Schuldenkrise

10. Februar 2011 15:59; Akt: 10.02.2011 15:59 Print

Portugals Bevölkerung muss bluten

Die Zinsen für portugiesische Staatsanleihen haben ein neues Rekordniveau seit Einführung des Euro erreicht. Das Land hat bereits die Steuern erhöht und die Löhne gesenkt.

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Das schwache Wirtschaftswachstum und die enorme Schuldenlast könnten Portugal zwingen, um Finanzhilfen zu bitten, hiess es aus Analystenkreisen. Die portugiesische Regierung hingegen erklärte, das Land brauche keine finanzielle Unterstützung.

Das hoch verschuldete Land muss neue Kredite zu schlechten Bedingungen aufnehmen. Der Zinssatz für Papiere mit einer Laufzeit von zehn Jahren stieg am Donnerstag auf dem Sekundärmarkt auf 7,6 Prozent.

Das Kabinett hatte bereits die Steuern erhöht und die Löhne für Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes gekürzt. Experten befürchten jedoch, dass diese Massnahmen Portugal in eine Rezession stürzen könnten.

Lage in Griechenland unverändert problematisch

Hohe Arbeitslosigkeit, Inflation und anhaltende Proteste lassen Griechenland nicht zur Ruhe kommen. Rund 500 Pensionäre trugen am Donnerstag friedlich ihren Protest in die Athener Innenstadt. Der in der vergangenen Woche begonnene Ärztestreik dauert weiter an.

Die Arbeitslosenquote betrug im November 13,9 Prozent - fast einen halben Prozentpunkt höher als im Oktober (13,5 Prozent). Das teilte die griechische Statistikbehörde mit. Die Inflationsrate lag demnach im Januar unverändert bei aufs Jahr gerechnet 5,2 Prozent.

Im vergangenen Jahr wurde Griechenland durch einen 110-Milliarden-Euro-Kredit der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF) vor dem Staatsbankrott gerettet. Allerdings musste die Regierung im Rahmen des damit verbundenen Sanierungsprogramms Steuern erhöhen und Staatsausgaben drosseln.

(ap)