Dankeschön

23. Februar 2011 17:35; Akt: 23.02.2011 17:40 Print

Postfinance verschenkt 25 Millionen

von Sandro Spaeth - Während die UBS nicht mal eine Dividende auszahlt, teilt Postfinance ihren Gewinn mit den Kunden. Das Finanzinstitut schreibt für 2010 jedem Konto 20.10 Franken gut.

storybild

Postfinance verschenkt Zins für 25 Millionen Franken. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die grosse Gewinnerin aus der Finanzkrise zeigt sich spendabel. Hatte der Paketbote Postfinance-Kunden im vergangenen Jahr noch mit edeln Pralinen überrascht, klingelt es diesmal statt an der Tür gleich direkt im «Kässeli».

Postfinance schreibt jedem Kundenkonto mit positivem Zinsertrag am Ende Dezember 20.10 Franken gut. Bei Eurokonten sind es 2010 Cent. Den Betrag überweist Postfinance im März.

Die Charme-Offensive lässt sich der Konzern einiges kosten. Laut Postfinance-Sprecher Marc Andrey profitieren 1,2 Millionen Sparkonten vom Zinsgeschenk. «Das Dankeschön kostet uns rund 25 Millionen Franken», so Andrey zu 20 Minuten Online. Wie viele Kunden sich freuen dürfen, wollte Postfinance nicht bekannt geben.

Pralinen im Wert von 15 Millionen?

Postfinance konnte den Gewinn 2010 um 28 Prozent auf 575 Millionen Franken steigern. Ist deswegen auch beim Kundengeschenk mehr drin gelegen? «Kein Kommentar», heisst es von Seiten des Finanzinstituts.

Die Dankesaktion mit 25-Sprüngli-Pralinen, welche letztes Jahr als «Zeichen der Wertschätzung» an mehrere Hunderttausend Kunden ging, kostete die Post geschätzte 15 bis 20 Millionen Franken. Klar ist: Pro beschenkten Kunden griff Postfinance im vergangenen Jahr wohl tiefer in die Tasche als aktuell, denn bereits 16 Stück der Edelpralinen kosteten bei der Confiserie Sprüngli 31 Franken.

Post auf Milliardenkurs

Neben dem Rekordgewinn von 575 Millionen Franken konnte Postfinance auch bei den Kundengeldern Erfolge vermelden: Die verwalteten Vermögen erhöhten sich um 11 Milliarden (+15 Prozent) auf 84 Milliarden Franken. Fast im gleichen Stil wie 2009 wuchs die Kundenanzahl: Stiessen im Jahr 2009 rund 126 000 Neukunden – hauptsächlich wegen der Finanzkrise - zu Postfinance, zählte das Institut auch im Nachkrisenjahr 119 000 Neukunden.

Mit dem Rekordergebnis ihres Finanzinstituts ist die Post weiterhin auf Milliardenkurs. Bekannt ist, dass die Post in den ersten neuen Monaten 2010 einen Gewinn von 751 Millionen Franken einfuhr. Der grosse Motor war Postfinance, die 455 Millionen beisteuerte. 2010 werde sicher das beste operative Resultat, so Post-Chef Jürg Bucher im November. Der Gewinn werde über 900 Millionen betragen. Klar ist: Mit der Rekordernte von Postfinance ist die Milliarde Gewinn für die Post in Griffnähe. Das definitive Ergebnis aller Bereiche präsentiert der Gelbe Riese am 31 März.