Schlechte Marge

24. Juli 2018 18:30; Akt: 24.07.2018 18:30 Print

Post wirft Kehrichtmarken aus dem Regal

Die Post bereinigt ihr Sortiment. Bis Ende Jahr sollen die meisten der rund 1100 Filialen keine Kehrichtmarken mehr verkaufen. Die Provision von 7 Prozent ist dem Staatsbetrieb zu tief.

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Was die Post in ihren Schalterhallen alles für Drittprodukte verkauft, hat auch eine politische Dimension. So verschwanden die Minikioske mit Süssigkeiten, Snacks und Spielwaren 2016 erst unter politischem Druck aus den Poststellen. Hintergrund der Sortimentsbereinigung waren Vorstösse, die es der Post verbieten wollten, «Krimskrams» zu verkaufen, und sie zurück zum Kerngeschäft zwingen wollten.

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Nun steht die nächste Bereinigung bevor. Die Post will in einem Grossteil der Poststellen auf den Verkauf von Kehrichtsäcken und -marken verzichten. Die Umsetzung erfolgt schrittweise bis Ende 2018. Dabei geht es um einen Grundsatzentscheid, wie die «Zürichsee-Zeitung» in einem Artikel über das Fehlen der Güselsäcke in der Region berichtet.

Post will mindestens 10 Prozent Provision

Auf Anfrage von 20 Minuten heisst es bei der Post, man habe Aufgrund der zahlreichen Alternativen entschieden, das Kehrichtsortiment in Gebieten, in denen genügend alternative Verkaufspunkte vorhanden sind, aus dem Sortiment der Filialen zu nehmen. Wie viele der über 1100 Poststellen von diesem Entscheid betroffen sind, kann die Post aufgrund der «laufenden Überprüfung» nicht sagen. In 95 Prozent der Fälle gibt es laut dem Post-Sprecher François Furer Alternativen zum Bezug von Kehrichtprodukten.

«Wir haben allen Verkaufsstellen eine Provision von 7 Prozent angeboten», sagte Félix Brunschwiler, Gemeindepräsident von Schmerikon, zur «Zürichsee-Zeitung». Nun habe die Post mindestens 10 Prozent verlangt. Diese Konzession wollte die Gemeinde nicht eingehen. «Längerfristig kann die Post keine Produkte oder Dienstleistungen anbieten, die sich nicht rechnen», sagte Furer zu 20 Minuten.

Umsatz mit Drittprodukten von 500 Millionen

Kritiker sehen im Verzicht auf den Verkauf von Kehrichtmarken einen weiteren Dienstleistungsabbau. Die Reaktion der Post: «Kehrichtprodukte haben nichts mit der postalischen Grundversorgung zu tun. Die Post ist für die postalische Grundversorgung mandatiert.» Wie bei anderen Artikeln im Sortiment prüft die Post daher auch bei den Kehrichtprodukten lediglich die Rentabilität.

Bis zum Ende des Verkaufs der Kioskartikel erwirtschaftete die Post mit Verkäufen von Drittprodukten einen Umsatz von rund 500 Millionen Franken. Drittprodukte hat die Post bereits seit dem Jahr 2000 im Sortiment.

(sas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 24.07.2018 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was...

    ... ist denn eigentlich das Kerngeschäft der Post? Leistungen abbauen, Preise erhöhen und die Filialen auflösen?

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  • Beat am 24.07.2018 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    es war einmal.....

    Unsere Väter und Grossväter würden sich im Grabe drehen, wenn Sie wüssten wie die heutigen Geldgeilen Geschäftsführer mit Traditionen und kulturellemgut umgehen.... betrifft ja nicht nur die Post.... die Schweiz verscherbelt sich ....

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  • Go Daddy am 24.07.2018 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr opportunistisches Verhalten

    Es mag ja sein, dass Kehrichtprodukte nichts mit der postalischen Grundversorgung zu tun haben... Kaugummi und Konsorte aber auch nicht!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Eckzahn am 25.07.2018 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Marken und Kehrichtmarken

    Wahrscheinlich weiss die Post, dass Kehrichtmarken demnächst zugunsten der Normalverbraucher abgeschafft werden. Nicht? Schade. Kehrichtmarken sind auch Marken und passen ausgezeichnet zu Briefmarken. Jedenfalls besser als der übrige Ramsch.

  • Silvio M. am 25.07.2018 18:08 Report Diesen Beitrag melden

    Hmmm, Frage? Wenn etwas nicht rentiert,

    Kunden unzufrieden sind und wenn die Dienstleistungen immer schlechter werden - dann wird der Lieferant oder der Mitarbeiter rausgeschmissen. Wann entlässt die Post endlich sich selbst?

  • Yves1 am 25.07.2018 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Post-Logik

    Kehrichtmarken haben nichts mit der postalischen Grundversorgung zu tun. Aha! Zig Sorten von Losen, Lotto, Schokolade und Romane etc. aber schon?! Werden immer teurer und erbringen immer weniger Leistung....

  • Francesco S. am 25.07.2018 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Post = Cherrypickers!

    Es gibt Branchen, die haben weniger als 7% Marge und funktionieren trotzdem. Gerade in der IT Branche gibt es monatlich neue Produkte, die Präsentiert und geworben werden wollen, was zusätzliche Kosten verursacht. Für Kehrichtgebührenmarken muss nicht geworben werden, denn Kehricht wird es immer geben und ohne Marken kleben gehts nicht. Einfacher und ohne Aufwand gehts eigentlich nicht. Aber die Post schiesst sich lieber ins eigene Knie. Ich kapiers nicht!

  • S.S am 25.07.2018 15:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Post

    Bei der Post kauft Mann sich keine Kehricht Säcke lieber Kondome verkaufen bei der Post und Briefe und Vibrafonen das gäbe Umsatz