50 Milliarden Dollar

18. Dezember 2019 07:58; Akt: 18.12.2019 08:26 Print

Peugeot-Konzern und Fiat Chrysler fusionieren

Durch den Zusammenschluss der französischen Opel-Mutter PSA mit Fiat Chrysler entsteht der viertgrösste Autobauer der Welt.

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Peugeot und Fiat Chrysler haben sich auf eine 50 Milliarden Dollar schwere Fusion geeinigt. Der Zusammenschluss soll in den kommenden zwölf bis 15 Monaten abgeschlossen werden, kündigten die beiden Unternehmen am Mittwoch an. Der Zusammenschluss muss noch von Wettbewerbsbehörden genehmigt werden.

Die Branche steht unter einem enormen Druck, und der Schulterschluss der Hersteller ist deshalb kein Zufall. Autobauer müssen Milliarden in autonome Autos und Elektromobilität investieren. Fiat Chrysler hat zudem besondere Probleme. Denn der Hersteller hatte unter der Führung des verstorbenen Sergio Marchionne auf grosse Investitionen in Elektroantriebe verzichtet. Derzeit ist der Konzern vor allem mit den grossen Spritschluckern der Marken Jeep und Ram in den USA erfolgreich.

400'000 Mitarbeiter

Der neue Konzern nimmt sich vor, 8,7 Millionen Fahrzeuge pro Jahr abzusetzen. Nur noch Volkswagen, Toyota und der französisch-japanische Renault-Nissan-Verbund wären grösser als der neue Auto-Gigant.

Der neue Verbund käme auf einen Jahresumsatz von knapp 170 Milliarden Euro und einen jährlichen Betriebsgewinn von mehr als 11 Milliarden Euro - ohne die Marken der Zulieferer Magneti Marelli und Faurecia. Beschäftigt werden nach früheren Angaben des französischen Wirtschafts- und Finanzministeriums rund 400'000 Menschen.

Diverse Marken

PSA führt die Hauptmarken Peugeot, Citroën und Opel. Fiat Chrysler umfasst die Marken Alfa Romeo, Chrysler, Dodge, Jeep, Lancia oder Maserati. Opel gehört seit gut zwei Jahren zu PSA und wird mit harter Hand auf Effizienz und Gewinne getrimmt.

Im neuen Unternehmen wird ein Zusammenschluss «unter Gleichen» mit einem ausgewogen besetzten Vorstand angestrebt. PSA-Chef Carlos Tavares (61) wird Vorstandsvorsitzender. Der Portugiese hat sich als knallharter Sanierer sowohl bei Peugeot als auch bei der Tochter Opel einen Namen gemacht.

Der FCA-Verwaltungsratsvorsitzende John Elkann (43) übernimmt diese Rolle auch in dem neuen Unternehmen. Er ist der Enkel das legendären Fiat-Bosses Giovanni «Gianni» Agnelli (1921-2003) und Ururenkel des Fiat-Gründers Giovanni Agnelli senior (1866-1945). Das italienische Traditionsunternehmen war 2014 in Fiat Chrysler Automobiles aufgegangen.

Milliarden-Spareffekt

Mit der Fusion sollen Spareffekte von 3,7 Milliarden Euro erzielt werden, ohne eine Fabrik zu schliessen. Die Effizienzgewinne, die sich etwa aus Einsparungen beim gemeinsamen Einkauf ergäben, liessen sich nach vier Jahren zu 80 Prozent heben, hatte es geheissen.

Es ist vor allem das gut ausgebaute Vertriebsnetz in Nordamerika, das FCA in den gemeinsamen neuen Konzern mit einbringen kann. Es dürfte den Markteinstieg von Peugeot in Amerika erheblich erleichtern. PSA ist dafür in Europa stärker. Auch bei der Entwicklung von Hybrid- und Batterie-Fahrzeugen sind die Franzosen weiter als die Italoamerikaner.

(Reuters/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mbbi am 18.12.2019 06:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fiat Chrysler macht dies richtig

    Wo andere Konzerne runtergewirtschaftet werden machen die Italiener einiges richtig

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  • 8004 am 18.12.2019 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso nicht

    Solange keine Arbeitsstellen verloren gehen, ist das kein Problem.

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  • Monnson am 18.12.2019 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Emissionswerte

    Wenn Die Entwicklung für die neuen Vorschriften fehlen, muss man sich einkaufen. So wie ich weiss müsste Fiat nächstes Jahr eine hohe Busse zahlen, wenn der Konzern die Emissionswerte nicht einhalten würde, bin mir hier aber nicht zu 100%sicher

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gene Amdahl am 26.12.2019 06:35 Report Diesen Beitrag melden

    @Ernst Heu

    MB und keine Reparaturen? Sie sind wohl ein Witzbold. Die besten MBs waren u.a. W124/W126. Nur haben alle Automaten ab 200'000km (E320/S500SEC) den Geist aufgegeben. Die neuen MB Plastikkisten sind nicht mehr mein Geschmack. Fiat=Fix It Again Tony! Die Salamis stehen echt nicht für Qualität. Franzosen ja auch nicht. Gute Autos kommen aus Japan - sehen zwar nicht optimal aus.

  • Sono am 19.12.2019 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viraler Video

    +++ MEGA YouTube Film !!!!!! Code: TccebT7UGcc Geht zur Zeit echt viral ab. :::::::::::::

  • Tobi am 19.12.2019 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Niemals FR od IT

    Da bleibe ich doch lieber bei den Japanern (Mazda).. Innovativ, gutes Preislseistungsverhältnis, nie Probleme.. aber jedem das seine Die Italiener und Franzosen sind optisch sowas von übel, aber ist halt Geschmacksache, und im Unterhalt was vom schlimmsten..

    • Kei Italiener am 19.12.2019 19:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tobi

      Dabei kommen die schönsten Karrosserien doch immer noch aus Italien, sowie auch das Beste Essen!

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  • K.Ritischer am 19.12.2019 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaftlich kann das Sinn machen,

    aber wie viele Arbeitnehmer bleiben auf der Strecke? Und, wenn sich 5 mittelprächtige Autobauer zusammenschliessen, werden dann die Autos besser oder kauft man in Zukunft immer das gleiche Auto mit anderem Logo und Preis, wie beim VW Konzern?

  • Spaniel am 18.12.2019 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spannend die Diskussionen

    Heute hat für mich das Auto nicht mehr den gleichen Stellenwert wie während meiner Arbeitszeit. Bei meinen Arbeitsjahren musste ich grosse Distanzen mit dem Auto zurücklegen. Hamburg - Berlin - Rom - Madrid - Paris - Barcelona ... der Flieger war zu teuer... Deshalb war Mercedes für mich ein zuverlässiger Partner. Heute hat sich das doch völlig verändert. Zwar brauche ich nicht mehr alle 20000 - Kilometer einen neuen Auspuff - aber die elektronischen Probleme nehmen immer mehr zu. Es gab doch Zeiten wo ein Pannendienst vor Ort noch Probleme lösen konnte. Heute praktisch unmöglich.

    • Volvo Duett am 19.12.2019 10:11 Report Diesen Beitrag melden

      @Spaniel

      du kannst auch heute noch ein gutes altes Auto fahren, da musst du auch kein neues kaufen!;)

    • Spaniel am 19.12.2019 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Volvo Duett

      Das mache ich tatsächlich auch....

    • Akkuschrauber am 19.12.2019 22:23 Report Diesen Beitrag melden

      Es kommt noch schlimmer...

      Naja, die neuen Voll-Elektroflitzern kann man noch nicht einmal mehr abschleppen.

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