Managerlöhne

21. Mai 2016 23:29; Akt: 22.05.2016 12:29 Print

Peter Spuhler verteidigt Lohn von SBB-Chef

Die Service-public-Initiative befeuert die Diskussion um die Cheflöhne bei den Bundesbetrieben. Ein Lohndeckel droht den Chefs auch bei einem Nein an der Urne.

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Hat seinen Preis: SBB-CEO Andreas Meyer während einer Medienkonferenz in Bern. (5. November 2015) (Bild: Keystone/Dominic Steinmann)

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Peter Spuhler, Chef des Schienenfahrzeugherstellers Stadler, verteidigt SBB-Chef Andreas Meyer. Sein Lohn sei angemessen, sagt er in der «SonntagsZeitung».

«Es kann doch nicht sein, dass jemand die Verantwortung für gegen 33'000 Mitarbeiter trägt und, verglichen mit ähnlichen Positionen in der Wirtschaft, nur einen Bruchteil verdient.» Gerade bei den SBB sei die Komplexität sehr hoch. «Um sie optimal zu führen, braucht es das bestmögliche Management; das hat seinen Preis.»

Droht ein Lohndeckel?

Die Leistung des obersten Bähnlers werde von Mitarbeitern, Politikern und Bahnexperten als ansprechend bewertet, schreibt denn auch die «NZZ am Sonntag». Weil er jedoch primär als geschliffener Manager wahrgenommen werde, leide sein Image. Das zeige die aktuelle Debatte über die Service-public-Initiative.

Egal, wie die Abstimmung über die Initiative ausgeht – ins Visier geraten die hohen Manager-Saläre bei den Bundesbetrieben so oder so. Aktiv werden will laut «Schweiz am Sonntag» SP-Nationalrat und Wirtschaftspolitiker Corrado Pardini. «Ich reiche in der nächsten Session eine Motion ein mit dem Auftrag an den Bundesrat, dass er die Managementlöhne bei den Regiebetrieben wie Swisscom, Post, SBB und Ruag senkt», sagt Pardini.

Blocher unterstützt Höchstgrenze

Als neue Lohnhöchstgrenze schlägt der Gewerkschafter einen Bundesratslohn vor. Unterstützt wird die Forderung nach einem Lohndeckel für die Chefs der Staatsbetriebe auch ganz rechts: von SVP-Strategiechef Christoph Blocher.

Die Manager von Swisscom und Co. würden zu viel verdienen, findet Blocher: «Staatsbetriebe können, anders als private Unternehmen, nicht zugrunde gehen. Deren Chefs tragen viel weniger Risiken, wollen aber wie private Manager bezahlt sein.»

(ij)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dienstleister am 22.05.2016 00:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verantwortung

    Da wird bei Managerlöhnen immer von Verantwortung geredet, wo bleiben dann aber die Herren wenn's schief geht? Habe noch keinen erlebt der dann seine Bonis oder einen Teil des Lohnes zurück gegeben hat. Die Suppe Löffeln immer die anderen aus.

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  • Mundtod am 21.05.2016 23:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll er sonst sagen?

    Schliesslich ist die SBB der potentiell grösste Kunde von Stadler Rail ...

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  • Andreas Mühlemann am 22.05.2016 00:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn jeder so könnte

    Richtig so! Bundes- und bundesnahe Betriebe verwöhnen ihre Angestellten in leitender Funktion geradezu! Ein Beispiel: Vor einigen Wochen rief ich um 8.45 Uhr morgens bei der Steuerverwaltung an und hatte eine Frage. Der Assistent des Abteilungsleiter meinte aber, nur der Chef könne weiterhelfen. Dieser käme jedoch immer erst so gegen 9.00/9.15 zur Arbeit. Wow.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • R. L. am 30.05.2016 08:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blickwinkel

    Mann kann alles begründen, man kann alles bezahlen nur Arbeiten und leistung finden sich nie im gegenwert der Löhne über 300'000 sfr. das ander ist gute Abzoke der freien Marktwirdschaft und um diese zu beleben arbeiten gottseidank viele für 3'500 - 5000.00sfr.

  • Martial Kohler am 27.05.2016 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Wie im Kochbuch: Man nehme...

    CEO Meyer verdient über 2 Mal mehr als ein Bundesrat. Das kann wirklich nicht sein. Wie geht das weiter ?

  • Martial Kohler am 27.05.2016 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Zuviel für dieser Job...

    Herr Spuhler ist ein hervorragender Manager, sollte aber nicht der Lohn von Herrn Meyer verteidigen, der mit 1,3 Millionen CHF viel zu viel verdient. Sein Vorgänger Herr Benedikt Weibel, hat die gleiche Arbeit viel besser ausgeführt für nur die Hälfte... Warum das ??

  • Mano am 24.05.2016 07:11 Report Diesen Beitrag melden

    Spuhler hat Recht! - nur andersrum

    Jetzt stelle man sich vor: Ein Bundesrat trägt die Verantwortung für die gesamte Volkswirtschaft mit ca. 8 Millionen Menschen und verdient nur einen "Bruchteil", e.g. weniger als 50% des SBB-Chefs. Spuhler hat recht: das darf nicht sein. Ebenfalls wäre zu überlegen, ob nicht 8000 Bundesangestellten unter dem marktgerechten Lohnniveau verdienen und somit ihr Lohn nach oben korrigiert werden sollte, anstatt die Kürzung von Swisscom&Co. zu befürchten. Alles hat zwei Seiten.

  • me too zh am 23.05.2016 21:17 Report Diesen Beitrag melden

    Teuer ist nicht unbedingt besser!

    Ich frage mich echt, ob solche hochbezahlten Manager tatsächlich den ganzen Arbeitstag für das Unternehmen "opfern". Schliesslich muss das viele "verdiente" Geld gezählt, verwaltet, investiert und kontrolliert werden. Jemand mit dem halben Lohn hätte vielleicht sogar mehr Zeit zum arbeiten... Für das Unternehmen natürlich! Zudem sind in der erwähnten Million von Meyer noch nicht alle Vergünstigungen, Spesen und Boni dabei. Da kommen locker noch mal 500k dazu. PS: Sein "Leistungs"ausweis überzeugt mich sowieso nicht.