Krankenkasse

10. Mai 2019 21:16; Akt: 10.05.2019 21:16 Print

Post vermittelt Kunden an Concordia-Versicherung

Postschalter-Angestellte bieten Kunden im Raum Luzern ein Beratungsgespräch bei Concordia an. Gesundheitspolitiker kritisieren die Zusammenarbeit.

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(Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

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Wer im Raum Luzern einen Brief am Postschalter abgibt, dem wird nach der Entgegennahme gleich noch ein Beratungsgespräch bei der Krankenkasse Concordia angeboten. Im Rahmen eines Pilotprojekts agiert die Post seit einem Monat in zehn Filialen in Luzern, wo die Concordia ihren Hauptsitz hat, neu auch als Vermittlerin der Krankenkasse.

Wenn der Kunde sein Einverständnis gibt, leitet die Post seine Daten an die Krankenkasse weiter, damit diese mit ihm in Kontakt treten kann, wie die «Aaargauer Zeitung» berichtet. Zudem erhält der Kunde am Schalter einen Concordia-Flyer und den Kindern wird mit Concordia-Klebern eine Freude gemacht. Auch einige Filialen in Lausanne sind beim Pilotprojekt der Post dabei.

Post will das Schaltergeschäft ankurbeln

Das Projekt dauert laut eigenen Angaben noch bis Ende Juni. «Es handelt sich um einen Markttest. Dabei wird geprüft, ob Kundinnen und Kunden in Postfilialen Interesse an einer unverbindlichen Beratung durch einen Krankenversicherer haben», sagt Post-Sprecherin Masha Foursova zur «Aargauer Zeitung».

Foursova erklärt: «Es handelt sich um einen Markttest. Dabei wird geprüft, ob Kundinnen und Kunden in Postfilialen Interesse an einer unverbindlichen Beratung durch einen Krankenversicherer haben.» Dass die Post immer wieder mit mit unterschiedlichen Partnern zusammenarbeitet, ist nichts Neues. So bieten Postmitarbeiter ihren Kunden unter anderem auch Versicherungen der Mobiliar an. Die Post will so ihr stark rückläufiges Schaltergeschäft rentabel machen.

Concordia bezahlt Post nichts

Laut Concordia erhält die Post für ihre Vermittlungstätigkeit während des Markttests von der Concordia keine Provision und keinerlei finanzielle Entschädigung.

Bei Gesundheitspolitikern kommt das Pilotprojekt von Post und Concordia nicht gut an. Der Luzerner Ständerat Damian Müller (FDP) fragt sich, ob die Vermittlung eines Beratungsgesprächs zum Service public gehört. «Das Parlament hat klar gesagt, dass es die Vermittlertätigkeiten einschränken will. Wenn die Concordia nun nach neuen Möglichkeiten sucht, riskiert die Branche weitere Regulierungen», sagt er zur «Aargauer Zeitung». Müller spricht damit den Entscheid von National- und Ständerat im Frühjahr an, Telefonanrufe von Krankenkassen zu verbieten.

Heikle Zusammenarbeit

Auch der Luzerner CVP-Ständerat Konrad Graber, Mitglied der Gesundheits- und Sozialkommission sowie der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen, findet die Zusammenarbeit zwischen Post und Concordia ungünstig. Es sei «sehr heikel – gerade im Kontext der Diskussionen über das Verbot der Telefonvermittlung und der Maklerprovisionen».

(dv)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas Kälin am 10.05.2019 21:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache es bringt Geld

    Und als nächstes vermittelt die Post Kunden an Zahnärzte und Wahrsager, nur damit es mehr Geld in die Kasse spühlt! Pöstler bleib bei deiner Leistung!

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  • Erinnerung am 10.05.2019 21:52 Report Diesen Beitrag melden

    Kerngeschäft

    Kann mich (und bitte auch die Post) jemand dran erinnern, was das Kerngeschäft der Post nochmal war und eigentlich sein sollte...?

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  • Jupi am 10.05.2019 21:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da lache ich ins Fäustchen

    Wer hat solche Ideen wird immer besser. Solen ihre Arbeiten in Ordnung bringen wäre viel besser.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial2 am 25.05.2019 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlechtes Management von A - Z!

    Warum reagiert diesbezüglich der Bund nicht? Es ist nicht an die Post jedes Krimskrams zu verscherbeln. Früher war's Papeterie, Kaffee-Maschinen, Staubsauger, Lotto und Versicherungen. Was verstehen diese Post-Angestellten davon. Welcher dummer Post-Kunde bedient sich dort, dazu welche Beratung gibt's denn? Wie schon erwähnt gehört der VR-Präsident Schaller genau so wie Ruoff weg!

  • Martial2 am 25.05.2019 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht?

    Bei Concordia und Swica kann man neuerdings Briefmarken kaufen, Briefe und Pakete abgeben. Die nennen sich Service Public...!

  • Röifi am 13.05.2019 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Déja-vu

    Ähnlichen Kohl gab es vor Jahrzehnten mit Kuoni Reisen. Als einfacher Reisebüromann musstest du fast einen Doktortitel haben um Kuoni zu verkaufen...dann plötzlich konnte jeder Bähnler am Bahnhof Kuoni verticken...

    • Martial2 am 25.05.2019 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Röifi

      Meine Lehre war im Reisebüro mit KV Begleitung, wurde Reiseagent, Reiseleiter, später Matura. Aber ohne Doktor Titel, das brauchte es noch nicht. Der Chef hingegen war Dr. Jur. befasste sich aber mit der Reisebranche nur wenig. Er war einfach der Chef!

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  • Norbert am 13.05.2019 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Billiger Jakob?CEO was ist los???

    Nur noch ein Saftladen, der die Angestellten immer mehr auspresst und schikaniert mit Politikern im Verwaltungsrat die auch im Parlament sitzen.Wählt solche Abzocker nicht mehr.Danke!

  • Mimi am 13.05.2019 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Werbung der Post

    Ist es rechtens wenn die Post für eine Krankenkasse wirbt?