Leere Kassen

28. März 2011 17:04; Akt: 28.03.2011 21:36 Print

Porsche braucht dringend Geld

Dem deutschen Sportwagenbauer stehen die Schulden bis zum Hals. Darum will Porsche mit neuen Aktien fünf Milliarden einnehmen. Dies reicht aber nicht, um alle Schulden abzustottern.

storybild

Die Porsche Holding hatte sich 2009 beim Versuch den VW-Konzern zu übernehmen arg verspekuliert. Seither plagen den Sportwagenbauer gewaltige Schulden. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Letzte Woche hat Porsche den Verkauf des neuen Porsche 918 Spyder lanciert. Der Bolide – angetrieben von zwei Elektro- und einem V8-Benzinmotor – ist mit 770 000 Euro der teuerste Porsche aller Zeiten.

Der Verkaufsstart hat aber nur kurzzeitig von den Problemen des deutschen Sportwagenbauers abgelenkt. Die Porsche Holding steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Ende 2010 stand der Autobauer mit 6,3 Milliarden Euro in der Kreide. Darum will man ab Mittwoch am Markt bis zu 131 Millionen neue Aktien platzieren. Porsche hofft, sich mit dem erwarteten Kapital von bis zu fünf Milliarden Euro von einem Grossteil seiner Schulden zu befreien.

Piëch, Porsche und Katar

Mit der Kapitalerhöhung steigt die Anzahl Porsche-Aktien auf 306 Millionen Stück. Damit verwässert sich der Anteil der bisherigen Aktionäre. Wer also die Kapitalerhöhung nicht mitmacht, riskiert, dass der Wert des eigenen Aktenpakets abnimmt. Bisher haben sich die Grossaktionärsfamilien Piëch und Porsche verpflichtet, Aktien für 2,25 Milliarden Euro zu zeichnen. Das Emirat Katar nimmt mit 250 Millionen an der Kapitalerhöhung teil.

Die Aktien der Porsche Holding sollen laut «Financial Times Deutschland» später im Rahmen der Fusion mit VW in VW-Aktien umgetauscht werden. Zu welchem Verhältnis ist unklar. Mittlerweile ist die Verschmelzung von VW- mit dem Porsche-Konzern aber in die Ferne gerückt. Weitum wird damit gerechnet, dass die Fusion, die 2011 über die Bühne hätte gehen sollen, in diesem Jahr nicht zustande kommt.

Fusion in weiterer Ferne

Grund dafür sind Schadenersatzklagen in Milliardenhöhe gegen die ehemaligen Porsche-Bosse um Wendelin Wiedeking wegen des Machtkampfs mit VW im Jahr 2009. Die Ermittlungsbehörden in Stuttgart hatten erklärt, ihre Arbeit sei im Jahr 2011 nicht mehr zu schaffen. Ehe diese Risiken aber nicht aus der Welt sind, wird Volkswagen Porsche nicht übernehmen.

Mit dem neuen Aktienkapital von 5 Milliarden Euro würde Porsches Schuldenlast auf 1,5 Milliarden sinken. Den Schulden stehen Vermögenswerte, hauptsächlich die 50,1 Prozent Beteiligung an der Porsche AG, gegenüber. Den Rest an der Porsche AG hatte die Porsche Holding im Dezember 20009 für 3,9 Milliarden Euro an den VW-Konzern verkauft. Bereits damals ging es darum, sich von der enormen Schuldenlast zu befreien.

Porsche hatte 2009 versucht, den mehr als zehnmal grösseren VW-Konzern zu übernehmen, und machte dazu riskante Spekulationsgeschäfte mit VW-Anteilen. Als die Finanzkrise ausbrach, platzten die Deals, und Porsche musste von VW gerettet werden.

(sas)