Keolis S.A. übernimmt

27. Mai 2019 12:03; Akt: 28.05.2019 12:35 Print

Post will CarPostal France verkaufen

Die Schweizerische Post will CarPostal France verkaufen. Sie hat eine Vereinbarung mit der staatlichen Eisenbahngesellschaft Frankreichs unterzeichnet.

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Die Post will die CarPostal France an die französische Keolis S.A. verkaufen. Mit der Tochter der französischen Bahngesellschaft SNCF sei am 16. Mai eine Exklusivitätsvereinbarung für den Verkauf unterzeichnet worden. Ein Verkaufspreis wurde nicht genannt.

Die Post konkretisiere damit ihr Versprechen, das Auslandengagement von PostAuto in Frankreich zu prüfen, heisst es in einer Mitteilung der Post vom Montag. Sie habe von Keolis ein unwiderrufliches Kaufangebot erhalten und die Exklusivitätsvereinbarung für den Verkauf von CarPostal France unterzeichnet. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

Post will sich nicht weiter äussern

Die Käuferin überzeuge durch ihre gut Marktreputation und beabsichtige ausserdem, alle Gesellschaften von CarPostal France zu übernehmen. Dies entspreche der Absicht der Post, den Ausstieg sozialverträglich zu gestalten, heisst es weiter.

Mit der Unterzeichnung der Exklusivitätsvereinbarung könne der Verkaufsprozess nun vorangetrieben werden. In den kommenden Wochen würden unter anderem die vorgeschriebenen Informations- und Konsultationsverfahren mit den zuständigen Arbeitnehmervertretungen durchgeführt sowie die behördlichen Genehmigungen eingeholt.

Die Post will sich nicht weiter zum laufenden Prozess äussern und will zum gegebenen Zeitpunkt wieder informieren.

Erst vergangene Woche hatte die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) das Risikomanagement der Post im Fall von CarPostal France kritisiert. Im Sommer 2018 war bekannt geworden, dass die Post auch im Ausland nicht sauber abgerechnet hatte. Wegen unzulässiger Subventionen musste sich CarPostal France mit über sechs Millionen Euro freikaufen.

Risiko statt Chance

Die Rentabilität von CarPostal France sei schon in früheren Jahren unbefriedigend gewesen, hiess es in dem am Mittwoch veröffentlichten EFK-Bericht. Mit 19 Millionen Franken Kapitalerhöhungen und 57 Millionen Franken Schulden gegenüber dem Konzern sei eine Rendite im Frankreich-Geschäft immer unrealistischer geworden. Trotzdem sei CarPostal France vom Konzern bis Ende 2017 als «Chance» statt als Risiko eingestuft worden. Auch der Rückzug aus dem Frankreich-Geschäft wird von der Finanzkontrolle als Risiko eingestuft.

Die Post ist seit 2004 in Frankreich im Bereich des Personenverkehrs tätig. CarPostal France betreibt im Osten und Südosten von Frankreich acht Stadtnetze sowie Regionalverkehrslinien in sechs Departementen. Das Unternehmen beschäftigte 2017 gut 1100 Mitarbeitende und betrieb 750 Fahrzeuge. Der Umsatz belief sich auf rund 107 Millionen Franken.

(sda)

sentifi.com

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ex Postauto Mitarbeiter am 27.05.2019 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wachstum um jeden Preis

    Wer hat diesen Managern erlaubt im Ausland Monopoly zu spielen? Philippe Bruggisser lässt grüssen.

  • Phil Krill am 27.05.2019 14:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ... mit Verlust ...

    ... das wird nur mit Verlust für uns über die Bühne gehen. Ruoff und Co. sollten mindestens die Differenz aus der eigenen Tasche berappen müssen - mindestens! Im Übrigen, warum dürfen wir Bürger den Verkaufspreis nicht wissen - ist ja unser Geld? ...

  • Dagobert am 27.05.2019 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abzocke pur

    kaum kann man den Staat nicht mehr abzocken, ist das Frankreich Abenteuer zu Ende. Schön wäre, wenn diese Manager endlich mit ihrem auf Kosten der Steuerzahler einkassierten Vermögen gerade stehen müssten - schön wärs!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bettina am 30.05.2019 08:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein weiter Flop,

    verursacht durch hochbezahlte aber unfähige Manager. Zum Glück ist die Ruoff weg. Aber der Meyer wurstelt immer noch. Wie lange wird das vom Bundesrat noch toleriert?

  • rené am 29.05.2019 06:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keinen Franken wert

    Logischerweise wird der dauernd defizitäre und somit wertlose Betrieb verschenkt. Je schneller desto besser, kostet uns ja täglich viel Geld - welches ja nun nicht mehr dem Bund gestohlen werden darf..

  • Bill Weber am 28.05.2019 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Missmanagement

    Was hat die Post überhaupt im Ausland zu suchen ??? In der Schweiz schliesst dafür eine Poststelle nach der anderen. Die Postführung der letzten Jahre hat völlig versagt.

    • Kligscheisser am 29.05.2019 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bill Weber

      Die Post hat überall die Finger drin,siehe Gütertransporte wo Sie auch im Ausland tätig ist,statt sich mal wieder und nur sich auf das Kerngescjäft zu konzentrieren!

    einklappen einklappen
  • Seher am 28.05.2019 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Diese

    Manager lernen es nie und unsee Regierung ist unfähig.

  • loner am 28.05.2019 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    @Post

    Bin mal gespannt wer der Käufer sein wird. Der ist sicher schon festgelegt.