf Kosten der Invaliden und die Gesellschaft findet es gut, allen vor an, die SVP! – Urs Schönbächler

Bleibt die Frage ob nun einfach weniger betrogen wird, oder ob plötzlich alle gesund geworden sind. Nun, man könnte auch fragen ob es vielleicht auch schlicht ungerecht ist... Ich finde diese Zahl recht bedenklich! Wenn wir denn schon sooo sozial sein wollen in der Schweiz, dann ist das sicher der falsche Punkt um zu sparen. – Tinu

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • monika steimer am 10.04.2012 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    traurige welt

    ja sicher doch, SCHWEIZER die alle gutachten, befunde,monatliches 100% krank schreiben vom facharzt, nicht von einem normalen hausarzt haben, dies seit jahren! werden von der IV abklärung rausgeschoben und rausgeschoben. die folge davon? das soz. amt der geweiligen wohngemeinde muss für den nicht mehr arbeitsfähigen aufkommen. pk werden nicht aufgestockt sondern das geld kommt nur aus einer anderen kasse. und die betroffenen leiden unnötge qualen welche sie auch noch psychisch krank werden lassen.

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  • Luzifer Kolb am 10.04.2012 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Was andere machen, kann ich auch, oder?

    Ein Bekannter: Herzinfarkt, Bypässe. Nach 3 Monaten hätte er eigentlich wieder 100% arbeitsfähig sein sollen. Sein Arbeitgeber will ihn aber nur noch 50% beschäftigen. Also muss man da was drehen, oder? Er will auch nicht mehr 100% arbeiten. Sagt er hat Schmerzen. Die Ärzte finden aber nichts. Sein neuer Arzt will dass er 100% arbeitet. Er sucht sich jetzt einen Spezialisten, (die gibt es) der ihn 50% krank schreibt. Zuhause, im Ferienhaus und im Garten geht das krampfen aber problemlos.

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  • Ludwig Büchel am 10.04.2012 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Entwicklung

    Ich denke das ist eine gute Entwicklung Richtung selbstverantwortliche Lebensführung ohne jahrelang am Tropf anderer hängen zu müssen. Für wenn es eine Möglichkeit gibt ohne IV seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, der soll es tun ohne wenn und aber.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Amsler am 10.04.2012 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Arme reiche Schweiz

    Und dies auf Kosten von wirklich Invaliden Mitmenschen. Bitte wechselt doch den Titel in; Pensionskassen wachsen dank unmenschlichem IV Kurs, und nicht hartem, denn das wäre zutreffender. Eine Umverteilung vom IV Antragsteller zum Sozialamt mit noch mehr psychischem Stress und Vogelfutter für die Juristen die sich fast jedem abgelehten Fall involvieren lassen müssen. Man könnte fast auf die Idee kommen dass da ein neuer Wirtschaftszweig für die Juristen lanciert wurde...

  • Roberto am 10.04.2012 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    IV-Rentner wird man nicht freiwillig

    Wenn man die Aeusserungen gewisser Politiker liest beziehungsweise hört, könnte man meinen, dass jeder IV-Bezüger sich dazu entschlossen hat, einen auf IV zu machen, um nicht arbeiten zu müssen. Und dieser IV-Bezüger soll nun hart die Repression spüren, weil er sich freiwillig dazu entschlossen hat, krank zu werden beziehungsweise behindert zu werden, um sich an der IV zu bereichern. Ich habe den Eindruck, dass einige Politiker sich damit profilieren, indem sie verbreiten, die Sozialversicherungen zu kürzen wäre das Sparpotenzial schlechthin. Die machen es sich verdammt einfach!

  • Luzifer Kolb am 10.04.2012 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Was andere machen, kann ich auch, oder?

    Ein Bekannter: Herzinfarkt, Bypässe. Nach 3 Monaten hätte er eigentlich wieder 100% arbeitsfähig sein sollen. Sein Arbeitgeber will ihn aber nur noch 50% beschäftigen. Also muss man da was drehen, oder? Er will auch nicht mehr 100% arbeiten. Sagt er hat Schmerzen. Die Ärzte finden aber nichts. Sein neuer Arzt will dass er 100% arbeitet. Er sucht sich jetzt einen Spezialisten, (die gibt es) der ihn 50% krank schreibt. Zuhause, im Ferienhaus und im Garten geht das krampfen aber problemlos.

    • monika steimer am 10.04.2012 14:52 Report Diesen Beitrag melden

      üble sache

      mh, herr kolb das ist eine blöde sache, aber auch als kranker muss man wenn man garten hat diesen auch machen. vielleicht sieht man das werken, aber nicht wie der betroffe danach sich mit morphintabletten zudröhnen muss wegen der schmerzen. zu ihren bekannten, ich würde da der IV stelle mal einen tip geben. denn das ist betrug. wünsche dem kerl das er nie einen arzt findet der das bestätigt.

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  • Frei René am 10.04.2012 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizerisches Kässelidenken

    Wenn es den einen gut geht, geht es anderen schlecht. Denn wenn weniger IV-Renten verfügt werden bedeutet dies mehr Geldauszahlungen durch Arbeitsämter und Krankentaggeldversicherungen, weil wegen Ablehnungen der IV weniger Rückzahlungen erfolgen. Die Prämien steigen oder die Leistungen werden geringer (siehe Arbeitslosenversicherung). Vor allem jedoch bedeutet dies, dass der einzelne Arbeitsunfähige erst sein vielleicht geringes Sparvermögen aufbrauchen muss und seine Schulden nicht mehr bezahlen kann, bevor die Allgemeinheit durch das Sozialamt finanzielle Unterstützung leisten muss.

  • Ludwig Büchel am 10.04.2012 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Entwicklung

    Ich denke das ist eine gute Entwicklung Richtung selbstverantwortliche Lebensführung ohne jahrelang am Tropf anderer hängen zu müssen. Für wenn es eine Möglichkeit gibt ohne IV seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, der soll es tun ohne wenn und aber.