Nach Luxus-Reisli

02. Februar 2019 04:44; Akt: 02.02.2019 12:23 Print

Post-Präsident fordert von Kadern mehr Sensibilität

Der Verwaltungsratspräsident der Schweizerischen Post, Urs Schwaller, will die Fakten zum Luxus-Reisli von Post-Kadern überprüfen.

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«Ich erwarte, dass sich alle Kader bewusst sind, dass die Post nicht einfach ein privatwirtschaftliches Unternehmen ist wie jedes andere»: Urs Schwaller, Verwaltungsratspräsident der Schweizerischen Post. (Archivbild) Eine Businessreise nach Asien sorgt derzeit für Kritik an der Tochterfirma der Post. Nun hat der «Blick» die genauen Kosten für die extravagante Reise offengelegt. Der Grossteil der 103 Kadermitglieder reiste aus der Schweiz, Deutschland, England, Frankreich, Österreich und den Niederlanden nach Ho-Chi-Minh-Stadt. 91 Teilnehmer flogen Economy – die Tickets kosteten insgesamt 63'700 Franken. Dazu kommen 36'000 Franken für zwölf Topmanager. Die Flüge kosteten insgesamt also rund . Die SPS-Angestellten übernachteten im Pullman Saigon Centre. Die 103 Teilnehmer verbrachten drei Nächte auf Firmenkosten im Hotel. Inklusive Frühstück macht das 309 Franken pro Person, insgesamt . Dazu kommt, dass einige Manager bereits etwas früher anreisten und zusätzliche Übernachtungen erstattet erhielten. Auch das Essen schenkte ein: Ein Abendessen auf dem Dinner-Schiff Bonsai River Cruise kostete 60 Franken pro Person. Das sind rund auf der Spesenrechnung. Besonders teuer war ein Fest auf dem Dach des Centec Tower. Allein das Essen kostete dort 135 Franken pro Person. Laut «Blick» wurde die gesamte Party mit 18'905 Franken beziffert. Gemäss Blick soll nicht nur SPS-Chef Jörg Vollmer, ... ... sondern auch Post-Chef Ulrich Hurni in der Businessclass nach Vietnam geflogen sein.

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Der Verwaltungsratspräsident der Schweizerischen Post, Urs Schwaller, mahnt in Interviews mit den «Zeitungen der CH-Media» vom Samstag mehr Sensibilität bei Postkadern an. Er lasse sich zudem alle Fakten zu einer Vietnam-Reise von Kadermitarbeitern zusammentragen.

«Grundsätzlich ist nichts daran zu bemängeln, dass unsere internationale SPS mit Sitzen in Europa, Amerika und Asien ihre Kader für einmal an einem wichtigen Sitz in Vietnam zur Konferenz zusammenzieht», sagte Schwaller in den Interviews. Die Tochtergesellschaft Swiss Post Solutions (SPS) war wegen eines Kadermeetings in Vietnam mit Kosten von rund 200'000 Franken in die Kritik geraten.

Bund schaltet sich ein

Der Verwaltungsratspräsident der Post betonte nun allerdings, es gehe für ihn «nicht nur um Reglemente, sondern auch um die Frage der Sensibilität». Schliesslich sei die Post nicht irgendein Unternehmen. «Ich erwarte, dass sich alle Kader bewusst sind, dass die Post nicht einfach ein privatwirtschaftliches Unternehmen ist wie jedes andere», führte Schwaller gegenüber den Zeitungen im Zusammenhang mit der vom «Blick» publizierten Kader-Reise nach Vietnam weiter aus.

Inzwischen hat sich auch der Bund eingeschaltet, wie der «Blick» am Samstag berichtet. Simonetta Sommaruga, neue Vorsteherin des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, habe am Donnerstag bei einem Treffen mit Post-Chef Urs Schwaller die Luxusreise thematisiert.

(scl/sda)

sentifi.com

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • K. Rufer am 02.02.2019 05:42 Report Diesen Beitrag melden

    Durchgreiffen

    Wann kommt der nächste Skandal?Weg mit Schwaller! Und zwar sofort und ohne goldenen Fallschirm...

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  • wernli werner am 02.02.2019 05:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    post

    super! Aber für Winterreifen auf den Zustell-PW reicht das Geld nicht! Und alles spricht immer von Sicherheit! Zum schämen!

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  • Petra Merk am 02.02.2019 05:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konto saldieren

    Na dann werde ich mal mein Postkonto saldieren. Wer macht mit?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • mäxu am 06.02.2019 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt...!!!

    Wird auch vom VR Präsi. erwartet.

  • er muss Fort am 06.02.2019 07:51 Report Diesen Beitrag melden

    Herausforderung Schwaller

    Den andern die Schuld zuweisen.

  • Robert Auderset am 04.02.2019 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Schaller sagt es wären Herausforderungen

    Ich vergleiche ihn mit Winterkorn ex VW und Boschbruder. Diesem Mann sollte man die Pension sperren und den Postchauffeuren verteilen

  • H.Vonlanthen am 04.02.2019 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Neuanfang

    Es kann nur alles zu besten wenden bei der Post,wenn die alle ausgetauscht werden.Mit Altlasten kann man kein Unternehmen führen.

  • Swissgirl am 04.02.2019 06:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Protzen auf Kosten der Sparer, pfui!

    Er fordert mehr Sensibilität, haha! Mehr aber auch nicht. Peinlich für die Post. In der Teppichetage wird geschummelt und geprotzt, der Service der Poststellen wird jedoch überall zurückgefahren, nur um noch mehr Gewinn zu schreiben. Es wird Zeit diese Banker und Manager zu einem Jahr Sozialarbeit zu verpflichten, damit sie wieder auf den Boden der Normalität zurück kommen!