Kontoführungsgebühr

10. Oktober 2018 08:52; Akt: 10.10.2018 09:14 Print

Postfinance erhöht Preise für Privatkunden deutlich

Bisher mussten viele Privatkunden von Postfinance nichts für die Führung ihres Kontos zahlen. Das ändert sich jetzt.

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Hansruedi Köng, CEO Postfinance, kündigte vor einiger Zeit schon Stellenabbau und höhere Gebühren bei der Bank an. Die Postfinance machte im ersten Quartal rund 40 Millionen Franken weniger Zinsgewinn als in der Vorjahresperiode und es könnte noch schlechter werden, sagte ein Sprecher zu 20 Minuten. Benjamin Manz, CEO des Vergleichsportals Moneyland.ch, glaubt, dass die PostFinance mit der frühen Ankündigung vor allem ein Signal an die Politik senden will: «Die Bank hofft schon seit Jahren, das Kreditverbot aufheben zu können», so Manz. Die PostFinance darf laut Postgesetz keine Kredite oder Hypotheken vergeben. Mit Massnahmen wie Stellenabbau und Gebührenerhöhungen kann die Bank laut Manz signalisieren, dass sie sich gegenüber anderen Banken benachteiligt fühlt. Ähnlich wie beim Stellenabbau geht es bei den Gebührenerhöhungen darum, zusätzlich rund 50 Millionen Franken zu erwirtschaften, wie CEO Köng im Interview mit dem «Tagesanzeiger» sagt. Die Gewerkschaft Syndicom hält den angekündigten Abbau für einen Teil der Salamitaktik der PostFinance. Denn bereits 2017 strich die Bank über 40 Vollzeitstellen wegen der Automatisierung. Die PostFinance dementiert. In die Schlagzeilen geraten war die Postfinance 2018 unter anderem aufgrund technischer Störungen. Im Rahmen einer Software-Umstellung waren Kunden fälschlich negative Kontostände angezeigt worden. «In unserem System waren die Kontostände aber immer richtig. Dieser Fehler ist mittlerweile behoben», heisst es bei der PostFinance. Zudem gab es Pannen bei der E-Banking-Lösung E-Finance. Das System fiel teilweise komplett aus. oder lief instabil. Anfang Mai waren grosse Teile der Post von einer Störung betroffen. Neben Automaten und dem E-Banking waren auch Intranet, E-Mail, Telefonnummern oder die Paketsortierung zeitweise offline. Die PostFinance kämpfte in diesem Frühjahr immer wieder mit Pannen. Vor allem beim E-Banking. Im Interview mit 20 Minuten nahm Dieter Bambauer Stellung zu den jüngsten Problemen mit der IT. Bambauer ist Mitglied der Geschäftsleitung und leitet Post-Logistics. In diesen Bereich fällt auch die Informatik. Im Bild: Bambauer bei der Präsentation eines selbstfahrenden Lieferroboters im August 2016. Neben Lieferrobotern testet die Post auch selbstfliegende Drohnen. Roboter und Drohnen seien aber nicht das Kerngeschäft der Post, sagt Brambauer. Auch künftig werde die Mehrheit der Pakete und Briefe von Zustellern ausgeliefert.

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Die Postbankentochter führt auf das nächste Jahr mit drei Ausnahmen für alle eine Kontoführungsgebühr von 5 Franken monatlich ein.

Eine Ausnahme macht Postfinance bei Privatkunden, die Anlageprodukte im Umfang von mindestens 25'000 Franken halten oder bei der Postfinance eine Lebensversicherung oder eine Hypothek abgeschlossen haben, wie Postfinance am Mittwoch mitteilte.

Bisher zahlten auch Privatkunden mit einem Vermögen von über 7500 Franken keine Kontoführungsgebühren. Auch für Privatkonto Plus-Kunden mit einem Gesamtvermögen über 25'000 Franken war die Kontoführung kostenlos.

Kosten für Kontoauszüge

Postfinance bittet zudem neu auch die Kunden für monatliche Kontoauszüge auf Papier zur Kasse. Sie kosten neu 1 Franken pro Monat. Saldoauskünfte via Telefon und am Postschalter ohne Postfinance Card kosten künftig 4 Franken. Geschäftskunden zahlen neu 30 Franken pro Jahr für jede Postfinance Card.

Die Postbank begründet die Preiserhöhungen mit dem wirtschaftlich und regulatorisch schwierigen Umfeld. Die seit Jahren sehr tiefen Zinsen und das Kreditverbot hätten die Zinsmarge von Postfinance erodieren lassen, hiess es in der Mitteilung. Die Bank führe darum ab dem 1. Januar 2019 auf einzelnen, nicht mehr kostendeckenden Produkten und Dienstleistungen «branchenübliche Preise» ein.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nevada91 am 10.10.2018 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gier

    Warum ging früher vieles ohne Gebühren?

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  • Fabio am 10.10.2018 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Post

    Das Nennt man dan ein Sogenanter Saft Laden wie die Swisscom und die SBB auch der Service bei den Statsbetriben ist jah Himmeltraurig.....Post sowiso

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  • Zaffke am 10.10.2018 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    1+1=2

    Denjenigen mit höherem Vermögen erlässt man die Gebühren zu Lasten den minder bemittelten. Andersrum: Reich wird reicher Arm wird ärmer

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marcello Zinko am 01.11.2018 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    PostFinance ade...

    Ich hoffe, dass so viele Kunden wie nur möglich die PostFinance wie ich verlassen und das Management zum Teufel geschickt wird. Sie haben die Jahrzehnte geltenden Geundsätze einfach über Bord geschmissen und sich ins Gegenteil verkehrt.

  • Zak Zak am 27.10.2018 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zak

    Zak der Bank Cler freut sich sehr auf neue Kunden. Sie schenken sogar noch 50.- Fr. wenn du das Zak Konto eröffnest. Zak ist kostenlos. Nachteil: wer kein Smartphone hat kann mit Zak nichts anfangen Zak läuft nur über eine App übers Smartphone.

    • Bu Martin am 29.10.2018 16:04 Report Diesen Beitrag melden

      Bank Clear

      dieser Bank (früher hiess sie Coop Bank) würde ich keine Geld mehr anvertrauen. Die senden Jahresabschlüsse an falsche Adressen!!

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  • matador78 am 22.10.2018 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gebühren Postfinance

    Bei der Postfinance kommen ab 2019 auch noch Kartengebühren dazu; pro Karte 30CHF/Jahr.

    • IV-Rentner am 22.10.2018 22:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @matador78

      Ist das nicht nur für die Geschäftskunden ?

    • matador78 am 22.10.2018 23:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @IV-Rentner

      Ja, stimmt. Der Vergleich ist ja für Privatkonti...

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  • Mr. Gurke am 18.10.2018 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Raiffeisen

    Also ich bin Mitglied bei der Raiffeisenbank (einmalig 200.-, jederzeit kündbar) und zahle da mit Kredit- und Debit Karte CHF 140.- im Jahr. Hinzu kann ich erst noch von vielen Angeboten im Memberplus Portal profitieren. Finde ich Klasse!

  • T. Isufi am 16.10.2018 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Aussagekraft

    Für dieses karge Angebot darf man doch keine Gebühren aufsetzen! Und um eine Aussagekräftige Tabelle zu erstellen, ist noch wichtig das Alter der Kunden anzugeben - da jede Bank für eine Alterskategorie ein Angebot hat. Preis-Leistungsverhältnis ist leider auch nicht angegeben und versteckte Kosten, z.B Bargeldbezüge an Fremdbankautomaten fliessen nicht in die Bewertung